Backup as a Service

Die Angst vor dem Datenverlust

16. November 2021, 6:22 Uhr | Autor: Sergei Serdyuk / Redaktion: Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Stolperfalle: Bandbreite und Datenschutz

Wie schnell sich Daten übertragen lassen, ist stark abhängig von der Netzwerkkonnektivität und davon, wie weit der Cloud-Back-up-Speicher vom Standort entfernt ist. Eine ausreichende Bandbreite ist nötig, damit das System die Daten schnell übertragen kann. Abhängig von der Datenmenge benötigen ein erstes vollständiges Back-up und eine Full Recovery mehr Zeit. Spätere inkrementelle Back-ups setzen hingegen in der Regel weniger Zeit und Bandbreite voraus. Bei diesen werden nämlich nur die veränderten Daten im Backup aktualisiert, wodurch sich dieses Schritt für Schritt aufbaut.

Auf Dateien in der Cloud können darüber hinaus gegebenenfalls mehrere Nutzerinnen und Nutzer zugreifen. Das erhöht jedoch das Risiko eines unbefugten Zugriffs auf die Daten. Außerdem können die Daten gehackt oder gestohlen werden. Der Cloud-Backup-Dienst muss deshalb eine robuste Verschlüsselungstechnologie verwenden. Da kritische und sensible Daten in der Cloud eines Drittanbieters liegen, muss dieser Anbieter  wiederum absolut vertrauenswürdig sein. Vor allem bei außereuropäischen Providern müssen Unternehmen sicherstellen, gesetzliche Vorgaben zum Datenschutz und die Compliance-Richtlinien zur Datensicherung einzuhalten.

Das Backup steht und fällt mit dem Anbieter

Der Wechsel eines Cloud-Anbieters ist umständlich. Denn auch die älteren Backups müssen auf die neue Cloud-Infrastruktur migriert werden. Tools zur Cloud-to-Cloud-Migration können dabei unterstützen, funktionieren aber bei kleineren Datenmengen am besten. Im schlimmsten Fall müssen alle Daten aus der alten Cloud herunter- und dann in die Infrastruktur des neuen Anbieters wieder hochgeladen werden. Bei Vertragsende besteht die Gefahr, Daten zu verlieren. Es ist wichtig, die Geschäftsbedingungen eines Anbieters auch in Hinblick auf eine etwaige Kündigung genau zu prüfen. Anbieter halten die Daten nach Vertragskündigung unterschiedlich lange vor, und möglicherweise sind Gebühren bei einer (vorzeitigen) Beendigung fällig.

Ob aber Cloud oder On-Premise, es gilt die 3-2-1-Regel: Es sollten stets mindestens drei Kopien existieren, die durch mindestens zwei unterschiedliche Speichertechnologien entstanden sind und mindestens eine Kopie sollte außerhalb des eigenen Unternehmensstandorts aufbewahrt werden. Dieser Regel muss auch BaaS folgen. Die Back-ups werden nicht mehr auf den eigenen, internen Servern erstellt und gepflegt, sondern an Cloud-Anbieter und deren Backup-Equipment in großen Datenzentren weitergegeben. Eine einheitliche Lösung aus einer Hand kann Konflikte zwischen verschiedenen Lösungen vermeiden. Dabei gilt es immer, die geltenden DSGVO- und Compliance-Richtlinien zu erfüllen. Vor allem durch den Wandel zum Digital Workplace sind IT-Verantwortliche gefordert, Backups zuverlässig und datenschutzkonform durchzuführen.

Sergei Serdyuk, Mitbegründer von Nakivo


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