Nach Spionage gegen iPhone-NutzerInnen

Apple verklagt Überwachungssoftware-Anbieter NSO

Statue der Justitia
© Tom_u / 123rf

Der Technologie-Konzern Apple verklagt die NSO Group wegen dem Einsatz seiner Spyware gegen NutzerInnen von Apple-Geräten. Die Überwachungssoftware „Pegasus“ von NSO soll eine inzwischen geschlossene Software-Schwachstelle auf den Geräten des US-Konzerns ausgenutzt haben.

Die israelische Entwicklerfirma NSO, die hinter der Überwachungssoftware Pegasus steht, gerät mit einer Klage des Tech-Riesen Apple weiter unter Druck. Der US-Konzern will vor Gericht erreichen, dass der NSO Group die Nutzung jeglicher Geräte und Software von Apple verboten wird. In der am 23. November veröffentlichten Klage wird auch eine nicht näher bezifferte „Wiedergutmachung“ für das Ausspähen von NutzerInnen gefordert, weil dies gegen US-Recht verstoßen habe. NSO steht seit Monaten schwer in der Kritik.

Mitte Juli hatte ein internationales Konsortium von JournalistInnen berichtet, dass mit Pegasus auch Oppositionelle und ReporterInnen ausgespäht worden seien. Auf Dutzenden Smartphones von JournalistInnen, MenschenrechtlerInnen, deren Familienangehörigen sowie Geschäftsleuten seien Spuren von Angriffen entdeckt worden. NSO entgegnete, Pegasus werde „ausschließlich an Strafverfolgungsbehörden und Geheimdienste von geprüften Regierungen verkauft, mit dem alleinigen Ziel, durch Verhinderung von Verbrechen und Terrorakten Menschenleben zu retten“.

Die Erläuterungen reichen vielen aber nicht aus. Anfang November setzte die US-Regierung NSO auf ihre Sanktionsliste. Es gebe Beweise, dass Spionagesoftware an Regierungen geliefert worden sei, die sie zur böswilligen Überwachung unter anderem von RegierungsbeamtInnen, JournalistInnen und WissenschaftlerInnen eingesetzt hätten.

Apple betonte, dass NSO eine inzwischen geschlossene Software-Schwachstelle ausgenutzt habe, um „eine geringe Anzahl“ von NutzerInnen der Geräte des Konzerns anzugreifen. „Die NSO Group und ihre KundInnen verwenden die immensen Ressourcen und das Potenzial von Nationalstaaten, um Cyberangriffe sehr gezielt durchzuführen, die ihnen Zugriff auf das Mikrofon, die Kamera und andere sensible Daten auf Apple- und Android-Geräten ermöglichen“, hieß es.

Bereits seit Jahren läuft eine Klage von WhatsApp gegen NSO. Der zum Facebook-Konzern Meta gehörende Chatdienst wirft der Firma vor, unrechtmäßig seine Systeme ausgenutzt zu haben, um NutzerInnen zu überwachen.


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