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Datensicherung

Für die Datenexplosion gewappnet

09. September 2019, 11:04 Uhr   |  Autor: Achim Gebhardt / Redaktion: Natalie Lauer


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Flexibilität und Kostenersparnis

Die Nutzer einer Cloud sehen nicht, wo ihre Daten tatsächlich in physischer Form gespeichert sind. Sie kaufen lediglich eine gewisse Speicherkapazität, wie sich diese zusammensetzt ist irrelevant. Das liegt daran, dass zwischen den Servern und Rechenzentren der Anbieter und den Kunden eine vermittelnde Software-Schicht liegt, die die Kapazität des Kunden von den zugrundeliegenden physischen Speichern abstrahiert. Das heißt, wenn man einen Terabyte Cloud-Speicher bezieht, können davon zum Beispiel 500 GByte auf Server A in Rechenzentrum eins liegen, 300 GByte auf Server B im gleichen Rechenzentrum und die restlichen in einem anderen. Der Kunde sieht dennoch nur seinen einheitlichen Speicherblock. So ähnlich verhält es sich auch mit einem Software-defined Storage, nur dass die Server dem Kunden hier selbst gehören und er sicher sein kann, dass sie im eigenen Haus verbleiben. Dennoch sind Software-definierte Systeme im Vergleich zu traditionellen proprietären Storage-Lösungen hochskalierbar – was an der Abstraktionsebene liegt, die eine ständige Erweiterung beziehungsweise Reduktion von Kapazität im laufenden Betrieb ermöglicht.

Für die Erweiterungen können Nutzer beliebige Standard-Hardware kaufen, sie sind an keinen bestimmten Anbieter gebunden und können sogar Produkte verschiedener Hersteller kombinieren. Das macht dieses Konzept besonders interessant, denn Kunden können jedwede Hardware anschaffen und sind nicht an die Erweiterungen eines spezifischen Anbieters gebunden. Außerdem erlaubt der Software-definierte Ansatz den sukzessiven  Austausch einzelner Geräte, wenn deren Lebensdauer überschritten ist. Damit wird einerseits der sogenannte Vendor-Lock-in vermieden und es kommt zu keinem Stillstand während zyklischen Datenmigrationen. Als Nebeneffekt verteilen sich die Kosten wesentlich gleichmäßiger, wenn Hardware genau dann gekauft wird, wenn sie benötigt wird. Bei konventionellen Systemen müssen Unternehmen zunächst wohl oder übel Überkapazitäten aufbauen.

Unternehmen, die Software-defined Storage auf Open Source-Basis implementieren, haben sogar den Vorteil, dass sie nicht nur bei der Hard-, sondern auch bei der Software unabhängig von einem bestimmten Anbieter sind. Fast 40 Prozent der Software-definierten Systeme laufen mittlerweile über die Ceph-Plattform. Diese offene Storage-Lösung verfügt über eine sehr robuste Software und hohe Performance, so dass sich heute auch Tier 1-Applikationen auf dem System abbilden lassen.

Software-defined Netzwerke
Neben Storage ist auch beim Thema Networking oft von Software-defined die Rede. Das Netzwerk bildet letztlich auch die Grundlage für einen Software-defined Storage. Wie sich der Traffic im Gegensatz zu physischen Infrastrukturen durch Software-definierte Umgebungen bewegt, soll das folgende Beispiel verdeutlichen:

In der griechischen Mythologie begibt sich der Held Theseus in ein Labyrinth, in dem König Minos von Kreta den Minotaurus gefangen hält, um dieses Ungeheuer zu töten. Um wieder aus dem Labyrinth hinauszufinden spult Theseus dabei einen Faden ab. In einem Software-definierten Labyrinth hätte der Held diesen sogenannten Ariadnefaden nicht gebraucht, um aus dem Kerker des Minotaurus hinauszufinden. In einem solchen Software-definierten Labyrinth wären die Wände nämlich nicht aus Stein gemauert oder in den Fels gehauen. Sie würden nur virtuell existieren, wären deshalb leicht veränderbar. Theseus könnte dieses Labyrinth umprogrammieren und neue Wege schaffen, wo vorher keine waren, sodass er auf dem schnellsten Weg wieder nach Athen kommt.
Ähnlich verhält es sich bei Netzwerken, nur dass sich hier Daten anstelle griechischer Helden Wege suchen. Durch die Entkopplung der Datenströme von der physischen Infrastruktur können sie den effizientesten Weg durch ein Netzwerk nehmen. Solche virtuellen Verbindungen lassen sich neu erschaffen, anpassen und verändern – je nach den aktuellen Anforderungen.

Der Sache Herr werden
Auf Open Source-Software basierender Software-defined Storage stellt eine gute Möglichkeit  für Unternehmen dar, der bevorstehenden Datenexplosion begegnen zu können. Die Verwendung von Hardware erlaubt dabei, die eigene Speicherkapazität ganz nach spezifischen Anforderungen zu skalieren, ohne eine Kostenexplosion fürchten zu müssen. Der eigene Software-defined Storage birgt außerdem Vorteile gegenüber der Cloud. Da die Daten im eigenen Haus verbleiben, gibt es keine Konflikte mit der DSGVO.

Achim Gebhardt ist EMEA Director Storage bei Suse

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