IT-Planung

Flexible Sicherheit im Rechenzentrum

18. August 2011, 14:17 Uhr | Thorsten Weller, Abteilungsleiter Technische Dienste Rechenzentrum bei Rittal | Kommentar(e)
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© Rittal

In nahezu jeder Branche, egal ob Finanzwirtschaft, Logistik oder Maschinenbau, sind kritische Geschäfts- und Produktionsprozesse von der Warenwirtschaft bis hin zur Telefonanlage IT-gestützt. Bei einem Ausfall drohen ernste wirtschaftliche Verluste. Ein Konzept zur Gefahrenprävention für die IT-Strukturen ist daher ein elementarer Bestandteil jeder IT-Planung. Besonderes Augenmerk gilt hierbei den Rechenzentren. Wenn die IT das Nervensystem moderner Unternehmen ist, ist das Rechenzentrum das Rückenmark. Wird dieses beschädigt, kann es zu einer Lähmung aller Unternehmensprozesse kommen. Bei aller Risikovorsorge sollten die Verantwortlichen aber immer auch die Kosten-Nutzen-Relation im Auge behalten.

Die Gefahren, die der Rechenzentrum-Basis drohen, sind zahlreich: Feuer, Rauchentwicklung, Wasserschäden, Stromausfälle bis hin zur Überhitzung von Rechnern. Dabei droht Gefahr nicht nur von Seiten der Cyberkriminalität, sondern auch durch das Eindringen von Unbefugten in die Räume des Rechenzentrums (RZ). Angesichts der vielfältigen Bedrohungen muss ein umfassendes Sicherheitskonzept maßgeblicher Bestandteil jeder RZ-Planung und -Modernisierung sein.

Kosten vs. Nutzen
Die Kosten für die Gefahrenabwehr sollten immer in einem vertretbaren Verhältnis zum potenziellen betriebswirtschaftlichen Schaden beziehungsweise zur erreichbaren Schadensminderung stehen. Mögliche Risiken wie Produktionsausfälle sind dem so genannten Geschäftsprozess-Soll gegenüber zu stellen. Dabei handelt es sich um die gesammelten Anforderungen des Geschäftsbetriebs an die IT. Aus dem Verhältnis von Geschäftsprozess-Soll zu den tolerablen Ausfallzeiten sowie möglichen Schäden wird deutlich, welche betriebswirtschaftlichen Verluste akzeptabel sind und welche nicht. Diese Qualifizierung und Quantifizierung von Schadensrisiken innerhalb der RZ-Infrastruktur schützt nicht nur vor geschäftlichen Einbußen. Der ganzheitliche Blick auf das gesamte RZ ist in einer weiteren Hinsicht für die Planer unverzichtbar: Nur so kann der Schutz vor Feuer, Eindringlingen und Überhitzung bedarfsorientiert und damit kosteneffizient umgesetzt werden. Zunächst gilt es daher, die Verfügbarkeitsanforderung an die IT zu definieren. Bei der anschließenden Umsetzung können sich RZ-Planer beispielsweise an den Tier-Klassifizierungen des Uptime Institute orientieren. In vier Klassen, Tier I bis Tier IV, sind je nach Verfügbarkeitsanspruch die Anforderungen speziell an Strom und Kühlung festgehalten. Mit den Vorgaben von Tier IV für besonders geschäftskritische Kernprozesse ist eine maximale Verfügbarkeit von 99,995 Prozent erreichbar.

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