Cisco-Umfrage zum Nutzerverhalten

Jeder zweite Beschäftigte umgeht Security-Lösungen

25. Mai 2022, 11:25 Uhr | Autor: Wilhelm Greiner | Kommentar(e)
Cisco-Umfrage
© Cisco

Über die Hälfte (54 Prozent) der Beschäftigten in Deutschland findet die Nutzung der IT-Security-Systeme zu kompliziert und zeitraubend, so eine Umfrage von Cisco unter mehr als 1.000 Angestellten in Deutschland.

55 Prozent der Befragten umgehen die Sicherheitsmaßnahmen ihres Unternehmens mindestens einmal pro Woche, um ihre Aufgaben zügiger zu erledigen, 17 Prozent sogar täglich. Fast jeder Vierte (23 Prozent) schreibt Passwörter auf, obwohl dies bekanntlich ein Risiko darstellt.

42 Prozent der Befragten gaben an, jeden Tag mindestens zehn Minuten zu benötigen, um die Anforderungen der Datensicherheit zu erfüllen, neun Prozent sogar mehr als 30 Minuten. Durchschnittlich verbringen Beschäftigte in Deutschland rund 13,5 Minuten täglich mit Cybersecurity-Maßnahmen.
 
Vor diesem Hintergrund drängt Cisco auf einfache Bedienbarkeit: „IT-Sicherheit ist gerade in diesen bewegten Zeiten extrem wichtig“, sagt Michael von der Horst, Managing Director Cybersecurity bei Cisco Deutschland. „Die notwendigen Maßnahmen sollten möglichst intuitiv für die Beschäftigten nutzbar sein.“ Daher empfehle Cisco den Einsatz von Multifaktor-Authentifizierung (MFA) als Element einer Zero-Trust Strategie und integriert mit der Überprüfung der Geräteintegrität. „Gerade hier haben wir in Deutschland noch Luft nach oben“, so von der Horst.
 
Laut der Cisco-Umfrage greifen nicht einmal die Hälfte (47 Prozent) der Beschäftigten per MFA auf Unternehmensressourcen zu – damit übrigens auch mindestens sieben Prozent jener Befragten, die die Sicherheitmaßnahmen in ihrem Hause als „zu kompliziert und zeitraubend“ einstuften. Lediglich 61 Prozent der Befragten nutzen VPNs.

Neben dem Zeitverlust dürfen Unternehmen laut Cisco einen weiteren Faktor nicht vernachlässigen: das Vertrauen. So fühlen sich 71 Prozent der Befragten zwar bei der Nutzung von Passwörtern wohl; bei der Authentifizierung per Fingerabdruck sind es aber nur noch 61 Prozent, beim Gesichtsscan sogar nur 46 Prozent. Dem Bedarf an sicherer IT-Nutzung stehen also weiterhin Bedenken hinsichtlich des Datenschutzes entgegen.
 
Laut der Umfrage misstrauen 38 Prozent ihrem Unternehmen in puncto Datenschutz und -sicherheit. Mehr als jeder Vierte (28 Prozent) wiederum ist der Meinung, sein Arbeitgeber nehme das Thema Cybersecurity nicht ernst genug. Mangelndes Vertrauen der Belegschaft aber kann das Unternehmensrisiko erhöhen: je geringer das Vertrauen, desto größer der Anreiz, Maßnahmen zu umgehen und Vorschriften „kreativ“ auszulegen.

Zuerst erschienen auf lanline.de.


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