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Cybersecurity im Rückblick

IT-Bedrohungen und -Sicherheit der Zehnerjahre

13. Mai 2020, 13:50 Uhr   |  Autor: Liviu Arsene / Redaktion: Sabine Narloch

IT-Bedrohungen und -Sicherheit der Zehnerjahre
© adimas/fotolia.com

Testfahrt: Durch Umklappen wird ganz einfach zwischen dem »normalen« Rückspiegel und dem digitalen Display umgeschaltet.

Die Zehnerjahre sind Geschichte. Während die Digitalisierung in dieser Zeit kräftig an Fahrt aufgenommen hat, brachten die Jahre von 2010 bis 2019 auch eine ganze Reihe an Cyberbedrohungen mit sich. Liviu Arsene von Bitdefender lässt diese in seinem Beitrag Revue passieren.

Wie wird sich Cybersicherheit in den gerade gestarteten Zwanzigerjahren darstellen? Eine solch langfristige Prognose ist letztlich unmöglich. Doch wenn man sich in Erinnerung ruft, wie sich in der Vergangenheit Cyberkriminalität, Malware, Technologien und Datenverstöße entwickelt haben, bekommt man ein Verständnis für Entwicklungsschritte und die enorme Geschwindigkeit, die dabei herrscht. Dies kann Cybersicherheitsexperten und Unternehmensentscheidern dabei helfen, ihre Infrastruktur möglichst robust gegen potenzielle Angriffe, Datenverstöße und allgemeine potenzielle Bedrohungen zu gestalten – gerade in den jetzigen Zeiten, in denen Unternehmen ihre Digitalisierung im Notfallmodus vorantreiben. Was also hat sich im vergangenen Jahrzehnt, den „Zehnerjahren“, in der Cybersecurity getan?

Staatlich geförderte Malware
Eine der interessantesten Entwicklungen im Hinblick auf Malware im vergangenen Jahrzehnt war, dass sie Regierungen sie sowohl für Cyber-Spionage als auch für zielgenaue Störmanöver gegen die Infrastruktur konkurrierender Nationen entwickelten und einsetzten. Schon Stuxnet war ein entscheidender Wendepunkt, der die zunehmende Raffinesse von Malware markiert, vor allem wenn sie von Regierungen als politisches Instrument eingesetzt wird. Stuxnet wurde im Jahr 2010 entdeckt. (Auch die im Folgenden verwendeten Jahreszahlen geben jeweils das Jahr der Entdeckung oder des Bekanntwerdens an.) Das von den USA – mutmaßlich unter Mitarbeit Israels – entwickelte Stuxnet mit dem Codenamen „Olympische Spiele“ wurde entwickelt, um das iranische Atomprogramm zu kompromittieren und den USA Zeit zu geben, eine potenzielle Krise diplomatisch zu lösen. Und im Jahr 2013 sahen wir einen der detailliertesten Berichte über die Angriffskette eines APT einer „Comment Crew“ genannten Hackereinheit. Der Bericht enthüllte eine ausgeklügelte Cyberspionage-Kampagne Chinas zum Diebstahl geistigen Eigentums von US-Firmen.

Digitale Erpressung mit Ransomware
Digitale Lösegelderpressungen erreichten 2016 mit dem Kryptotrojaner Locky einen neuen Höhepunkt. Zahllose Gemeinden, Versorgungsunternehmen und praktisch alle Branchen waren in der Folge von der Bedrohung durch Dateiverschlüsselung betroffen und wurden im Betrieb gestört – bekannte Ransomware-Fälle in Deutschland sind ein Krankenhaus in Neuss und die Gemeinde Dettelbach.

Die Verschlüsselungsattacken durch Wannacry (2017) und Notpetya (2017) sind die zwei prominentesten Beispiele für globale Ausbrüche, die zu finanziellen Verlusten in Milliardenhöhe geführt haben. Sie zeigten auf, wie leicht es fällt, mittels Malware vernetzte Infrastrukturen zu kompromittieren. Was die Ausbrüche zu zwei der virulentesten machte, war die Nutzung des von der NSA entwickelten Exploits EternalBlue (siehe unten). Als diese Schwachstelle 2016 allgemein bekannt und von Lösegelderpressern missbraucht wurde, konnten sie anfällige Systeme auf der ganzen Welt kompromittieren und mit Ransomware infizieren.

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1. IT-Bedrohungen und -Sicherheit der Zehnerjahre
2. Datenverluste neuer Größenordnung
3. Standardisierung des Sicherheitsrahmens

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