Ersatz für die Plastikkarte

Mobile-Access-Lösungen für Nachhaltigkeit und Sicherheit

29. Juni 2022, 13:08 Uhr | Autor: Jaroslav Barton / Redaktion: Luka Steiglechner | Kommentar(e)
Chipkarte wird in ein Smartphone getaucht
© Sinisa Botas / Fotolia

Chipkarten können viele verschiedene Funktionen beinhalten: von Zutrittskontrolle über Ausweistechnologie bis hin zu Bezahlvorgängen. Mobile-Access-Lösungen sollen dabei die Karten ersetzen und stattdessen die Funktionen auf Geräte bringen, die fast jeder besitzt: Smartphones.

Plastik ist ein riesiges ökologisches Problem. Ganze Kunststoffinseln, teils größer als manche Bundesländer, schwimmen in den Ozeanen und gefährden die Natur. Umweltaktivisten fordern Unternehmen, Regierungen und Einzelpersonen schon seit Langem auf, mehr für die Nachhaltigkeit zu tun.

Auch kleine Schritte sind dabei wichtig. Zum Beispiel können ohnehin vorhandene Mobilgeräte wie Smartphones oder Smartwatches dafür eingesetzt werden, um die Produktion und Nutzung umweltschädlicher Plastik- oder Chipkarten überflüssig zu machen. Vor allem bei Bankkarten oder Identifikationssystemen können Unternehmen Plastik- und Chipkarten ersetzen.

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Weniger Chipkarten für weniger Plastikmüll

Mobile-Access-Lösungen für die Zutritts- und Identitätskontrolle können traditionelle Technologien durch die Nutzung von Mobilgeräten ersetzen. Bei diesem Ansatz identifizieren sich Angestellte oder Gäste an Sicherheitstüren oder anderen Kontrollpunkten nicht mehr über Chipkarten, sondern über ihr Smartphone oder Smartwatch, um den Zugang zu Büroräumen freigeschaltet zu bekommen. Neben der Zugangskontrolle zu Gebäuden sind Mobile-Access-Lösungen auch für den Zugriff auf gesicherte Rechner und Software geeignet. Noch weiter gehen Mobile-First-Ansätze, bei denen die Mobilgeräte sogar als Guthabenkarte für Transaktionen beispielsweise in der Kantine fungieren.

Auch Universitäten setzen immer mehr auf Mobile-Access-Lösungen anstelle von physischen Studierenden- und Bibliotheksausweisen, da Studenten bis dato verwendete Chipkarten ohnehin nur für eine bestimmte Zeit benötigen – danach sind sie wertlos. Banken hingegen bieten schon seit Längerem an, das Smartphone als Kreditkarte zu verwenden.

All diese Maßnahmen haben einen Vorteil: Die Notwendigkeit, Chipkarten oder Badges aus Plastik einzusetzen, entfällt. Auch die Gefahr, den Zutrittsausweis zu verlieren, verringert sich auf diese Weise.

Verbesserte Sicherheitsbedingungen

Neben Einsparung von Plastik können Lösungen für die mobile Zugangskontrolle auch für eine höhere Sicherheit und eine bessere Nutzererfahrung sorgen. Da Mitarbeiter ihr Smartphone oder ihre Smartwatch seltener verlieren als Chipkarten, ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass Unbefugte sie in die Hände bekommen. In Verbindung mit Gesichtserkennung oder Fingerabdrucksensor sowie der Unterstützung mehrstufiger Sicherheitschecks verringern Mobile-Access-Lösungen den Missbrauch durch Dritte. Überdies ist es für User bequemer, statt mehreren Ausweisen und Chipkarten nur ihr Smartphone dabei haben zu müssen.

Die mobile Zugangskontrolle bedarf neben den Smart Devices auf Nutzerseite entsprechender Lesegeräte vor Ort. Aktuelle Hardware ist in der Regal nach ISO/IEC 27001 zertifiziert, was deren Sicherheit, Integrität und Konformität zu geltenden Vorschriften sowie Gesetzen garantiert. Außerdem unterstützen die Systeme softwarebasierte Ausweistechnologien, die die Umstellung von alten kartenbasierten Ansätzen auf die Identifikation via Smartphone ermöglicht.

Moderne Mobile-Access-Lösungen lassen sich via Hochsicherheits-APIs und ein dazugehöriges Software Development Kit (SDK) zudem auch in Gebäudemanagementsysteme integrieren. Unter-nehmen können so große Datenmengen sammeln, überwachen und verwalten. Künstliche Intelligenz erstellt auf Wunsch des Betreibers dann Profile sowie Aktivitätsmuster und warnt die Verantwortlichen, wenn Anomalien auftreten. Diese technologische Entwicklung steigert die Effizienz des Sicherheitsteams und sorgt so für kürzere Reaktionszeiten, sollte Missbrauch in Verzug sein.

Jaroslav Barton ist Director of Product Marketing, Physical Access Control, Global Regions bei HID Global


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