Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Bitkom: Personal- und Kompetenzentwicklung im digitalen Wandel

Durch die Digitalisierung ändern sich auch die Anforderungen und die nötigen Qualifikationen von Arbeitnehmern. Im Rahmen eines geförderten Verbundprojekts veröffentlichte Bitkom daher einen Praxisleitfaden zur betrieblichen Qualifizierung.

Business Digitalisierung Bildquelle: © Alphaspirit Fotolia

Im Zuge der Digitalisierung unterstehen nicht nur Arbeitsgestaltung und -organisation einem grundlegenden Wandel, auch die Anforderungen und Inhalte der Qualifizierung von Arbeitnehmern ändern sich. Aus diesem Grund hat der Digitalverband Bitkom im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekts “Flexibilisierung durch dynamisches Personal- und Kompetenzmanagement für wissensintensive Dienstleistungen” einen neuen Praxisleitfaden veröffentlicht, der die Erfolgsfaktoren einer dynamischen Personal- und Kompetenzentwicklung aufzeigen soll. Als Grundlage diente eine Online-Umfrage, die 2016 unter Personalverantwortlichen und Beschäftigten durchgeführt wurde.

“Der Praxisleitfaden fasst die Projektergebnisse und Erkenntnisse kompakt zusammen und richtet sich an Personalverantwortliche, betriebliche Bildungsakteure sowie an die interessierte Fachöffentlichkeit. Er soll insbesondere Unternehmen eine Hilfestellung an die Hand geben, ihre Qualifizierungsaktivitäten im digitalen Wandel an die künftigen Anforderungen besser anzupassen”, erklärt Projektmanagerin Stefanie Brzoska. Ergänzend wurden mit Praxispartnern konkrete Maßnahmen entwickelt, die dabei helfen sollen, die Personal- und Kompetenzentwicklung in Unternehmen flexibler zu gestalten. Zudem können Firmen über ein Benchmarking-Tool ihr betriebliches Personal- und Kompetenzmanagement mit dem erfolgreicher Unternehmen vergleichen.

Für eine dynamische Personal- und Kompetenzentwicklung gibt der Leitfaden an Unternehmen folgende Tipps:

  1. Strategische Positionierung von Human Resources im Unternehmen: Betriebliches Kompetenzmanagement sollte im Unternehmen zur Chefsache werden und fester Bestandteil der Unternehmensstrategie sein.
  2. Regelmäßige Überprüfung des Qualifizierungsangebots: Das betriebliche Qualifizierungsangebot sollte regelmäßig anhand verfügbarer Mess- und Steuerungsinstrumente überprüft werden, um in dynamischen Unternehmensumfeldern Schritt halten zu können.
  3. Rechtzeitiges Einbinden aller Akteure: Neue Anforderungen an die Personalentwicklung sollten frühzeitig aufgegriffen und Beschäftigte, Fachabteilungen und Interessenvertretungen zu Partnern einer transparenten Personalentwicklungsstrategie gemacht werden.
  4. Auf eine sorgfältige Auswahl und ausgewogene Mischung unterschiedlicher Maßnahmen kommt es an: Best Practices anderer Unternehmen zur Kompetenzentwicklung in der Digitalisierung können als Inspiration dienen. Kooperationen bieten sich an. Konzepte sollten aber nicht bloß kopiert, sondern an die eigene Unternehmenskultur angepasst werden.
  5. Digitale Kompetenzen stärken: Digitalkompetenz wird in allen Branchen zunehmend zu einer Kernkompetenz. Um auf individuelle Lernbedarfe eingehen zu können, sollten digitale, bedarfsgerechte Lernangebote für den Kompetenzerwerb einbezogen werden.
  6. Veränderte Anforderungen an Führungskultur und -verhalten: Führungskräfte sollten in “digitaler Führung” und “Führen von virtuellen Teams” qualifiziert werden, um Beschäftigte im Digitalisierungsprozess zu begleiten, zu motivieren und etwaigen Ängsten entgegen wirken zu können.
  7. Systematik, Transparenz, Beratung und Bündelung: Bereits vorhandene Qualifikationen sollten systematisch erfasst werden, um Bedarfe zu identifizieren. Der Einsatz digitaler Tools erhöht die Flexibilität und Reaktionsgeschwindigkeit, um Qualifizierungslücken zu schließen. Angebote zur Qualifizierung sollten systematisch und transparent gebündelt werden.
  8. Eigenverantwortung fördern und Raum für neue Wege schaffen: Es gibt keinen “Masterplan” zur Gestaltung der digitalen Transformation. Der Weg führt vor allem über Experimente. Voraussetzung sind Vertrauen, Selbstbestimmung und Eigenmotivation. Um neue Wege zu gehen, sollten Freiräume geschaffen und der Transformationsprozess durch HR-Experten kompetent begleitet werden.