Cyberangriff auf Schwerins Bürgerservice

Minister mahnt nach Hackerattacke zur Vorsicht

18. Oktober 2021, 7:41 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
sasun Bughdaryan / Adobestock
© sasun Bughdaryan / Adobestock

Nachdem Hacker am Freitag per Trojaner IT-Systeme in Schwerin und im Kreis Ludwigslust-Parchim attackiert haben, gibt es weiter Probleme. Der zuständige Minister warnt dringend vor Mailanhängen.

Nach dem Hackerangriff auf kommunale IT-Systeme bleibt die Kreisverwaltung Ludwigslust-Parchim am Montag noch geschlossen. In dem Zusammenhang mahnte Digitalisierungsminister Christian Pegel (SPD) alle Internetnutzer in Mecklenburg-Vorpommern zur Vorsicht. Dies gelte insbesondere im Umgang mit E-Mails von unbekanntem Absendern, sagte er am Sonntag.

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Christian Pegel, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern
„Wer hinter diesem Angriff steckt und was damit bezweckt wird, wissen wir noch nicht. Nachdem Techniker den Angriff am Freitagmorgen bemerkt haben, haben sie sofort alle betroffenen Systeme isoliert und heruntergefahren. Auch die Schnittstelle zur Landesverwaltung wurde sofort gekappt, so dass davon auszugehen ist, dass unsere Systeme nicht betroffen sind“, sagt Landesdigitalisierungsminister Christian Pegel. Er rät jedoch zu großer Vorsicht:
© EM / Ministerium für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung Mecklenburg-Vorpommern

„Öffnen Sie keine Dokumente, die an solche Mails angehängt sind.“ Man nehme den Angriff auf den IT-Dienstleister für Schwerin, ein großes Datenverarbeitungsunternehmen, und den Landkreis Ludwigslust-Parchim vom Freitag „sehr ernst“, erklärte Pegel. Es sei immer ein großer Teil der kommunalen IT-Infrastruktur betroffen – in Behörden ebenso wie in Schulen und kommunalen Betrieben.

Experten versuchten weiterhin, die Systeme wieder zum Laufen zu bringen. Der Kreis wies darauf hin, dass die Kreisverwaltungen in Ludwigslust und Parchim ab Dienstag wieder telefonisch erreichbar sein sollen. Es gebe aber weiter Einschränkungen. So könnten E-Mails immer noch nicht empfangen oder beantwortet werden.

Pegel geht nach eigenen Angaben davon aus, dass das Netz der Landesverwaltung nicht betroffen ist, da die Schnittstelle rechtzeitig gekappt worden sei. An der Aufklärung werde gearbeitet. „Wer hinter diesem Angriff steckt und was damit bezweckt wird, wissen wir noch nicht.“ Nach Angaben des Landkreises war die Verwaltung von Hackern mit einem sogenannten Verschlüsselungstrojaner attackiert worden. Nach derzeitigem Kenntnisstand sei aber kein Datenabfluss festgestellt worden.


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