Interview

Das RZ wird nicht überflüssig

25. Juli 2022, 17:00 Uhr | Autor: Jörg Schröper | Kommentar(e)
Thomas Wermke, Bereichsleiter Vertrieb bei Schäfer IT-Systems (links) im Gespräch
Thomas Wermke, Bereichsleiter Vertrieb bei Schäfer IT-Systems (links): „Aktuelle Entwicklungen auf dem Markt zeigen, dass sowohl in der Kälteerzeugung wie auch im Bereich der Elektroversorgung viele Effizienzsteigerungsmaßnahmen möglich sind.“
© Schäfer IT-Systems

Im Gespräch mit der LANline, Schwesterzeitschrift der funkschau, erläutert Thomas Wermke, Bereichsleiter Vertrieb bei Schäfer IT-Systems, wie immer neue Kriterien – etwa Nachhaltigkeit und steigende Energieeffizienz – die Arbeit der RZ-Branche beeinflussen.

LANline: Herr Wermke, zunächst eine kleine Provokation: Unternehmensrechenzentren werden in Zukunft überflüssig. Alles wandert in Cloud. Richtig oder falsch?
Wermke: Klare Antwort: falsch! Das Rechenzentrum wird nicht überflüssig. Es wird auch weiterhin Bedarf an einer modernen und optimierten Rechenzentrumsumgebung geben. Je nach Unternehmens-ausrichtung, Größe und Zweck ist eine individuelle Mischung aus Cloud-Services und stationären Rechenzentren oder Server-Räumen die Zukunft der Unternehmens-IT. Immer wenn es vertrauliche Daten sind, eine Echtzeitverarbeitung, Compliance-Vorgaben oder ganz profan als Wettbewerbsschutz hat das eigene RZ, egal ob im Firmenkomplex oder auch in
einer Colocation, den Vortritt.

LANline: Die Grenzen sind aber fließend.
Wermke: Allerdings, und das ist auch kein Geheimnis. Können Unternehmen ihr Angebot von neuen und optimierten bestehenden Anwendungen und Services verbessern und dadurch ihren Kunden einen orts-, zeit- und Device-unabhängigen Zugang bieten, wird die Wahl eher Richtung Cloud oder einer Hybridlösung gehen. Fazit: das unternehmenseigene Rechenzentrum wird mit der Cloud nicht überflüssig. Unternehmen müssen sich aber eine grundlegende Neustrukturierung ihrer RZ-Umgebung und gegebenenfalls auch über dessen Betrieb Gedanken machen. Neue Lösungen wie kompakte, effiziente RZ-Module auf dem Firmengelände oder Colocation On-Site werden hier in Zukunft immer öfter eine Rolle spielen. Dies gilt nicht zuletzt, weil man sich ja auch um das Thema Fachkräfte für den technische Betrieb und regularienkonforme Server-Räume und Rechenzentren kümmern muss.

LANline: Wie reagiert denn Ihr Haus auf die immer drastischeren Anforderungen an die RZ-Infrastruktur in puncto Effizienz auf der einen und Verfügbarkeit auf der anderen Seite?
Wermke: Der Spagat zwischen Effizienz und Verfügbarkeit muss nicht zu einem Widerspruch führen. Der steigende Stellenwert der Energieeffizienz im Hinblick auf die der immer höheren Wärmeleistungen in den einzelnen Racks von oft bis zu 20 Kilowatt und in Einzelfällen auch darüber hinaus, das sind übrigens Leistungen, die der Zentralheizung eines größeren Einfamilienhauses entsprechen, fordern neue flexible, aber auch betriebssichere Lösungen. Dazu kommt eine über den Tag oder die Woche verteilte ungleichmäßige Last der Server. Hier gibt es neben Stellschrauben wie die Erhöhung der Einblastemperatur oder Raumtemperatur oder die inzwischen schon standardmäßig umgesetzte Kalt-/Warmgangtrennung weitere technische Lösungen als Antwort darauf.

LANline: Schlägt sich dies auch in der Technik der Produkte nieder?
Wermke: Schäfer IT-Systems hat mit den Rack-basierenden Cooling-Produkten ein breites Spektrum, um hier unseren Kunden eine konkrete Antwort und Unterstützung geben zu können, gepaart mit unserem 100-prozentigen Wasseransatz. Die Kombination ermöglicht klimafreundliche, effiziente und selbstverständlich redundante Kälteversorgung mit einer großen Spreizung des Leistungsbereichs im Rechenzentrum von 1 kW bis 60 kW.

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