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Ära Atos: Unify will nach Umbau wieder angreifen

Namensänderung, Stellenstreichungen, Übernahme – Unify hat eine tiefgreifende Neustrukturierung hinter sich, die nicht zuletzt für einige Unsicherheit bei Kunden und in der Branche gesorgt hat. Jetzt sieht sich der Kommunikationsanbieter aber gerüstet. um neuen Herausforderungen entgegenzutreten.

Klaus Stöckert Unify Bildquelle: © Unify

Klaus Stöckert, Geschäftsführer bei Unify Deutschland

Unify hat bewegte Zeiten hinter sich. Der Kommunikationsanbieter durchlief in den vergangenen Jahren verschiedene Transformationsprozesse, die eines der namhaftesten Unternehmen der Branche spürbar wandelten: der Abschied von Siemens Enterprise Communications im Jahr 2013 und damit der Schlussstrich unter der Siemens-Vergangenheit, der Wandel vom Hardware- zum Service- und Software-Anbieter sowie letztlich die Übernahme durch den französischen IT-Dienstleister Atos Ende 2015.

Die stetige Neustrukturierung sowie das zunehmend schwierige Marktumfeld gingen auch an der Größe des Unternehmens nicht spurlos vorbei. Aktuelle Zahlen hat Unify nicht veröffentlicht, 2014 kündigte der TK-Anbieter aber den Abbau von 3.800 der zu diesem Zeitpunkt 7.700 Stellen an. Ein Umbau, der derzeit noch nicht beendet ist. Im Zuge der Übernahme durch Atos und der damit einhergehenden Integration sollen einige doppelt vorhandene Strukturen wegfallen, wie der deutsche Unify-Geschäftsführer Klaus Stöckert erklärt. Vom Rotstift blieb zuvor auch die Führungsspitze nicht verschont. Anfang vergangenen Jahres hatte CEO Dean Douglas seinen Posten geräumt, auf ihn folgte der ehemalige Channel Vice President Jon Pritchard.

Kaum langfristige Sicherheit

Der Umzug des Unify-Hauptsitzes innerhalb Münchens war der aktuell letzte Punkt auf der Agenda, mit der die Karten des Unternehmens neu gemischt wurden. „Die letzten Jahre hat uns die Transformation stark beschäftigt“, bestätigt Stöckert im Gespräch mit funkschau. In dieser Phase war man nicht optimal aufgestellt, um Kunden und Partnern langfristige Sicherheit zu bieten, so der Geschäftsführer auf die Frage, ob der lange Transformationsprozess Unsicherheit im Markt zur Folge gehabt hätte.
Das soll sich jetzt geändert haben: „Wir sind sehr froh, dass wir zu Atos gehören“, erklärt Stöckert. Immerhin könne Unify mit der Unterstützung des neuen Shareholders ein komplettes Digitalisierungs-Portfolio anbieten, während der Hersteller weiterhin als eigenständige Marke agiere. Atos deckt viele  Bereiche der Branche und damit der Digitalen Transformation ab, hat sich unter anderem als IT-Partner der Olympischen Spiele eine beachtliche Reputation aufgebaut. „Wir können besonders vom Service-Know-how von Atos profitieren“, sagt Stöckert.