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Made in Germany: "Wir brauchen kein zweites Silicon Valley"

Die deutsche Industrie hat mit ihrer Technologiekompetenz einerseits eine internationale Vorreiterrolle, muss sich auf der anderen Seite jedoch neuen Herausforderungen im Markt stellen. funkschau im Interview mit Werner Rieche von der Software AG.

Werner Rieche, Software AG Bildquelle: © Software AG

Werner Rieche, Geschäftsführer Software AG Deutschland: "Heutzutage kann die Softwarebranche nicht mehr losgelöst sein von den Branchen, die sie bedient."

funkschau: Die Software AG gehört zu den global agierenden Key Playern für Softwarelösungen und damit verbundenen Dienstleistungen für Unternehmen. Was verstehen Sie unter dem Begriff „Made in Germany“?
Werner Rieche: Seit vielen Jahren erreicht Deutschland mit „Qualität made in Germany“ Spitzenpositionen in der Rangliste der größten Exportnationen, obwohl es im Vergleich zu Mitstreitern wie den USA oder China relativ klein ist. Ein solches Maß an Durchsetzungskraft im internationalen Wettbewerb kann man nur mit absolut hochwertigen Produkten erreichen. Diesem Qualitätsstandard fühlen wir uns als deutsches Software-Unternehmen verpflichtet, denn nur wenn wir diesen hohen Anspruch bei uns selbst ansetzen, können wir erfolgreiche Lösungen liefern. Die Software-Ingenieurskunst, die wir anbieten, wird von unseren Kunden hoch geschätzt – nicht nur in Deutschland und Europa, sondern weltweit.

funkschau: Neue Geschäftsmodelle wie „X by Design” oder „X as a Service”, aber auch Treiber wie Industrie 4.0, Business Intelligence oder die Cloud erzeugen neue Interaktionsflächen. Welchen Stellenwert hat das Gütesiegel in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung Ihrer Meinung nach noch?
Rieche: Das Label „Made in Germany“ besteht seit über hundert Jahren und hat somit bereits viele disruptive Trends und Produktinnovationen miterlebt. Es signalisiert Vertrauenswürdigkeit und Verlässlichkeit – und das über die gesamte Bandbreite an Branchen und Waren hinweg. Gerade in Zeiten der Digitalisierung, die vielerorts für Unsicherheit sorgt, ist diese Strahlkraft sehr wichtig. Für viele Unternehmen bedeutet die Digitalisierung, dass sie eine Strategie für das Ungewisse entwickeln müssen. Es gilt, agil und flexibel zu bleiben, denn wer die neuesten Trends verpasst, verliert schnell den Anschluss. Die Schockwellen der Digitalisierung erschüttern mittlerweile sämtliche Unternehmen und die gesamte Weltwirtschaft – wir müssen das sehr ernst nehmen. Die Hälfte der Fortune-500-Unternehmen aus dem Jahr 2000 ist bereits verschwunden. Das ist digitaler Darwinismus, und wir befinden uns in seinem Sog. Bis 2025 wird sich die Industrie- und Fertigungslandschaft massiv verändern. Durch Digitalisierung können „traditionelle“ Unternehmen ihr Überleben jedoch sichern. Deshalb müssen sie handeln, und zwar sofort.

In diesen Zeiten, in denen die Zukunft ungewiss ist, zählt ein Qualitätssiegel, auf das man sich verlassen kann, besonders stark. Der Bedarf nach hochwertigen Produkten und Dienstleistungen wird immer vorhanden sein – und dafür steht „Made in Germany“.