Statement: Cloud-Interoperabilität

Umzug von Wolke zu Wolke

27. April 2011, 14:13 Uhr | Mathias Hein, freier Consultant in Neuburg an der Donau | Kommentar(e)
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Natürlich wird es eines Tages passieren: Sie wollen Ihre in der Cloud abgelegten Daten von einem Cloud-Service-Anbieter zu einem anderen Cloud-Provider umziehen. Dieser Umzug sollte natürlich problemlos funktionieren. Da bisher noch kein Standards für diese Umzugsprozesse zur Verfügung stehen, ist ein solcher Umzug in der Praxis nur mit viel Aufwand durchführbar. Die IEEE hat sich jetzt das Ziel gesetzt einen Interoperabilitätsstandard für die Cloud-Portabilität zu entwickeln.

Portabilität ist ein grundsätzliches Problem für alle Cloud-Umgebungen, weil die Cloud-Provider ihre gesamten Prozesse über eine Art von Hypervisor zur Verfügung stellen. Ein Hypervisor kann laut Wikipedia auch als Virtual-Machine-Monitor (VMM) verstanden werden, welcher die Virtualisierung mehrere Betriebssysteme ermöglicht und somit auf einem Host-Computer den Gästen die Systemleistung zur Verfügung stellt. Weniger kompliziert ausgedrückt heißt das: Das System bietet die notwendige Hardware-Virtualisierung für den Betrieb auf den unterschiedlichsten Betriebssystemen.

Die IEEE-Arbeitsgruppen P2301 und P2302 beschäftigen sich jetzt mit der Entwicklung von Standards zur Portabilität und Interoperabilität von Cloud-Services. Die P2301-Gruppe hat den Auftrag die notwendigen Standards festzulegen, die es ermöglichen die Prozesse und Daten eines Kunden ungehindert zwischen Cloud-Anbietern hin und her zu bewegen. Der kommende Standard firmiert unter dem Titel „Draft Guide for Cloud Portability and Interoperability Profiles". Die P2302-Gruppe konzentriert sich auf den Umzug der in einer Cloud abgelegten Daten in eine andere Cloud. Unter dem Titel „Intercloud Interoperability and Federation“ entwickelt die zweite Gruppe allgemein akzeptierte Norm-Entwürfe, die die jeweiligen Formate der einzelner Cloud-Anbieter vereinheitlicht beziehungsweise Möglichkeiten zur Konvertierung der Datenformate bereitstellt.

Beide Probleme wurden bereits teilweise durch die DMTF- (Distributed-Management-Task-Force-)Standardisierungsgruppe durch das Open-Virtualization-Format (OVF) adressiert. OVF definiert Anleitungen und Best-Practices aus der Cloud-Security-Alliance für die Absicherung der Cloud-Daten. Dies stellt die beiden IEEE-Gruppen vor einige Probleme. Die Cloud-Security-Alliance wird eher wie eine Benutzergruppe geführt und konzentriert sich bei Bedarf auf die Entwicklung notwendiger Best-Practices. Eine strenge Versionskontrolle, wie diese bei der ISO oder ANSI üblich sind, ist bei den von der Cloud-Security-Alliance veröffentlichten Dokumenten nicht vorgesehen.

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