Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Arbeitsmarkt-Report: Software-Entwickler hängen Elektroingenieure ab

Laut Arbeitsmarkt-Report der Dekra Akademie bleibt Elektrotechnik im Vergleich zwar die am meisten verlangte Ingenieurdisziplin, doch in Summe werden Softwareentwickler immer häufiger gesucht. Welche Rolle spielt Industrie-4.0?

Die Dekra Akademie hat für ihren neuen "Arbeitsmarkt-Report 2015" im Februar 12.649 Stellenanzeigen aus elf deutschen Tageszeitungen, drei Online-Jobbörsen und einem sozialen Netzwerk ausgewertet.

Ergebnis: die Fachrichtung Elektrotechnik wird innerhalb der Ingenieurdisziplinen am häufigsten gesucht, wenngleich sich der Abstand zu Kandidaten aus Maschinen- und Fahrzeugbau gegenüber dem Vorjahr verringert hat.

Auffällig viele der offenen Stellen entfallen auf das Gesundheitswesen (13,8 %). Die Elektroindustrie (samt Medizin-, Mess- und Regelungstechnik) liegt in diesem Jahr an zweiter Stelle mit 13,1 % des Stellenaufkommens. Auch im Einzelhandel waren im Erhebungszeitraum die Einstellungsabsichten besonders hoch (9,5 %).

Industrie-4.0 ist aktuell zwar DAS Zukunftsthema in der Wirtschaftswelt, bei Stellenanzeigen aber fristet der Begriff ein Schattendasein. Schlagworte aus dem Kontext "Industrie 4.0" sind laut Dekra im Personalmarketing noch nicht angekommen. Und auch in Aufgabenbeschreibungen und Unternehmensdarstellungen gab es keine Hinweise auf Industrie 4.0, mit Ausnahme des Begriffs "Robotik", der einige Male vorkam. Lediglich die Aufgabe "Arbeitsprozesse verbessern" wurde in den Stellenanzeigen häufiger genannt (13,6%). Somit, so schließt die Dekra aus ihrer Erhebung, sei Industrie-4.0 noch kein Thema für die Bewerberansprache.

Am Rande sei hier erwähnt, dass in der deutschen Venture-Capital-Szene Industrie-4.0 ebenfalls noch keine Rolle spielt, was ebenfalls überrascht ob der Zukunftsträchtigkeit des Themas. So Götz Hoyer, Geschäftsführer der Unternehmensberatung FHP Private Equity Consultants: "Gesteigertes Interesse an Industrie-4.0 lässt sich derzeit weder an den Investitionen noch an unseren Umfragen unter Venture Capital Investoren erkennen."