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Nachbericht IT-meets-Press@CeBIT 2017: Zwischen Modernisierungs-Motor der Industrie und Bullshit-Bingo

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Lösungen aus dem Rohstoff IT

Einig war sich die Runde, dass Digitalisierung sich nicht an einzelnen Merkmalen oder „Features“ festmachen lässt, sondern in der Regel eine Kombination aus Produkten und Services darstellt. Oder wie es Eckhard Schwarzer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Datev, auf den Punkt brachte: „Früher haben wir Softwareprodukte für einzelne kaufmännische Prozesse angeboten, heute verkaufen wir Lösungen, in denen der Rohstoff IT ein zentraler Bestandteil ist.“ Er wies zudem darauf hin, dass die Anbieter bei allen Möglichkeiten, die die Digitalisierung eröffne, die große Mehrzahl der Unternehmen – die KMU – nicht vergessen dürfe. „Die können mit den IT-Branche üblichen Schlagworten oft nicht viel anfangen und müssen in ihrer Erlebniswirklichkeit abgeholt werden“, so Schwarzer.

Zu den charakteristischen Entwicklungen der Digitalisierung gehört zum einen die wachsende Bedeutung der Datenbestände und deren Analyse. Die Analytics-Branche leistet hier einen erheblichen Beitrag, indem sie den Zugang zu Datenquellen aller Art vereinfacht und das Hantieren mit Daten erleichtert. In diesem Zusammenhang sprach Lars Milde, Marketing Manager von Tableau Software, vom anbrechenden Zeitalter der Datendemokratie: „Unternehmen sind schon gut im Datensammeln, aber es wird noch in abteilungsspezifischen Silos gehortet. Zukünftig muss die Weiterverteilung der Daten an die Anwender im Vordergrund stehen, um Mehrwerte aus den Datenschätzen zu erzielen und hier neue Geschäftschancen zu eröffnen.“

In einem Atemzug mit der Digitalisierung wird meist auch die Cloud als zentrale Basistechnologie genannt. Süleyman Karaman, Geschäftsführer bei Colt Technology Services, lenkte dabei den Blick auf Fortschritte im Bereich Netzwerke, über die die Daten vom Kunden in die Rechenzentren und zurück transportiert werden. Gewünscht wird hierbei immer mehr Flexibilität, und dem kommen die neuesten Entwicklung bei den Software Defined Networks entgegen. „Die Anwender wünschen bei Cloud-Diensten heute mehr Freiheit in Sachen Datentransfer und Speichermengen. Die Netze müssen am Bedarf orientiert skalierbar sein, im Vordergrund steht das Prinzip Pay-per-Use.“

Allgegenwärtige Analytics – und neue Sicherheitsrisiken
Schwenkt man den Blick einmal auf konkrete Anwendungsmöglichkeiten im Geschäftsalltag, so finden sich vor allem im Bereich ortsbasierender Dienste und intelligenter POS-Lösungen spannende Zukunftsszenarien. Fujitsu-Geschäftsführer Dr. Rolf Werner nannte hier als Projektbeispiel seines Unternehmens die Kundenstromanalyse bei einer Kaufhauskette. Möglich werden solche Modelle der Kundeninteraktion durch die hohe Durchdringung mit Mobilgeräten, so Werner: „Ladenbetreiber können mittels Indoor Analytics das Bewegungsverhalten der Kunden analysieren und die Erkenntnisse nutzen, um Waren besser zu platzieren und mit gezielter Werbung Cross-Selling forcieren.“

Wenn im Zuge der Digitalisierung die Datenmengen stetig wachsen und in der Cloud permanent zwischen weit entfernten Orten bewegt werden, stellen sich zwangsläufig auch immer Sicherheitsfragen. Als eher überraschender Anbieter positioniert sich hier seit einiger Zeit der Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus mit seinen Geschäftsbereich Cyber-Security. Geschäftsführer Michael Gerhards erklärte in der Runde, dass insbesondere Industrie 4.0 und das Internet der Dinge neue Gefährdungsszenarien eröffnen: „Indem Unternehmen ihre Fertigungsanlagen immer stärker vernetzen, steigen auch die Risiken für Attacken. Mögliche Folgen sind nicht nur Produktionsausfälle, sondern auch Datendiebstahl durch Spionage.“ Zu den Besonderheiten dieses Umfelds zählen lange Lebenszyklen der Anlagen, aber auch die Integration historischer Anlagen.