Disaster Recovery

Auf den Ernstfall vorbereitet

24. September 2019, 14:49 Uhr | Autor: Thomas Sandner / Redaktion: Natalie Lauer und Alexandra Hose | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Testen deckt Lücken auf

Um herauszufinden, ob eine Organisation wirklich auf Ausfälle vorbereitet ist, ist das Duchführen von Tests unabdingbar. Nur einmal im Jahr ein Probelauf ist bei den ständigen Änderungen in der IT-Infrastruktur kaum ausreichend. Allerdings bindet ein kompletter „Durchlauf“ mit Vorbereitung sehr viele Ressourcen, ganz zu schweigen von potenziellen Ausfällen der Produktivumgebung, wenn irgendetwas schiefläuft. Automatisierte Testverfahren, die DR-Pläne regelmäßig in einer abgeschotteten, aber „echten Laborumgebung“ verifizieren, werden von Unternehmen noch viel zu selten genutzt. Dabei übernimmt die entsprechende Software die erforderliche Dokumentation und das Reporting. Viele dieser Funktionen sind in moderner Datensicherungssoftware enthalten, weil sie für Datenschutz und -sicherheit unverzichtbar sind. Somit sollten manuelle Prozesse eigentlich der Vergangenheit angehören.

Defizite, die im Test auftauchen – ob technischer oder menschlicher Natur – können behoben werden, bevor der Betrieb im Ernstfall stillsteht. Auch deswegen ist Disaster Recovery Simulation extrem wichtig: IT-Mitarbeiter wissen selbst in dieser Ausnahmesituation, was zu tun ist. Zentrale Schwachstellen in immer komplexeren IT-Umgebungen sind die permanente Veränderung und die Abhängigkeiten. Die kleinste, nicht dokumentierte Veränderung bringt einen ausgeklügelten Ausfallplan durcheinander, ein Fehler führt zum nächsten und löst eine Kettenreaktion aus.

Die Kettenreaktion ausschließen
Derartige Ausfälle manuell zu beheben, ist heutzutage nahezu unmöglich. Mit moderner Orchestrierungssoftware können die erforderlichen Abläufe definiert, dokumentiert, getestet und automatisiert werden, damit Ausfallpläne und Wiederanlaufverfahren abgestimmt und reibungslos funktionieren. Auch interne wie externe Audits werden so zuverlässig gemeistert.

Laut einer IDC-Umfrage zum Thema Datacenter-Modernisierung streben deutsche IT-Entscheider großer Unternehmen mehrheitlich eine Mischform aus eigenen Rechenzentren und Cloud an, 59 Prozent von ihnen wollen mittelfristig zwei bis drei Cloud-Plattformen nutzen. Klingt erstmal komplex, birgt aber auch Chancen für ein DR-Konzept, in dem diese hybride Infrastruktur aus Cloud und On-Premises für Datensicherung und Failover intelligent genutzt werden kann.

Natürlich stellt sich auch die Frage nach einer externen Lösung: Leistungsfähige DRaaS-Angebote, also Disaster-Recovery-as-a-Service, gibt es immer mehr. Eine komplexe Aufgabe wie DR auszulagern, ist verlockend und bietet sich für kleinere Unternehmen an, gerade wenn eigene IT-Fachkräfte Mangelware sind. Größere Organisationen mit eigenen Rechenzentren sollten jedoch eine genaue Rechnung aufmachen sowie alle Themen und Anforderungen abwägen – meistens empfiehlt sich ein Mix, um für den Notfall gewappnet zu sein.

Prävention geht alle an
Die IT ist längst über ihre Rolle als Infrastrukturlieferant und Dienstleister hinausgewachsen. Sie hat strategische Bedeutung und ist an jedem Arbeitsplatz angekommen. Während Disaster Recovery-Planung eine IT-Aufgabe bleibt, können alle Mitarbeiter und Fachabteilungen dazu beitragen, Risiken und Ausfälle zu minimieren. Sie alle arbeiten mit digitalen Daten und tragen so eine Mitverantwortung für ihren Schutz und die Verfügbarkeit. In Zeiten steigender Cyberkriminalität und Social Engineering werden sie zunehmend instrumentalisiert. Regelmäßige Schulungen und konsequente Aufklärung im Umgang mit Daten und Anwendungen sowie Do’s und Dont’s für den Ernstfall unterstützen einen verantwortungsbewussten aber zugleich unverkrampften Umgang mit Daten und Technologien.

Disaster Recovery-Planung ist kein Bürokratismus, sondern ein Maßnahmenkatalog, mit dem Unternehmen ihre Business Continuity absichern. Zuverlässiges DR schafft Vertrauen in die Verfügbarkeit von Services und den Schutz von Daten. Es hilft, interne und externe Richtlinien einzuhalten. So sind Organisationen jederzeit auf Ausfälle und Kontrollen vorbereitet.

Thomas Sandner ist Senior Regional Presales Manager CEMEA, Veeam Software

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