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Soft-PBX-Anbieter Swyx: "Mit klassischer Telefonie punktet man hier nicht"

Soft-PBX- und UC-Anbieter Swyx konnte in den vergangenen Jahren schnell wachsen. CEO Ralf Ebbinghaus macht das besonders an einem zunehmenden IT-Schwerpunkt der Kommunikationswelt fest. Jetzt plant das Dortmunder Unternehmen seine nächsten Schritte – für die es auch neue Vertriebspartner benötigt.

Ralf Ebbinghaus, Swyx Bildquelle: © Swyx

Ralf Ebbinghaus, CEO von Swyx

Nichts sei sexyer als Wachstum, sagt Ralf Ebbinghaus im funkschau-Interview. Geht man nach der Prämisse des Swyx-CEOs, hat der Dortmunder Soft-PBX- und UC-Anbieter Grund zur Freude. Immerhin konnte das Unternehmen seine Umsätze 2015 um 40 Prozent steigern. Die Zahlen des vergangenen Jahres wurden noch nicht veröffentlicht, dass die Dortmunder zuletzt 50 neue Mitarbeiter eingestellt haben, ist jedoch ein Indiz dafür, dass der Erfolg weiter anhält. „Wir hatten das richtige Produkt zur richtigen Zeit“, erklärt Ebbinghaus. 

Das richtige Produkt war eine IP-Lösung auf Softwarebasis, bei deren Vertrieb die All-IP-Umstellung und das  damit einhergehende Ende von ISDN Swyx in die Karten gespielt haben. Letztlich steigert aber nicht nur die Netzmigration, sondern auch ihre Auswirkung auf die Unternehmenskommunikation das Interesse an entsprechenden Lösungen aus dem Markt. Denn laut Ebbinghaus wechsle die Kommunikationstechnologie heutzutage oftmals den Kompetenzbereich, würde mittlerweile in vielen Fällen von der IT betreut. „Mit klassischer Telefonie punktet man hier nicht“, so der CEO. Es würden bei den Kunden zusehends neue Funktionen im Fokus stehen, beispielsweise Workflow- und Prozess-Optimierung, Instant Messaging und auch die lange Zeit unterrepräsentierte Videokommunikation soll an Fahrt gewinnen. Darüber hinaus blickt der Swyx-CEO dem Eintritt der Generation Y in die Arbeitswelt entgegen, die Themen wie Mobile, Cloud und Apps nochmals vorantreiben soll.

Public Cloud entwickelt sich langsam
Trotz des zunehmenden Interesses an Unified Communications-Lösungen soll Deutschland bei der Entwicklung hin zu neuen Kommunikationskanälen anderen Ländern aber noch hinterher sein. Großbritannien oder die Niederlande seien laut verschiedener Marktexperten Beispiele für eine deutlich stärkere Verbreitung von IP-Kommunikation, Unified Communications, aber auch der Bereitstellung aus der Public Cloud. „Hierzulande sind andere Spielarten erfolgreicher, beispielsweise ist die Private Cloud weiter verbreitet als im Ausland“, sagt Ebbinghaus. Das Interesse an der Public Cloud steige hingegen noch auf kleinem Niveau, es nehme jedoch zu. „Wir möchten Kunden gewinnen, da spielt das Bereitstellungsmodell allerdings keine Rolle“, so der Swyx-CEO. Ganz unerheblich ist es aber nicht, immerhin will Ebbinghaus allem voran die eigene Cloud-Plattform ausbauen, die aktuell noch rund 15 Prozent des Geschäftes ausmacht. Prinzipiell kann Swyx aber verschiedene Bereitstellungsmodelle wie On-Premise, Hosted und eben die Public Cloud mit Partnern wie dem DMRZ abdecken.