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Studie von Veritas Technologies: Unternehmen fühlen sich schlecht auf DSGVO vorbereitet

Eine weltweit durchgeführte Umfrage von Veritas kommt zu einem beunruhigenden Ergebnis für deutsche Unternehmen: Fast die Hälfte sieht sich nicht gerüstet für die EU-Datenschutzgrundverordnung, die im Mai 2018 in Kraft tritt. Das ist der schlechteste Wert in der EMEA-Region.

Die EU-Datengesetzgrundverordnung (DSGVO) tritt im Mai 2018 in Kraft. Bildquelle: © fotolia

Zweck der DSGVO ist es, die Datenschutz-, Aufbewahrungs- und Governance-Gesetzgebung innerhalb der Europäischen Union zu vereinheitlichen. Besonders bei personenbezogenen Daten muss transparent sein, wo Unternehmen diese speichern und wer sie auf welche Weise verarbeitet. Die DSGVO, die am 25. Mai 2018 rechtswirksam wird, gilt nicht nur innerhalb der EU, sondern für alle Organisationen, die Daten von EU-Bürgern speichern. Dies betrifft jegliche Unternehmen, die Produkte und Services in der EU anbieten oder das Kundenverhalten beobachten, wie zum Beispiel bei Online-Käufen. Die Studie bestätigt, dass nicht weniger als 47 Prozent weltweit große Zweifel daran hegen, die Deadline einhalten zu können.

Für den Veritas 2017 GDPR Report wurden Anfang dieses Jahres 900 Führungskräfte in Europa, Asien und den USA befragt. Sollten die Befragten tatsächlich hohe Strafen zahlen müssen, so befürchten 21 Prozent global und in Deutschland, Stellen abbauen zu müssen. 18 Prozent sehen gar die Gefahr, in diesem Fall sogar vom Markt zu verschwinden.

Wenn es öffentlich wird, dass Ihr Unternehmen die DSGVO nicht einhält – was ist Ihre größte Sorge? Bildquelle: © Veritas Technologies

Fragestellung: Wenn es öffentlich wird, dass Ihr Unternehmen die DSGVO nicht einhält – was ist Ihre größte Sorge?

Auch die Außenwirkung bereitet Unternehmen Kopfzerbrechen. Das gilt vor allem für den Fall, wenn ein Compliance-Verstoß aufgrund der Verpflichtung, Datenlecks zu melden, an die Öffentlichkeit gelangt. 19 Prozent der Befragten gehen davon aus, dass negative Berichte in Medien oder sozialen Netzwerken Kunden veranlassen könnten, zur Konkurrenz zu wechseln. In Deutschland fürchten sich sogar 24 Prozent vor schlechter Presse – der globale Spitzenwert. Weitere zwölf Prozent erwarten den Wertverfall der Unternehmensmarke (Deutschland: 15 Prozent).

Mangel an Technologie hemmt DSGVO-Compliance
Viele Unternehmen scheitern schon am ersten Schritt in Richtung DSGVO-Compliance: am Wissen, wo Daten lagern, was sie enthalten und inwieweit sie relevant sind.

Den Organisationen fehlt die richtige Technologie, um Compliance-Regulierungen umzusetzen. Fast ein Drittel (32%) der Befragten gaben an, dass ihr Unternehmen keine Technologie besitzt, mit der es Daten effektiv verwalten könnte. Das beeinträchtigt wiederum die Fähigkeit von Unternehmen, Daten effektiv zu suchen, zu finden und zu prüfen – essenzielle Kriterien für die Einhaltung der DSGVO.

Zusätzlich befürchten 39 Prozent, dass ihr Unternehmen Daten nicht treffsicher identifizieren und in der IT-Landschaft lokalisieren kann. Die Richtlinie schreibt aber Unternehmen vor, personenbezogene Daten auf Anfrage innerhalb einer sehr kurzen Frist zu lokalisieren und dem Antragsteller innerhalb von 30 Tagen eine Kopie seiner Daten zur Verfügung zu stellen oder diese, falls gewünscht, zu löschen.

Eine weitere große Sorge betrifft die Vorratsspeicherung von Daten. 42 Prozent der befragten Unternehmen weltweit gaben an, keinen Prozess zu haben, nach dem Daten klassifiziert werden. Dies ist aber notwendig, um zu entscheiden, ob Daten gespeichert oder gelöscht werden müssen. Laut DSGVO haben Unternehmen das Recht, Daten zu behalten – allerdings nur, wenn die betroffene Person über die Gründe informiert wurde. Die Informationen müssen jedoch sofort gelöscht werden, sobald ihr Zweck erfüllt ist.