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CeBIT 2016 Fazit: Orientierung im Dschungel der Digitalisierung

Positives Fazit der CeBIT-Veranstalter - die Messe hat ihr neues Profil als Business- und vor allem Digitalisierungs-Plattform geschärft. Zahlreiche Praxisbeispiele und Lösungen standen im Mittelpunkt – die der deutsche Mittelstand jetzt allerdings noch in die eigenen Prozesse integrieren muss.

CeBIT - Eingang West Bildquelle: © Deutsche Messe AG

Die CeBIT 2016 ging mit starken Zahlen zu Ende - allerdings anderen, als noch in den vergangenen Jahren. Immerhin will sich die Digitalisierungs-Messe in Hannover nicht mehr über die Teilnehmerzahl definieren, die dieses Jahr mit mehr als 200.000 Besuchern ungefähr auf Vorjahresniveau lag. Stattdessen rücken die Veranstalter auch im Nachgang der CeBIT neue Werte in den Vordergrund. Mehr als fünf Millionen Geschäftsgespräche hätten während der fünf Tage stattgefunden, 100.000 Unternehmen sollen Mitarbeiter nach Hannover geschickt haben, worunter wiederum 2.000 CIOs waren. 30 Prozent der Besucher kamen mit konkreten Investitionsabsichten, und die Aussteller präsentierten mehr als 500 Showcases aus dem Bereich der Digitalisierung. "Mit ihrem Verlauf hat die CeBIT ihre Position als weltweit wichtigste Plattform für die Digitalisierung von Wirtschaft und Gesellschaft untermauert", zieht Oliver Frese, Vorstand der Deutschen Messe AG, ein positives Fazit. Man habe die digitale Transformation in einzigartiger Weise erlebbar gemacht. Besonders im Vordergrund stand das Internet der Dinge mit all seinen Facetten. Aber auch Themen wie etwa Biohacking, Robotik, Virtual Reality oder Drohnen fanden ihren Weg auf die CeBIT.  

Die Pläne der Veranstalter sind aufgegangen. Die Leitmesse in Hannover hat sich von der ehemaligen Computer- zur Leistungsschau der Digitalen Transformation entwickelt, wie Frese schon im Vorfeld der Messe versprach. Gleichzeitig soll gerade im vor zwei Jahren geschaffenen Business-Umfeld der wirtschaftliche Fokus nicht zu kurz kommen. "Die CeBIT ist nach wie vor der Marktplatz, um im Bereich Unternehmenskunden, im ICT-Feld, Geschäfte nicht nur anzubahnen, sondern auch Verträge abzuschließen", erklärt Telekom-Unternehmenssprecher Rainer Knirsch. Auch andere Aussteller bestätigten gegenüber funkschau, dass sie im Rahmen der Messe zahlreiche Geschäfte abgeschlossen oder entsprechende Gespräche geführt hätten.

Frau mit VR-Brille Bildquelle: © funkschau

Digitalisierung auf der Agenda

Allerdings bleibt die CeBIT der Wirtschaft in Sachen Digitalisierung derzeit noch eine gehörige Nasenlänge voraus. Während in den Hallen in Hannover die Weinberge schon vernetzt und die Städte smart sind, zeigt sich der deutsche Mittelstand eher zurückhaltend. "Insbesondere mittelständische Unternehmen gehen den digitalen Wandel häufig noch zu verhalten an - teils weil sie angesichts voller Auftragsbücher keinen Anlass zur Anpassung ihres Geschäftsmodells sehen, teils weil das notwendige Know-how fehlt", erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Eine Befragung des Branchenverbandes hätte gezeigt, dass 37 Prozent der Unternehmen mit 20 bis 50 Mitarbeitern über keine Digitalstrategie verfügen würden.

Bei den Unternehmen ab 500 Mitarbeitern sollen es hingegen nur elf Prozent sein. Die CeBIT mit ihrem starken Praxisfokus und ihrer Lösungszentrierung könnte gerade unentschlossenen ITK-Entscheidern und Geschäftsführern in den kommenden Jahren Orientierung geben, was schon jetzt mit Cloud-Diensten, M2M-Strukturen oder UCC-Arbeitsplätzen möglich ist. "Wer nicht abgehängt werden will, muss digital denken und handeln - selbst wenn das bedeutet, das eigene Geschäftsmodell komplett umzukrempeln. Auch Mittelständler müssen diese disruptive Mentalität verinnerlichen und den Wandel anpacken", so Rohleder. Ob die 2016 präsentierten Lösungen in den kommenden Monaten auf breiter Basis und eins zu eins ihren Weg in die deutschen Unternehmen finden, ist eher fraglich. Doch mit ihrer internationalen Anziehungskraft sorgt die CeBIT für die Aufmerksamkeit, die es benötigt, um die Digitale Transformation und ihre Möglichkeiten aus der ITK-Branche in die vertikalen Märkte zu tragen. "Mit der CeBIT 2016 ist die Digitalisierung auf Platz eins der Agenda von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft angekommen", so Oliver Frese.

Im folgenden präsentieren wir Ihnen die wichtigsten Trends und Entwicklungen der CeBIT 2016.