Huawei IDI Forum

Neues Datenspeicherkonzept mit grüner Strategie

18. Mai 2022, 14:50 Uhr | Lukas Steiglechner | Kommentar(e)
Huawei IDI Forum2022
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Huawei hat auf seinem Innovative Data Infrastructure (IDI) Forum ein neues Datenspeicherkonzept vorgestellt. Damit soll unter anderem der Fokus darauf liegen, die künftig riesigen Datenmengen zu bewältigen. Auch nachhaltiger sollen die Storage-Lösungen von Huawei werden.

Auf dem Huawei Innovative Data Infrastructure (IDI) Forum, das am 12. Mai in Unterschleißheim bei München stattfand, stellte Huawei ein neues Speicherkonzept vor. In der Entwicklung sollen vor allem leistungsfähige und hochzuverlässige Speichertechnologien Priorität haben. Darunter fallen entkoppelte Speicher-Rechen-Architekturen sowie Anwendungen zur Datenbeschleunigung. Auch neue Geräte standen im Fokus der Veranstaltung.

Datenmengen wachsen weiterhin exponentiell und Speichertechnologien haben Schwierigkeiten mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Die Speicherbranche steht nach Überzeugung von Dr. Peter Zhou, Vizepräsident von Huawei und Präsident der IT-Produktlinie von Huawei, vor vier großen Herausforderungen. Erstens „gibt es keine ausreichenden Workload-Lösungen für neu entstehende Anwendungen wie verteilte Datenbanken, Big Data, KI und HPDA-Anwendungen (High-Performance Data Analytics).“ Zweitens erfordere die Beschleunigung von Datendiensten eine schnellere Datenanalyse und -verarbeitung in Echtzeit, um die Produktionseffizienz und die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern. Drittens würden höhere Datenschutzstandards benötigt, um die immer häufiger auftretenden Datenangriffe abzuwehren, die große wirtschaftliche Verluste verursachen könnten. „Und schließlich benötigen wir innovative umweltfreundliche Lösungen für die Datenspeicherung, um deren Energieeffizienz zu erhöhen“, erklärt Zhou.

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Upgrade der „OceanStor Pacific“-Serie

Auf dem IDI Forum kündigte Huawei die aktualisierten Funktionen des verteilten Speichers „OceanStor Pacific“ an, darunter die Disaster-Recovery-Lösung für mehrere aktive Rechenzentren und die konvergente Speicherlösung für Data Lakehouses. Die „OceanStor Pacific“-Serie soll die Anforderungen neuer Anwendungen wie HPDA, Big Data und Massendatensicherung und -archivierung erfüllen.

Dabei nutzt das Storage-System „SmartBalance“, ein vollständig ausgewogenes Systemdesign, um die Effizienz für hybride Arbeitslasten zu verbessern. Konvergente Indizierung für unstrukturierte Daten bedeutet, dass eine Kopie der Daten über mehrere Protokolle hinweg gemeinsam genutzt wird, ohne dass Daten kopiert werden müssen. Dadurch soll eine native, nahtlose Multi-Protokoll-Zusammenarbeit erreicht werden. Darüber hinaus bieten die „OceanStor Pacific“-Modelle mit ihrem an große und kleine I/Os angepassten Datenfluss eine Leistung mit bis zu 160 GB/s Bandbreite, 6,4 Millionen IOPS und 640.000 OPS, was die Effizienz der Datenverarbeitung bei hybriden Workloads verbessern soll.

„OceanStor Pacific“ beherbergt 120 Festplatten pro 5-HE-Gehäuse. Diese Dichte in Kombination mit dem 22+2 High-Ratio Erasure Coding (EC)-Algorithmus soll zu einer 20 Prozent höheren Festplattendichte pro Platzeinheit führen als bei vergleichbaren Geräten und zu einer 14,5 Prozent höheren Speicherplatzauslastung. Dies wiederum erhöht den Return on Investment (ROI) der Massenspeicherung von Daten.

Mit den aktualisierten All-Flash-Speicherlösungen „OceanStor Dorado“ und „OceanProtect Backup Storage“ kündigte Huawei ebenfalls Lösungen für All-Flash-Rechenzentren an. Die Container-Storage-Lösung, die Ransomware-Protection-Storage-Lösung und das Datacenter-Storage-Toolkit ergänzen nun diese Serien und beschleunigen den Vorstoß für allgegenwärtige, sichere und umweltfreundliche Datendienste.

In der Regel werden mehr als 90 Prozent der gesamten Speicherkapazität in einem All-Flash-Rechenzentrum auf Solid State Disks (SSDs) ausgeführt. Diese Medien zeichnen sich durch hohe Dichte, hohe Zuverlässigkeit, geringe Latenz und niedrigen Stromverbrauch aus und eignen sich damit für die zentralen und neuen Dienste und Anwendungen von Unternehmen.

Die All-Flash-Speicher der „OceanStor Dorado“ verfügen über ein Active-Active-Disaster-Recovery-Lösungen (DR) für SAN und NAS. Mit 21 Millionen IOPS, einer Latenz von 0,05 Millisekunden und einer Zuverlässigkeit von 99,99999 Prozent soll der „OceanStor Dorado“-SAN-Speicher effiziente und zuverlässige Datenservices für Datenbanken und Virtualisierungsanwendungen bieten. Der „OceanStor Dorado“-NAS-Storage soll zudem File-Sharing-Anwendungen verbessern. Die Fehlertoleranz von sieben von acht Controllern und Active-Active-DR sollen 99,99999 Prozent Zuverlässigkeit für NAS-Dienste bieten. Das NAS-System soll einen Schutz der Daten für typische Dateiszenarien wie CAD/CAE-Systeme, CDR-Systeme von Spediteuren, PACS-Bilder und Finanzrechnungen ermöglichen.

„Huawei Storage wird weiterhin Innovationen auf der Grundlage technologischer Durchbrüche und Kundenanforderungen entwickeln“, bekräftigt Peter Kruth, CTO von Huawei Europe FSI (Financial Services Industry), das künftige Engagement bei der Entwicklung neuer Speichertechnologien. „Unser Ziel ist es, KundInnen beim Aufbau von All-Flash-Rechenzentren zu unterstützen, indem wir Datenbeschleunigung, Dateninnovation sowie grüne und kohlenstoffarme Funktionen für

„3+1“-Strategie für grüne Datenspeicherung

Mit der „3+1“-Strategie will Huawei Datenspeicherung in Zukunft grüner gestalten. Im Rahmen dieser Strategie soll der Energieverbrauch pro Terabyte Daten durch Designs mit hoher Dichte, Systemkonvergenz, Datenreduzierung und Verwaltung des Kohlenstoff-Fußabdrucks über den gesamten Lebenszyklus reduziert werden. Laut der Huawei-Studie „Global Industry Vision“ werden bis 2030 weltweit jedes Jahr ein Yottabyte an Daten erzeugt, was einer 23-fachen Steigerung gegenüber 2020 entspricht. Die Speicherung von Massendaten verbraucht enorme Mengen an Energie, wodurch eine grüne und nachhaltige Entwicklung immer wichtiger wird.

Daher plant Huawei weitere innovative Datenspeicherlösungen zu entwickeln, um Rechenzentren mit dieser neuen grünen „3+1“-Strategie zu unterstützen. Die „3“ steht dabei für:

  • Designs mit hoher Dichte: Huawei verwendet Komponenten und Systeme mit hoher Dichte, um die Hardware-Dichte und die Effizienz der Wärmeableitung zu erhöhen. Das Unternehmen verwendet Solid-State-Drives (SSD), die energieeffizientere Alternative zu Festplattenlaufwerken, um den Stromverbrauch um 70 Prozent und die Raumnutzung um 50 Prozent bei gleicher Kapazität zu reduzieren. Durch die Verwendung von half-palm-sized (palm size: 7,62 cm) NVMe-SSDs können die Speichersysteme von Huawei außerdem 36 SSDs in einem 2-HE-Festplattengehäuse unterstützen, was eine höhere Hardware-Dichte und eine um 25 Prozent höhere Wärmeableitungseffizienz als bei einem herkömmlichen Festplattengehäuse ermöglichen soll.
  • Systemkonvergenz: Huawei will für eine höhere Ressourcennutzung sorgen durch die Unterstützung mehrerer Protokolle und die Beseitigung von Speichersilos. So kann ein einziges Speichersystem Block-, Datei-, Objekt- und Hadoop Distributed File System (HDFS)-Protokolle für unterschiedliche Anforderungen unterstützen, um mehrere Arten von Speicher zu konsolidieren. Darüber hinaus können diese konvergenten Ressourcenpools mehrere Speichersysteme in Rechenzentren konsolidieren und so die Ressourcenauslastung verbessern.
  • Datenreduzierung: Die Datenspeicherung von Huawei verwendet Deduplizierungs- und Komprimierungsalgorithmen sowie einen EC-Algorithmus (Elastic Erasure Coding) mit hohem Verhältnis, um die Speicherplatznutzung zu verbessern und die Datenduplikation zu reduzieren. Derzeit ermöglichen es die Deduplizierungs- und Komprimierungsalgorithmen den Huawei-Speichersystemen ein Datenreduktionsverhältnis von bis zu 72:1 zu erreichen. Darüber hinaus erreicht der firmeneigene elastische 22+2 EC-Algorithmus eine maximale Ressourcennutzungsrate von 91 Prozent.

Gleichzeitig will sich Huawei für die Entwicklung und Förderung von Modellen der Kreislaufwirtschaft und die Reduzierung des CO2-Fußabdrucks während des gesamten Lebenszyklus eines Geräts einsetzen. Das soll im Rahmen der „3+1“-Strategie das „+1“ beinhalten. Bei der Produktentwicklung will Huawei erneuerbare Materialien verwenden und darüber hinaus das Verpackungsgewicht reduzieren, indem sie umweltfreundlichere Verpackungsmaterialien verwenden, die weniger Gewicht haben. Mit Blick auf die Gerätenutzung soll Künstliche Intelligenz für IT-Operationen (AIOps) von Huawei die bedarfsgerechte Zuweisung und Nutzung von Speicherressourcen ermöglichen. Zudem will Huawei sein globales Recyclingsystem kontinuierlich verbessern, um so das Recycling der Geräte zu verbessern und deren Umweltauswirkungen zu mildern.


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