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Vishing

Telefonbetrug mit vielen Gesichtern

09. Dezember 2019, 13:59 Uhr   |  Autor: Jelle Wieringa / Redaktion: Diana Künstler

Telefonbetrug mit vielen Gesichtern
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Vishing beziehungsweise Voice Phishing ist eine Betrugsmasche von Kriminellen und wird per Telefon durchgeführt. Die Betrüger setzen ein automatisiertes Sprachsystem ein und täuschen dringende Anrufe vor, um die Empfänger dazu zu verleiten sensible Informationen preiszugeben.

Bei einigen Varianten versenden die Angreifer Spam-E-Mails mit der Aufforderung, dass sich die Opfer unter einer bestimmten Nummer melden sollen. Unter der angerufenen Nummer melden sich dann automatisierte Bandansagen und erfragen weitere Informationen. In der Vergangenheit hatten Kriminelle immer wieder versucht Privatkunden von Finanzinstituten hereinzulegen und Kreditkarteninformationen herauszubekommen.

Den Spieß umdrehen
In jüngster Zeit haben die Verbrecher ihre Taktik aber anscheinend geändert. Die Anrufer sind nun echte Menschen und versuchen nicht mehr nur Kreditkarteninformationen, sondern echtes Geld durch Überweisungen zu erpressen. Ein aktuelles Beispiel aus den USA bei denen ein Sicherheitsexperte den Spies umgedreht hatte, zeigt auf, dass Kriminelle täglich zwei Opfer überzeugen und an den Orten, an denen die Opfer leben, Strohmänner beauftragen, um das Geld einzusammeln und an die Erpresser zu transferieren. Dabei könnten diese beauftragten Gehilfen bis zu 1.000 US-Dollar am Tag verdienen. Diese Art des Betrugs ist eher altbacken und erinnert mehr an den hierzulande bekannten und immer noch vielfach durchgeführten Enkeltrick. Bei dieser Masche geben sich die Betrüger als vermeintliche Enkel oder Nichten einer betagteren Person aus, um Geld oder Wertgegenstände zu ergaunern.

Sie haben gewonnen oder doch nicht?
Neben diesen Betrugsmaschen gibt es jedoch noch weiter wie angebliche Gewinnbenachrichtigungen per Telefon. Hier wird das Opfer über einen Lotto- oder ähnlichen Gewinn telefonisch informiert und der Anrufer versucht Daten abzugleichen. In diesem Fall wird ein potentielles Opfer von einem angeblichen Mitarbeiter einer Lottoverwaltung angerufen. Dieser informiert den Angerufenen darüber, dass ein Abo mit einer kostenlosen Lotto-Teilnahme ausgelaufen ist und nun kostenpflichtig verlängert wurde. Die Vertragslaufzeit betrage mindestens ein Jahr und man könnte eigentlich nicht kündigen. Dann aber gibt es doch noch ein Schlupfloch und aus einem Jahr werden nur noch wenige Monate und bei der Zahlung der vollen Summe auf einmal auch noch weitere Zugeständnisse. Dabei wenden die Kriminellen viele Überredungstricks an und versuchen die Opfer auf der emotionalen Ebene zu erreichen. Wenn dies nicht zum gewünschten Erfolg führt, schwenken sie um und ändern ihre Strategie. Sie werden nun ausfallend, beleidigend, stellen die Kompetenz der Angerufenen in Frage.

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2. Tipps zur Prävention

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