Remote Working

Knackpunkt mobiles Endgerät

22. März 2021, 14:40 Uhr | Autor: Sascha Wellershoff / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Mobiles Endgerät Risse
© Aliaksandr Karankevich-123rf

Remote Work ist nicht mehr wegzudenken, stellt Unternehmen allerdings vor zahlreiche Herausforderungen. Die mobile Kommunikation kann zum Sicherheitsrisiko werden und zu erheblichen Verstößen gegen die DSGVO führen. Die "neue Normalität" setzt deshalb entsprechende Lösungen voraus.

Bis vor Kurzem war Homeoffice für viele Unternehmen, in denen noch Anfang des Jahres die ungeschriebene Büro-Regel galt „Willst du was gelten, mach dich nicht selten“, undenkbar. Die Präsenz vor Ort ist oft nicht notwendig, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten – diese Lektion haben Unternehmen in den letzten Monaten gezwungenermaßen schnell gelernt. Nach den guten Erfahrungen mit mobilem Arbeiten wollen viele Firmen ihren Angestellten auch künftig flexiblere Arbeitsplatzmodelle ermöglichen.

Geht man es richtig an, kann Remote Work Unternehmen dabei helfen, Kosten zu senken, die Produktivität zu steigern und gleichzeitig die Mitarbeiterzufriedenheit zu erhöhen. Müssen allerdings die Beschäftigten ohne die richtigen Tools von zu Hause aus arbeiten, machen die damit verbundenen Probleme schnell die Vorteile zunichte. Das mussten viele Unternehmen gerade zu Beginn der Corona-Krise schmerzhaft erfahren: Hastig eingerichtete Homeoffice-Arbeitsplätze, die nicht in die firmentypischen Sicherheitskomponenten wie Firewall, Proxy-Server oder Patch-Management eingebunden wurden, waren geradezu eine Einladung für Hacker: Sie konnten ohne nennenswerte Gegenwehr auf betriebsinterne Daten zugreifen. Gleichzeitig laufen Unternehmen bei einem löchrigen Datenschutz Gefahr, gegen die strengen DSGVO-Regeln zu verstoßen und damit empfindliche Strafzahlungen zu kassieren.

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Schatten-IT birgt Risiken

Bitkom Charts Homeoffice
Die Unterstützung durch den Arbeitgeber ist aus Sicht der Berufstätigen verbesserungswürdig. Jeder Vierte im Homeoffice beklagt, keinerlei Hilfe dabei erhalten zu haben und nicht einmal über ein Smartphone oder ein Notebook des Arbeitgebers zu verfügen. Für die meisten sieht es allerdings besser aus: Mit 61 Prozent wurde der Mehrheit ein Notebook gestellt, drei von zehn erhielten einen Monitor, jeder Fünfte ein Smartphone. Jeder Dritte im Homeoffice berichtet, dass der Arbeitgeber eine Plattform zum Mitarbeiteraustausch eingerichtet hat. Jeder Vierte wird bei der Selbstorganisation unterstützt, etwa durch Leitfäden. 13 Prozent konnten eine spezielle Weiterbildung machen.
© Bitkom Research 2020

Die „neue Normalität“ des Remote Working bringt einige Herausforderungen mit sich: Mit Blick auf alle notwendigen Inhalte gilt es, den Zugriff darauf von überall aus mit hoher Performance zu gewährleisten und allen internen und externen Beteiligten zentralisiert zur Verfügung zu stellen. Die Sicherheit der Daten muss auch beim Zugriff von außen garantiert sein. Für Teams ist es wichtig, dass sie sich interaktiv austauschen können und Mitarbeiter sowie Kunden stets auf dem Laufenden sind. Ein wichtiger Aspekt sind zudem die Themen Datensicherheit und Datenschutz: Beim Transport sensibler Informationen zwischen Büro und Homeoffice sollte auf eine angemessene Verschlüsselung geachtet werden. Zudem muss der Zugriffsschutz sichergestellt werden, damit geschäftliche Unterlagen nicht in die falschen Hände geraten.  

Der Knackpunkt angesichts dieser Aufgaben sind mobile Endgeräte – allen voran private, die beruflich genutzt werden, oder anders herum. Diese im Rahmen von BYOD (Bring Your Own Device)- oder COPE (Corporate-Owned, Personally Enabled)-Modellen verwendeten Smartphones und Tablets fallen meistens durchs Raster von IT-Abteilungen. Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass sich eine sogenannte Schatten-IT entwickelt. Insbesondere, wenn die unternehmenseigenen Systeme überlastet oder wenig benutzerfreundlich sind, nutzen die Beschäftigten gerne frei verfügbare Anwendungen für Kommunikation, Datentransfers oder das Speichern und Bearbeiten von Dateien. WhatsApp ist ein gutes Beispiel: Plötzlich wird über den beliebten Messenger auch mit Kunden und Kollegen kommuniziert. Die Konsequenz: eine Vermischung von privaten und beruflichen Daten, über die der Arbeitgeber keinen Überblick mehr hat. WhatsApp liest die Adressbücher inklusive E-Mail-Kontakten und Telefonnummern von Kollegen, Kunden und Partnern aus und gibt die Daten an die Konzernmutter Facebook weiter. Außerdem erfasst der Dienst Metadaten von den Anwendern, mit deren Hilfe persönliche Benutzerprofile erstellt werden können. Beides ist im Rahmen der DSGVO allerdings streng verboten und Unternehmen können zu millionenschweren Strafzahlungen verklagt werden, wie es beispielsweise im Jahr 2019 der Fall bei den beiden deutschen Unternehmen Deutsche Wohnen und 1&1 war.


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  2. Isolierung mithilfe einer Container-Lösung

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