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Vernetztes IoT: Vom Smart Building zur Smart City

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Die "Cloud" – Vernetzungszentrale des IoT

Die Vernetzung der Geräte und Sensoren wird zunehmend über das Internet in Form webbasierter Dienste, sogenannter Cloud-Services, erfolgen. Die Diskussion ist allerdings, wie viel Intelligenz vor Ort benötigt wird und vor allem welche nutzer- und anwenderbezogenen Daten aus datenschutzrechtlichen Gründen vor Ort gespeichert werden müssen.

Ein wichtiger Aspekt ist die zeitliche Verfügbarkeit einer Cloud-basierten Lösung. Da diese nicht immer gewährleistet ist, müssen sicherheitsrelevante Grundfunktionen, wie das Ein- und Ausschalten von Raumbeleuchtung, lokal realisiert und ohne Zugang zum Internet gewährleistet sein.

Andererseits entwickeln sich die Funktionalitäten, die Benutzeroberflächen und das Dienstangebot webbasierter Dienste rasant und bieten enorme Anwendungsmöglichkeiten. Wählt man die Systempartitionierung angemessen, so zeichnet sich ab, dass Mehrwertdienste und die Verknüpfung der Einzelfunktionalitäten zukünftig im Internet abgebildet sein sollten. Die “Cloud” wird damit zur zentralen Systemintelligenz für Mehrwertdienste.

Das Gateway – Verbindung zwischen Sensorik und Cloud
Eine große Bedeutung hat in diesem Zusammenhang das Gateway, welches die Sensoren vor Ort mit der Cloud verbindet. Ein geeigneter standardübergreifender und offener Software Stack im Gateway bildet die Grundlage, um die Daten der EnOcean-Funksensoren an die in der Cloud gehosteten Managed Services der IoT-Plattformen einzubinden. Es entsteht ein interoperables Netzwerk, in dem die gesammelten Daten für die intelligente Steuerung verschiedener Geräte verwendet werden können, unabhängig von den Herstellern der Endgeräte und Cloud-Plattformen.

Vom Asset Management bis hin zum Campus
Mittlerweile gibt es bereits unzählige IoT-Anwendungen. Am interessantesten sind sicherlich Use Cases mit einer umfassenden oder gar prediktiven Auswertung der vielen erfassten Daten im IoT, da sie einen entscheidenden Mehrwert für den Nutzer bringen. Die Anzahl der vorstellbaren Anwendungen scheint unendlich, jedoch lassen sich einige grundsätzliche Anwendungsfelder erkennen.

In Büros, Entwicklungslaboratorien und Kreativzonen kann über Präsenzmelder die Platzbelegung und über Stromzähler die Gerätenutzung erfasst werden. Im Zusammenhang mit Raumklimadaten (Temperatur, Helligkeit, CO2, Feuchtigkeit) könnten damit Raumnutzungsprofile und sogar ein Zusammenhang mit der Effektivität am jeweiligen Arbeitsplatz bestimmt werden, damit die Raumnutzung, der Geräteeinsatz und eventuell sogar die Arbeitsergebnisse optimiert werden.

Für Versicherungen ist das frühzeitige Erkennen und Einschreiten bei Feuer und Wasserleckage ein gutes Verkaufsargument und damit entscheidend zur Kundenbindung. Das Betreiben von Sanitäranlagen wird wesentlich erleichtert, wenn Sensoren den Füllzustand von Papier und Seife melden und der Benutzungsgrad der Toiletten mittels Türkontakt übermittelt wird. In Hotels und anderen Wohn- und Nutzräumen ist die Kombination von Fensterkontakten und Bewegungsmelder ideal zur Erhöhung von Schutz, Sicherheit und Energieeffizient:  Ein geschlossenes Fenster schützt den Raum vor schlechter Witterung, vermeidet unnötiges Heizen und verhindert Fehlalarme des durch Wind ausgelösten Bewegungsmelders. Nutzbringend ist auch die Kombination mit vorhandenen Wetterdaten im Internet.

Um komfortables und sicheres Wohnen in den eigenen vier Wänden auch im Alter zu ermöglichen, liefern Bewegungssensoren in Matratze, Sturz- und Präsenzmelder und flexibel positionierte Notruf- und Bedienknöpfe die dringend notwenigen Informationen. In Markthallen können solche Detektoren zur Bewegungsprofilbestimmung und zum nächtlichen Schutz zum Einsatz kommen. Klimasensoren in Gebäuden regeln orts- und nutzungsabhängig die Lüftung; Sensoren an Aufzügen, Lüftungsmotoren und Schädlingsfallen melden Wartungsbedarf.