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Digital Workplace: Der Mensch im Mittelpunkt der Digitalisierung

Wenn es um Digitale Transformation geht, stehen meist Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle im Vordergrund. Der Mensch gerät oft aus dem Blickfeld. Im Interview mit TÜV Rheinland.

Mann spiegelt sich in Gebäude Bildquelle: © photodune-18796457/TÜV Rheinland

Wenn es um Digitale Transformation geht, stehen meist Technologien, Prozesse und Geschäftsmodelle im Vordergrund. Dass faktisch der Mensch der Motor des gesellschaftlichen Wandels ist und jedes Individuum selbst von der Digitalisierung betroffen, gerät oft aus dem Blickfeld. „Wir sollten die Digitale Transformation aktiv gestalten, auch und vor allem für und mit den Menschen“, meint Markus Dohm, Leiter des Geschäftsbereichs Academy & Lifecare bei TÜV Rheinland. Welche Kompetenzanforderungen der digitale Wandel für den Einzelnen mit sich bringt und warum Unternehmen – vom Chef bis zum Angestellten – umdenken müssen, erläutert der Experte für Bildung und betriebliche Gesundheit im Interview.

Markus Dohm, TÜV Rheinland Bildquelle: © TÜV Rheinland

Markus Dohm ist Leiter des Geschäftsbereichs Academy & Life Care bei TÜV Rheinland. Dieser Geschäftsbereich bündelt die Kompetenzen rund um den Menschen an seinem Arbeitsplatz und in seinem beruflichen Umfeld.

funkschau: Alle sprechen von Digitaler Transformation. Wie weit ist Deutschland?
Markus Dohm: Deutschland ist keine Insel. Digitalisierung betrifft jedes Unternehmen und jede Branche. Sie ändert alle Geschäftsmodelle – manche langsamer, manche schneller – und das bisweilen sogar radikal. Dabei gibt es auch hierzulande sehr viele gute Beispiele, wo Unternehmen darin eine Chance gesehen haben und bereits sehr erfolgreich unterwegs sind und neue Arbeitsplätze schaffen.

Trotzdem dominiert in Deutschland flächendeckend noch eher Zurückhaltung. Das spiegelt sich zum Beispiel in der eher schleppenden Arbeitsplatz-Modernisierung, aber auch in der Tatsache, dass zahlreiche Berufsbilder darauf warten, endlich vom 50er-Jahre-Muff befreit und der digitalen Realität angepasst zu werden. Auch unser Bildungswesen hat noch deutlichen Nachholbedarf in puncto digitale Strategien. Wir müssen uns allerdings klar machen, dass die Digitale Transformation zahlreiche traditionelle Arbeitsplätze bedroht und wir heute Strategien für ein erfolgreiches Morgen brauchen.

Das ZEW in Mannheim hat ermittelt, dass die Automatisierung Deutschland allein in der Produktion fünf Millionen Jobs kosten könnte. Experten schätzen, dass auch 50 Prozent aller Verwaltungstätigkeiten – vom Buchhalter bis hin zum Sachbearbeiter – ersetzt werden. Wir müssen dafür sorgen, dass auch diese Menschen in der Lage sind, mit der Entwicklung Schritt zu halten, anstatt von ihr überrollt zu werden.