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Cocus vereinfacht Instant Messaging: Konkurrenz für WhatsApp & Co

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Der neue RCS-Ansatz im Überblick

Mit der neuen Lösung von Cocus wird das System jetzt attraktiver für die Provider. Zum einen werde der Aufwand für die Telkos reduziert, zum anderen die Abhängigkeit zu Komponenten-Ausstattern wie Huawei und Ericsson, heißt es. Die Kosten für die Implementierung und den Betrieb sinken laut CEO Oliver Hüttig um ein Vielfaches. Beispielsweise ließen sich die betrieblichen Kosten für registrierte Kunden um bis zu 90 Prozent reduzieren.

“Der größte Vorteil des Verfahrens ist, dass nicht jeder Betreiber seinen eigenen IMS-bezogenen Service aufbauen muss”, erklärt Hüttig. Stattdessen gibt es einen zentralen RCS-Service, an den sich jeder Provider anbinden kann. “Dieser zentrale RCS-Service wird dann mit dem Google Jibe RCS HUB verbunden, um die Kommunikation mit anderen Usern zu ermöglichen, die Kunden bei einem anderen Netzbetreiber sind”, so Hüttig weiter. Voraussetzung ist, dass sich der Netzbetreiber des Kunden bereits ebenfalls an den HUB angebunden hat. So kann dann zum Beispiel ein Vodafone-Kunde mit einem Telekom-Kunden kommunizieren.

Oliver Hüttig, Cocus Bildquelle: © Cocus

Oliver Hüttig, CEO bei Cocus

Bislang muss jeder Telekommunikationsanbieter bei jedem Provider eine eigene Lösung aufbauen, die auf IMS (IP Multimedia Subsystem) basiert. Das hat zur Folge, dass sich alle Unternehmen untereinander verbinden müssen. Mit der neuen Lösung reicht die Anbindung an die zentrale Anlaufstelle beim Telekommunikationsanbieter. “Die Telkos haben somit die Chance, bei der nächsten Generation von Nachrichten-Diensten wieder eine führende Rolle einzunehmen”, sagt Hüttig. „Durch die Kooperation mit Google erhalten sie Zugang zu bis zu 1,4 Milliarden Android-Usern. Und mit unserer Lösung reduzieren sie den Aufwand und die Kosten so, dass sich dieser Schritt gleich mehrfach für sie rentiert.”

Wie immer dürfte sich der normale Endanwender wenig für die Technik hinter den Diensten interessieren. Wenn er allerdings demnächst einen Service nutzen kann, der ihm mehr Vorteile bietet als WhatsApp & Co, könnten sich die Marktanteile ein weiteres Mal verschieben. Mitentscheidend wird sein, welchen Preis der Kunde am Ende dafür zahlen muss. Durch die nun mögliche Kostenreduzierung für die Telkos haben diese nun die Möglichkeit, den Kunden wieder auf ihre Seite zu holen. 

Autor: Tillmann Braun, Fachjournalist mit Sitz in Stuttgart