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Lösegeld für Daten

1.070 Euro pro Datensatz bei Ransomware-Angriffen

16. Juni 2020, 15:29 Uhr   |  Lukas Steiglechner | Kommentar(e)

1.070 Euro pro Datensatz bei Ransomware-Angriffen
© Myvector / 123rf

Ransomware-Attacken häufen sich und mit ihnen wird die Frage, wie man damit umgehen soll, immer lauter. Nach einer Umfrage von Veritas sind viele Deutsche der Meinung, dass Unternehmen bei Ransomware-Angriffen nicht nachgeben sollten – außer es geht um die eigenen Daten.

In einer Umfrage hat Veritas 12.000 Verbaucher, davon jeweils 2.000 aus China, Frankreich, Deutschland, Japan, den USA und Großbritannien, zum Thema Ransomware befragt. So sind 64 Prozent der deutschen Befragten der Meinung, dass Unternehmen bei erfolgreichen Ransomware-Angriffen nicht nachgeben und kein Lösegeld für verschlüsselte Daten zahlen sollten.

Diese Einstellung schlägt jedoch in die andere Richtung um, wenn es sich bei den besagten Daten um persönliche Daten der Nutzer handelt. In diesem Fall sollten Unternehmen das verlangte Lösegeld zahlen. 71 Prozent der Umfrageteilnehmer gab an, wie viel ihnen ihre persönlichen Daten wert wären. Das reichte von 1.547 Euro für Daten über persönliche Finanzen bis hin zu 698 Euro für Playlists und Video-Streaming-Informationen, E-Mails fanden sich dabei nur im Mittelfeld mit 974 Euro wieder. Im Schnitt waren den Nutzern ihre persönliche Daten 1.070 Euro wert. Das klingt erstmal nach wenig, doch bedenkt man, dass bei einem erfolgreichen Ransomware-Angriff etliche Daten verschlüsselt werden, müssten Unternehmen demnach Hunderte von Millionen Euro Lösegeld zahlen. Hinzukommen auch noch die Kosten für die Ausfallzeiten, die Rufschädigung sowie der Vertrauensverlust auf Seiten der Kunden. Außerdem sind 58 Prozent der befragten Deutschen der Meinung, dass sie persönlich entschädigt werden sollten, falls ihre Daten nicht wiederbeschafft werden können. Es zeigt sich auch deutlich, dass über ein Drittel der Befragten den Unternehmensleiter gerne persönlich für die Angriffe verantwortlich machen würde. Dabei würde ein Viertel eine öffentliche Entschuldigung erwartet, während 29 Prozent sogar eine Gefängnisstrafe für die Geschäftsführung fordern.

Die Mehrheit der deutschen Befragten ist prinzipiell gegen Lösegeldzahlungen bei Ransomware-Attacken. Doch sie erwarten, dass Unternehmen sich und die Daten ihrer Kunden angemessen schützen. 80 Prozent der Verbraucher sind für den Einsatz von Sicherheitssoftware und 62 Prozent halten regelmäßige Sicherheitskopien ihrer Daten für sinnvoll. So steht den Unternehmen selbst bei einem erfolgreichen Ransomware-Angriff ein Back-up der Daten zur Verfügung.

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