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Sicherheit im Internet-of-Things: Wird Ihr Fernseher zum Spion?

Durch die steigende Zahl an internetfähigen Geräten und das viel zitierte Internet-of-Things (IoT) wird der Schutz privater Daten immer brisanter. Zudem werden auch neue Sicherheitsaspekte relevant. Was würde beispielsweise passieren, wenn Hacker mithilfe des Standard-Passwortes die Kontrolle über die Kamera eines Geräts übernehmen? Berichte, die zeigen wie einfach es für Unbefugte ist, Kameras zu hacken und zu welchen Zwecken diese missbraucht werden können, lassen einem die Haare zu Berge stehen.

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Denn was passiert, wenn die Kamera etwas "Skandalträchtiges" aufzeichnet? Könnte man beispielsweise Anwender mit Filmmaterial erpressen, welches ohne ihr Wissen mit der Kamera ihres Laptops vom Schreibtisch im Arbeits- oder Schlafzimmer aufgenommen wurde? Das ganze wird noch prekärer durch Kameras, die an Drohnen befestigt sind und in Bereiche eindringen können, die bisher eindeutig privat waren. Ein Beispiel hierfür stellt ein Vorfall aus dem Sommer 2014 dar. Am 15. Juni 2014 bat Frankreich die Fifa, dem Verdacht nachzugehen, dass eine Drohne verwendet wurde, um die WM-Vorbereitung des französischen Teams auszuspionieren.

Die Enthüllungen, dass Smart-TVs vermutlich die Gespräche ihrer Nutzer "belauschen" können, tragen weiter zur Unsicherheit bei. Wäre es beispielsweise denkbar, dass Fernseher die Planung eines Steuerbetrugs belauschen und die Finanzbehörden informieren? Die mag weit hergeholt erscheinen. Doch der renommierte Sicherheitsexperte und Autor Bruce Schneier erklärt: „Ein einziger Satz in Samsungs 1500 Wörter umfassenden Datenschutzrichtlinien, die die meisten von uns nicht gelesen haben, besagt: Bitte beachten Sie, dass, wenn Ihre gesprochenen Worte persönliche oder andere sensible Informationen enthalten, sich diese Informationen durch die Nutzung der Spracherkennung ebenfalls unter den erfassten und an Dritte übertragenen Daten befinden."

Viele Endgeräte haben auch Audio-Aufzeichnungsfunktionen, die theoretisch private Gespräche "belauschen" und dann weitergeben oder öffentlich machen können. Anwender müssen sich demnach fragen, ob ein beliebiges mobiles Gerät, das sie häufig bei sich tragen, möglicherweise die ganze Zeit ihre Äußerungen aufnimmt und weiterleitet.