Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Digitales Parkraum-Management-System: Hamburg nimmt weiter Kurs auf die vernetzte Stadt

Deutsche Städte kämpfen mit Staus, Verkehrslärm und Luftbelastung. Hamburg steuert dem entgegen – mit einem digitalen Parkraum-Management-System. Bis zu 11.000 Sensoren lotsen Autofahrer in Zukunft über die App "Park and Joy" zu freien Parkplätzen.

Die Stadt Hamburg weiß künftig jederzeit über die Parksituation in der Innenstadt und den verschiedenen Bezirken Bescheid. Bildquelle: © T-Systems

Die Stadt Hamburg weiß künftig jederzeit über die Parksituation in der Innenstadt und den verschiedenen Bezirken Bescheid.

Für Anschauungsunterricht in puncto Smart City mussten Vertreter deutscher Städte lange weit reisen. Zum Beispiel ins spanische Santander, das seit einigen Jahren als intelligenteste Stadt Europas gilt. Am Atlantik wimmelt es nur so von Sensoren. Diese melden ständig, wie es um die Parkplatzsituation bestellt ist. Intelligente Mülltonnen kündigen an, wann sie geleert werden müssen. Und in den Parks messen Sensoren die Feuchtigkeit – und schalten den Rasensprenger an, wenn es zu trocken ist.

Vorbildliche Smart-City-Strukturen finden Interessenten inzwischen auch an der Elbe vor. Digital gut aufgestellt: Hamburg. Bei Studien, die deutsche Städte hinsichtlich ihrer Digitalisierung untersuchen, landet die Hansestadt regelmäßig auf den vorderen Plätzen. In der Rangliste der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC zu Mobilität und Digitalisierung der 25 bevölkerungsreichsten Städte Deutschlands ist Hamburg vor Stuttgart und Berlin der klare Sieger. Vor allem im Hafen der Elbmetropole wurden bereits zahlreiche Ideen erprobt. Hier unterhalten sich schon heute Lastwagen mit Ampeln, um den Verkehrsfluss zu verbessern. Straßenlaternen werden heller, sobald sich ein Fußgänger oder ein Auto nähert. Und schon 2018 sollen rund 100 fahrerlose Shuttle-Busse durch die Stadt rollen.

Ein Ssensor am Stellplatz überträgt per Funk, ob er frei oder belegt ist. Bildquelle: © T-Systems

Ein Sensor am Stellplatz überträgt per Funk, ob er frei oder belegt ist.

Intelligente Parklösung
Der neueste Coup im Norden: Um die Parkplatzsuche für genervte Autofahrer an der Elbe zu verkürzen, setzt Hamburg ab sofort auf die intelligente Parklösung „Park and Joy“ der Telekom-Tochter T-Systems. Die Stadt lässt in den kommenden drei Jahren von T-Systems bis zu 11.000 Parkplätze mit Sensoren ausrüsten, die über ein Schmalband-Mobilfunknetz (Narrowband Internet of Things) melden, welche Parkplätze frei oder belegt sind. Hamburg verwirklicht damit eigene Digitalisierungsziele und reduziert Staus, Verkehrslärm und Luftbelastungen. Das Ziel: für Bewohner, Beschäftigte und Touristen noch attraktiver werden. Die digital gesteuerte Auslastung der Parkplätze verringert zudem das Falschparken durch Autofahrer, die ihr Fahrzeug in Halteverbotszonen abstellen, weil sie keine reguläre Stellfläche finden. “Das digitale Parken mit seiner verkehrsbeeinflussenden Logik bringt uns in Hamburg viele Vorteile”, sagt Dr. Jörg Oltrogge, Geschäftsführer beim Landesbetrieb Verkehr (LBV) der Freien und Hansestadt Hamburg.