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funkschau-Interview: Snom: "Telefone lassen sich in den digitalen Arbeitsplatz integrieren"

Im Interview mit funkschau erkärt Mark Wiegleb von Snom, warum das Telefon nach wie vor ein wichtiges Arbeiswerkzeug ist und wie es sich in den Digital Workplace fügen kann. Für ihn steht fest: "Einfach ein Android Telefon auf den Schreibtisch zu stellen, ist sicherlich der falsche Ansatz."

Mark Wiegleb Snom Bildquelle: © Snom

Mark Wiegleb, Head of Interop bei Snom

funkschau: Die klassische Telefonie bekommt immer mehr Konkurrenz durch neue Kommunikationskanäle, gleichzeitig entwickelt sich das Telefon zur multifunktionalen Schaltzentrale. Wo sehen Sie für die Zukunft die Aufgaben des Telefons im Unternehmensumfeld? Besonders in Hinblick auf den digitalen Arbeitsplatz?

Mark Wiegleb: Das Tischtelefon wurde schon so oft für obsolet erklärt. Die Wahrheit ist aber, dass wir weiterhin erfolgreich unsere Produkte verkaufen und dadurch wachsen können. Arbeitsplätze ändern sich und der klassische Arbeitsplatz mit PC und Telefon ist nicht mehr in jeder Branche und Firma zeitgemäß. In vielen Fällen ist Mobilität gefragt. Jedoch lässt sich auch das Tischtelefon durchaus in den digitalen Arbeitsplatz integrieren. Stichworte hier sind die Anbindung an unternehmensinterne Applikationen wie beispielsweise CRM, Email-Client oder ERP, aber auch Remote Call Control, dabei wird das Telefon als Audio-Endgerät gesteuert über einen Telefonie-Applikation auf dem PC.

funkschau: Ist in Zukunft eine lückenlose Kommunikation zwischen Telefon und UC-Anwendungen, aber auch Consumer-Diensten wie beispielsweise Whatsapp abzusehen?

Wiegleb: Wir werden sicherlich keine Chatfunktion auf einem Tischtelefon sehen, da das Telefon nicht das richtige Endgerät für diese Anwendung ist. Das Tischtelefon ist ein spezialisiertes Endgerät (ähnlich einem E-Book-Reader) für genau eine Aufgabe: Telefonie, daher die Sprachübertragung in bestmöglicher Audioqualität. Etwas, das selbst die teuersten Smartphones nicht zu leisten in der Lage sind. Dennoch wird es in Zukunft mehr und mehr darauf ankommen, das Telefon mit den verschiedenen Diensten zu verknüpfen, um ein wirkliches Unified Communications-Erlebnis zu ermöglichen.

funkschau: Sehen Sie noch etwaige Bereiche, in denen das Desktop-Telefon seinen Funktionsumfang erweitern wird? Entwickelt es sich auf lange Frist zu einem stationären Smartphone mit Touchscreen und Apps?

Wiegleb: Das Tischtelefon ist in erster Linie ein Arbeitsgerät. Und zwar für Personen, die viel telefonieren und sich hauptsächlich an ihrem Arbeitsplatz aufhalten. Für diese Anwender sind eine einfache Bedienung und eine sehr gute Sprachqualität entscheidend. Touchscreens sehen gut aus, sind jedoch physikalischen Funktionstasten unterlegen, wenn es darum geht, sehr viele Gespräche zu initiieren, entgegenzunehmen und zu anderen Nebenstellen zu transferieren. Apps können sinnvoll sein, wenn Sie unternehmensrelevant sind und die Arbeit eines Mitarbeiters erleichtern und so seine Produktivität steigern. Einfach ein Android Telefon mit Google Play Store auf den Schreibtisch zu stellen, ist hier sicherlich der falsche Ansatz.