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Datenverlust in Corona-Zeiten

Der Feind in meinem Homeoffice

08. Juli 2020, 08:54 Uhr   |  Autor: Holger Engelland / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Der Feind in meinem Homeoffice
© Ontrack

Seit Beginn des Jahres schnellt die Anzahl der Phishing-E-Mails und -Webseiten mit Schlagwörtern wie "Corona" und "Covid-19" oder mit vermeintlichem Absender nationaler Gesundheitsbehörden in die Höhe. Sie infizieren Systeme mit Ransomware oder greifen gar das Backup-System an.

Angst und Unsicherheit waren schon immer der ideale Nährboden für kriminelle Energien. So auch in der aktuellen Corona-Pandemie. Bereits im März warnte Europol vor einer Zunahme der Cyberkriminalität in der Krise. Aus dem Schlangenöl des Wilden Westens ist das Phishing des digitalen Hier und Jetzt geworden.

Datenrettun Ontrack
© Ontrack

Den Daten auf der Spur: Nach Erkenntnissen von Spezialisten für Datenwiederherstellung soll die die Zahl der Wiederherstellungsmissionen, die auf Grund von Cyberattacken nötig wurden, in den ersten beiden Quartalen diesen Jahres merklich zugenommen haben.

Seit Beginn des Jahres schnellt die Anzahl der Phishing-E-Mails und -Webseiten mit Schlagwörtern rund um die Pandemie oder mit vermeintlichem Absender nationaler Gesundheitsbehörden in die Höhe. Sie infizieren Systeme mit Ransomware oder greifen gar das Backup-System an. Und dass es sich hierbei um eine reale Bedrohung handelt, zeigt sich in den Datenrettungslaboren spezialisierter Anbieter wie Ontrack: So nahm die Zahl der Wiederherstellungsmissionen, die auf Grund von Cyberattacken nötig wurden, in den ersten beiden Quartalen diesen Jahres merklich zu.

Homeoffice schützt vor Schaden nicht
Grund für die sprunghafte Zunahme an korrumpierten Systemen ist leider oft der Mensch. Die Attacken nutzen unsere nachvollziehbaren Zukunftsängste und den Wunsch nach Informationen im Zuge der Pandemie als Einfalltor. Gleichzeitig jedoch reißt die – oft noch immer vorherrschende – flächendeckende und teils hastig umgesetzte Telearbeit an anderen Stellen Lücken, die Kriminelle nur allzu gerne für ihr Schindluder nutzen.

Dass viele Unternehmen beim Thema Arbeit 2.0 noch ganz am Anfang stehen, zeigt sich in mangelnden Homeoffice-Richtlinien, die in den letzten Monaten einer Feuertaufe unterzogen wurden. Von fehlenden Backups und Virenscannern über die Nutzung von Uralt-Laptops mit Update-Lücken und USB-Sticks unbekannter Herkunft bis hin zu unsicheren Heim-Netzwerken – ist der IT-Administrator erst weit weg, wird aus „Bring your own device“ schnell „Use whatever device“. Und damit verlieren Unternehmen die Kontrolle über den Schutz ihrer Daten. Mit der Vermischung privater und beruflicher Online-Zeit potenziert sich das Problem.

Die Rechnung ist einfach: Mehr Cyberattacken treffen auf eine zunehmend wehrlose Infrastruktur.

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