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M2M / IoT / Industrie 4.0: Internet of Things - gewusst wie

Vom Produkt zur Informationsschnittstelle: Wie Unternehmen mit integrierten Produkten eine „IoT-Wertschöpfungskette“ schaffen – ein Leitfaden.

Bildquelle: © Telit Communications

Das alte Credo der Finanzmärkte „bei Gerüchten kaufen, bei Fakten verkaufen“ wird im Zeitalter des „Internet der Dinge“ durch ein „je früher, desto besser“ abgelöst. Denn mit einem frühzeitigen Aufbau einer IoT-Wertschöpfungskette (Internet of Things) lässt sich mehr erreichen als eine betriebliche Effizienzsteigerung, Kosten-reduzierung und Steigerung des Markt-anteils: Unternehmen können damit ihre Geschäftsprozesse flexibler gestalten und sich besser auf neue Markttrends vorbereiten. Innovationen in der Softwareentwicklung, Sensorik oder Automatisierungstechnologie befeuern zusätzlich die Nachfrage nach einer neuen Klasse von maßgeschneiderten Produkten, die regionale, gesetzliche und sogar kulturelle Ansprüche der Auftraggeber erfüllen.

Um diesen Herausforderungen gerecht zu werden, ist nicht nur ein Effizienzsprung erforderlich, sondern auch eine neue Denkweise: Ein Produkt ist eben nicht nur das Resultat einer Reihe separater, sich entlang einer intelligenten Wertschöpfungskette bewegender Objekte. Im Internet der Dinge entwickelt es sich zu einem Informationsträger in der Wertschöpfungskette weiter und übernimmt in der Kommunikation zwischen dem Kunden und den verschiedenen Geschäftsbereichen des Anbieters eine wichtige Rolle.

Richtige Planung

Die Frage sollte also nicht mehr lauten, ob man die Möglichkeiten des IoT nutzt, um auf Herausforderungen wie Konkurrenzdruck und dynamischen Marktentwicklungen zu reagieren, sondern wie man dies bewerkstelligt. Denn ähnlich wie bei tiefgreifenden Veränderungen der IT-Infrastruktur besteht das Risiko, dass sich eine ungeeignete IoT-Lösung negativ auf die Ertragskraft eines Unternehmens auswirkt. Vor allem eine schlechte Planung führt zu einer negativen Kapitalrendite und anderen unbeabsichtigten Folgen, wie etwa mangelhafter Sicherheit der IoT-Anwendung.

Unternehmen sollten daher Risiken, Kos-ten und Komplexität genau gegen die prognostizierten Vorteile einer digitalisierten Wertschöpfungskette abwägen. Als erste Orientierungspunkte können dabei die folgenden drei Herausforderungen bei der Implementierung einer IoT-Lösung dienen:

Herausforderung 1: Effektive Planung und bewusste Wahl des Partners für die IoT-Engine

Das Fundament eines langfristigen Er-folges einer IoT-Lösung wird durch eine gelungene Implementierungsphase geschaffen. Dabei sollte man die folgenden Fragen eindeutig beantworten:

  • Welcher Lösungspartner passt am bes-ten zum eigenen Geschäftsmodell? Bietet dieser eine Lösung für ein weltweites, umfassendes IoT-Ökosystem?
  • Wie soll die IoT-Implementierung nachhaltigen, langfristigen Wert für das Unternehmen schaffen?
  • Welche internen Fähigkeiten und Ressourcen stehen dafür zur Verfügung?
  • Wie können die Anforderungen an Vernetzung und Bandbreite erfüllt werden?
  • Wie kann die vorhandene IT-Basis integriert werden?
  • Welche neuen IoT-fähigen Geräte sind möglicherweise erforderlich?
  • Stehen cloudbasierte Systeme zur Speicherung und Analyse großer Datenmengen zur Verfügung?
  • Sind die Sicherheitsansprüche von Kunden, Mitarbeitern, Partnern und anderen Parteien vollständig berücksichtigt?

Die Einführung von IoT-Lösungen stellt einen tiefgreifenden Wandel im geschäftlichen Denken dar, bei dem sich das Produkt von einem separaten zu einem intelligent vernetzten Gerät entwickelt, das zur Unterstützung seiner neuen Anforderungen an Konnektivität, Sicherheit und Analyse spezialisiertes technisches Wissen und IoT-Dienste benötigt.

Die Entwicklung eines Geräts hin zu mehr Komplexität schafft eine „Blackbox-Situation“, in der das Gerät nicht mehr vollständig „verstanden“ wird. Zudem lässt es sich mit internen Ressourcen und Techniken nicht mehr vollständig warten. Für Unternehmen, deren vereinte interne Ressourcen nicht für die Entwicklung aller
erforderlichen Komponenten einer eigenen IoT-Anwendung ausreichen, kann sich ei-ne IoT-Lösung daher schnell von einem zusätzlichen „Tool“ zu einem kritischen
Erfolgsfaktor verwandeln.

Um das möglichst frühzeitig unter Kontrolle zu halten, sollte man seine ideale IoT-Wertschöpfungskette möglichst genau definieren, das heißt jede Verbindung – von Modulen und intelligenten Objekten über Netzwerke bis hin zu PaaS (Platform-as-a-Service) – berücksichtigen. Der Aufbau der IoT-Infrastruktur sollte also immer dem Aufbau der IoT-Anwendung(en) vorausgehen, nicht umgekehrt.