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VoIP-Sprachqualität: Der Fehler steckt nicht immer im Netz

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Endgerät und Softphone: Weitere Einflussfaktoren

Bernd Büttner, Director Strategic Marketing bei Bintec Elmeg Bildquelle: © Bintec Elmeg

„Einbußen bei der Sprach-qualität werden kritischer eingestuft als beispielsweise eine zeitweise reduzierte Bandbreite.“Bernd Büttner, Director Strategic Marketing bei Bintec Elmeg

Aber nicht nur die eigenen Netzkomponenten können einen entscheidenden Einfluss auf die Telefonie haben. Auch die Endgeräte selbst spielen eine wichtige Rolle. Dedizierte IP-Telefone wurden für die Übertragung von Sprachdaten im entsprechenden Netz optimiert, können daher im Zweifelsfall die beste Qualität bieten. Zwar lassen sich auch ISDN-Geräte über Adapter weiter nutzen, das kann allerdings zu Lasten der Telefonie gehen. Kommen hingegen Softphones zum Einsatz, ist der PC eine potenzielle Fehlerquelle. Je mehr Prozesse im Hintergrund laufen, umso weniger Leistung steht für die Telefonie zur Verfügung. Verschiedene Faktoren können sich summieren und die Latenz der Sprachübertragung deutlich erhöhen.

Es muss also nicht von vorherein die IP-Leitung an sich sein, die für schlechte Sprachqualität sorgt. Es gibt viele Komponenten in den Unternehmen selbst, die sich auf die Telefonie auswirken. Kommt es daher zu Qualitätseinbußen, sollte auch die eigene Infrastruktur, bis hin zum Telefon, in den Fokus rücken. „Bei Unternehmen, die eine eigene IT-Abteilung im Hause haben und diese in der Verantwortung für den Betrieb der VoIP-Infrastruktur steht, sollte eine gezielte Analyse durchgeführt werden, um das Problem einzugrenzen“, rät Büttner. „Alternativ kann man einen externen Partner beauftragen, der auf solche Art von Analysen spezialisiert ist und einen Analysebericht einfordern.“ In jedem Fall sollten Handlungsempfehlungen als Ergebnis dokumentiert werden, mit einer Empfehlung, wie sich die Anpassung positiv auswirken.

Vollständige Analyse
Büttner rät aber schon vor dem Ernstfall dazu, erste Schritte zu ergreifen und die eigene Infrastruktur einer genauen Kontrolle zu unterziehen – auch wenn das nur eingeschränkt möglich sein könnte. „Für eine optimale Qualität wäre es hilfreich, über die Eigenschaften sämtlich möglicher Kommunikationsbeziehungen im Vorfeld informiert zu sein“, so der Experte. „Also wer telefoniert mit wem und womit.“ Das entspreche allerdings nicht der Realität. Dennoch könne man, so Büttner, alle Verbindungswege, die bekannt und im Zugriff sind, optimal konzipieren und einrichten. „Für alle anderen sollte man versuchen, die bestmöglichen Verfahren anzuwenden und entsprechende Rückfalloptionen für qualitativ weniger hochwertige Verbindungen mit vorsehen“, so der Bintec Elmeg-Manager. Letztlich gehe es primär darum, dass eine Verbindung zustande komme, auch wenn einmal nicht HD-Voice übertragen werden kann.