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Jüngere Cybersecurity-Mitarbeiter fürchten ersetzt zu werden

21. Oktober 2020, 11:00 Uhr   |  Sabine Narloch | Kommentar(e)

Jüngere Cybersecurity-Mitarbeiter fürchten ersetzt zu werden
© Kaarsten - Fotolia.com

Der SIEM-Anbieter Exabeam hat seine jährliche Umfrage "Cybersecurity Professionals Salary, Skills and Stress Survey" vorgestellt. Sie offenbart einen interessanten Generationenunterschied bei der Einschätzung von Automatisierung sowie AI und ML unter den Befragten.

Ziel der jährlichen globalen Umfrage ist es, unter Cybersicherheitsexperten Trends zu Gehaltsstruktur, Bildungsniveau, Arbeitszufriedenheit und allgemeine Einstellungen zu neuen Technologien zu ermitteln.

Insgesamt zeigte sich eine hohe Arbeitszufriedenheit unter den Teilnehmern. 96 Prozent gaben an, mit ihrer Rolle und ihren Verantwortlichkeiten zufrieden zu sein. Auch Gehalt (87 Prozent) und Work-Life-Balance (77 Prozent) wurden positiv bewertet.

Der Stressfaktor scheint im Vergleich zum Vorjahr gesunken zu sein: So gaben im letzten Jahr noch 62 Prozent an, dass ihr Arbeitsplatz stressig oder sehr stressig sei, 2020 sagten dies nur noch 53 Prozent.

Automatisierung für viele ein zweischneidiges Eisen
Das Thema der Automatisierung wird unterschiedlich wahrgenommen: So glauben zwar 88 Prozent der Cybersicherheitsexperten, dass ihre Arbeit dadurch erleichtert werde. Aber gerade jüngere Mitarbeiter befürchten, durch neue Technologien ersetzt zu werden. 53 Prozent der unter 45 Jährigen glaubt demnach, dass AI und ML den eigenen Arbeitsplatzsicherheit bedrohen könnten. Bei den über 45 Jährigen liegt der Anteil bei nur 25 Prozent.

“Die Sorge um die Automatisierung unter jüngeren Fachleuten im Bereich der Cybersicherheit hat uns überrascht. Bei dem Versuch, diese Stimmung zu verstehen, konnten wir sie teilweise auf mangelnde Ausbildung mit Automatisierungstechnologie am Arbeitsplatz zurückführen", kommentiert Samantha Humphries, Sicherheitsstrategin bei Exabeam die Ergebnisse. Für Phil Routley, Senior Product Marketing Manager, APJ, Exabeam offenbare die diesjährige Umfrage interessante Generationsunterschiede, “wenn es um professionelle Offenheit und die Nutzung aller verfügbaren Werkzeuge für ihre Arbeit geht."

Humphries bietet zwei Erklärungsansätze für die skeptische Einschätzung von Automatisierung bei den Jüngeren: So könnten “Unklarheiten in Bezug auf den Karrierepfad oder mangelndes Verständnis der Automatisierung Auswirkungen auf die Arbeitsplatzsicherheit haben.” Eine weitere Überlegung sei, “dass dies ein Symptom des aktuellen Wirtschaftsklimas oder eines allgemeinen Mangels an Erfahrung bei der Orientierung der Arbeitskräfte während einer globalen Rezession ist.“

Verbessert hat sich im Vergleich zum Vorjahr der Frauenanteil unter den Befragten: Dieser ist von neun auf 21 Prozent gestiegen. Ob darin ein Trend zu sehen ist, bleibt abzuwarten.

Zur Methodik:
Die Umfrage wurde unter mehr als 350 Fachleuten in den Vereinigten Staaten, Singapur, Deutschland, Australien und dem Vereinigten Königreich vom Forschungsunternehmen Censuswide durchgeführt.

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