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Online-Markenschutz: Fight The Fakes

Der Handel mit gefälschten Markenprodukten ist längst ein Milliardengeschäft geworden. Illegale Kopien gibt es zuhauf: Medikamente, Luxusgüter oder Autoteile. Ein aktueller Trend: Gefälschte Smartphones und Markenmissbrauch im App-Store. Gefragt sind jetzt vor allem die Hersteller.

Fake-Produkt Apfel Birne Bildquelle: © fs

Unternehmen müssen den Kampf aufnehmen und in die Online-Sicherheit ihrer Marken investieren, bevor es zu spät ist.

Die Verkaufszahlen von Smartphones steigen stetig. Kein Wunder, sind die mobilen Geräte doch heute unser ständiger Begleiter – wir nutzen sie, um per App Kleidung zu kaufen, Spiele zu zocken, uns mit Freunden auszutauschen und vieles mehr. Wurden im Jahr 2010 weltweit noch rund 300 Millionen Smartphones ausgeliefert, waren es im vergangenen Jahr bereits mehr als 1,4 Milliarden Geräte. Viele davon werden im Netz erstanden. Kaufinteressenten vergleichen bequem Angebote verschiedener Anbieter und suchen das für sie passende – und vermeintlich günstigste – Angebot heraus. Aber: Laut einer aktuellen Studie  von Mark Monitor haben vier von fünf Konsumenten Angst, im Netz unwissentlich gefälschte Produkte zu kaufen. Und: Fast drei Viertel (71 Prozent) derjenigen, die schon einmal unwissentlich eine Fälschung im Netz erworben haben, hatten danach einen schlechteren Eindruck von der Marke. Zwölf Prozent davon würden sogar nie wieder ein Produkt des Original-Herstellers kaufen. Ein eindeutiges Signal: Unternehmen dürfen nicht in Passivität verfallen. Doch sie riskieren nicht nur Umsatzeinbußen und die Reputation. Es steht weit mehr auf dem Spiel.

Dem deutschen Zoll gingen laut aktuellen Spiegel-Informationen allein 2016 gefälschte Waren im Wert von 180 Millionen Euro ins Netz. Doch der Schaden von gefälschten Produkten begrenzt sich nicht auf wirtschaftliche Aspekte. Denn was den meisten nicht bewusst ist: Fälschungen gefährden in vielen Fällen die Gesundheit der Verbraucher und können oft sogar lebensgefährlich sein. Schlechte Verarbeitung, minderwertiges Material und fehlende Sicherheitstests machen billige Haushaltsgeräte und Elektroartikel zur tickenden Zeitbombe. Von der Beeinträchtigung der Dienstgüte mobiler TK-Dienste und damit der Nutzererfahrung der Verbraucher und Unternehmen ganz zu schweigen. Die Imitate weisen zudem häufig größere Mängel in der Qualität und beim Datenschutz auf.

Achtung App
Ein Grund für die rasante Zunahme des Online-Markenmissbrauchs sind die gestiegenen technischen Möglichkeiten. Die zunehmende Verbreitung von Online-Handel, Social Media und Smartphones eröffnet nicht nur Unternehmen vielfältige neue Möglichkeiten, um Kunden anzusprechen. Auch Cyberkriminelle wittern ihre Chance. Denn statt an der Straßenecke können sie den Verkauf gefälschter Waren heute in ganz anderen Dimensionen aufziehen: global und digital. So können Markenpiraten sehr einfach und kostengünstig eigene Webshops einrichten oder ihre Waren auf den zahlreichen Online-Plattformen anbieten.

Der neueste Trend unter den Produktpiraten: Sie designen eine App, die das Branding einer bekannten Marke trägt und locken Konsumenten so in ihre betrügerischen Webshops. Diese Form des Markenmissbrauchs ist bereits seit einigen Jahren weit verbreitet. Unternehmen können sich schützen und die Kontrolle über ihre wichtigsten Assets, die eigenen Marken, bewahren, indem sie einige Tipps befolgen (siehe auch Teil II).