Datenmanagement

Die Datenflut von übermorgen

11. Dezember 2019, 13:35 Uhr | Autorin: Natalie Lauer / Redaktion: Sabine Narloch | Kommentar(e)
Datenflut Big Data Digitalisierung
© Fotolia / Konstantin Hermann

Mit der technologischen Entwicklung hat auch das Datenvolumen zugenommen. War es früher nur der Mensch, sind es nun auch Maschinen, die Daten generieren. Mutmaßungen über die mit der Datenflut einhergehenden Herausforderungen und inwieweit diese die Welt der Speichermedien beeinflussen werden.

Vom ersten magnetischen Festplattenlaufwerk IBM 350, das 3,75 Megabytes fasste und im September 1956 als Komponente des Computers IBM 305 RAMAC vorgestellt wurde, hat sich bis heute viel getan. Mit zunehmender Komplexität der Technologien ist auch das zu speichernde Datenvolumen gestiegen. Ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht.
Im Jahr 2018 wurden 33 Zettabyte Daten generiert. Für 2025 wird von 175 Zettabyte ausgegangen. Laut der von der International Data Corporation (IDC) herausgegebenen Global Storagesphere Forecasts wird sich die weltweite Speicherkapazität in der Zeitspanne von 2018 bis 2023 verdoppeln und auf 11,7 Zettabyte anwachsen. Doch was geschieht mit all den Daten? Lediglich ein bis zwei Prozent der Datenstämme werden künftig für einen unbegrenzten Zeitraum aufbewahrt – das ist zumindest der Vorhersage der Global Storagesphere zu entnehmen. Der Rest wird vermutlich für unmittelbare Analyse- oder Konsumzwecke genutzt werden und kommt danach nie wieder in Gebrauch.

Ungeahnte Herausforderungen
Bisher wurden alle generierten und anschließend gespeicherten Daten mittels Knopfdruck durch den Menschen produziert. „Durch Menschenhand kann ein Knopf etwa drei bis viermal pro Sekunde aktiviert werden. Gamer schaffen es vielleicht auf zehn bis 15 Mal pro Sekunde. Die so kreierten Daten lassen sich noch einigermaßen in den Griff bekommen. Anders sieht es allerdings aus, wenn Maschinen Daten produzieren“, erklärt Rainer Kaese, Senior Manager Business Development Storage Products bei Toshiba Electronics Europe. Bei IoT oder KI (Künstlicher Intelligenz) ergibt sich ein Datenvolumen, das jenes durch den Menschen generierte weit hinter sich lässt. Wie hoch diese Menge in den nächsten Jahren mit zunehmender Fortschreibung der technologischen Entwicklung und dem ansteigenden Einsatz neuer Technologien schnellen wird, ist noch nicht absehbar.
„Potenziell kann das Ergebnis von der Technologie und der Methode, wie Daten damit produziert werden, die komplette Speicherindustrie noch vor ungeahnte Herausforderungen stellen“, vermutet Kaese von Toshiba in diesem Zusammenhang.

Wettrennen um die Kapazitäten
Um das zunehmende Datenvolumen stemmen zu können, werden die Kapazitäten aller Speichermedien künftig zulegen müssen. Das gilt für Festplatten ebenso wie für SSDs (Solid State Drives). Kaese bemerkt hierzu jedoch: „Alles, was um den Kern verortet ist, wird früher oder später auf Halbleiterspeichern landen.“ Dennoch werden seiner Meinung nach Festplatten auch künftig nicht zum alten Eisen gehören. Zum einen lassen sich auf ihnen schlichtweg mehr Kapazitäten produzieren, als über andere Medien. Zum anderen spielen auch ökonomische Gründe eine Rolle.  Aber auch Tapes haben laut Kaese in Zukunft gewiss nicht ausgedient: „Es ist schlichtweg nicht möglich, genügend modernere Speichermedien zu produzieren, um alle anfallenden Daten darauf zu sichern.“

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