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Personalarbeit 2020

Zwischen alten Rollen und modernen Technologien

09. Januar 2020, 09:40 Uhr   |  Autor: Thomas Fahrig / Redaktion: Sabine Narloch

Zwischen alten Rollen und modernen Technologien
© Andrei Rybalko / 123rf

In Zeiten des demographischen und digitalen Wandels rückt die Arbeit von Personalabteilungen immer mehr in den Fokus. Thomas Fahrig, Gechäftsführer beim ECM-Anbieter Forcont Business Technology, zeigt auf, welche Entwicklungen in Sachen HR-Software Unternehmen 2020 beschäftigen werden.

Das Angebot von IT-Lösungen für den Personalbereich ist heute so vielfältig wie nie zuvor. In kurzen Abständen kommen neue, cloudbasierte Software-Tools auf den Markt. Sie sollen die HR-Arbeit erleichtern und gleichzeitig deren Effektivität erhöhen. Die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen beschleunigen viele operative Aufgaben – und vereinfachen die Kommunikation zwischen Personalabteilung und Mitarbeitern. HR-Manager erhalten somit mehr Handlungsspielraum, um sich drängenden Herausforderungen zu stellen, wie etwa qualifiziertes Personal zu gewinnen und durch eine sehr gute Employee Experience zu binden. Welche Entwicklungen in Sachen HR-Software werden Unternehmen 2020 beschäftigen?

Entwicklung 1: HR-Berufsbilder wandeln sich
Die Zeiten, in denen Fachkräfte scharenweise auf die Unternehmen zukamen und diese nur noch die besten Kandidaten herauspicken mussten, sind vorbei. In vielen Branchen haben sich die Rollen umgekehrt: Es ist zunehmend Aufgabe des HR-Managers, vielversprechende Talente zu finden, für das Unternehmen zu begeistern und als Mitarbeiter zu gewinnen. Der Recruiter fungiert als Vertriebler, der seine Organisation als Arbeitgeber an den Mann und die Frau bringen muss. Das erfordert nicht nur die entsprechenden Networking-Kompetenzen, wie etwa Überzeugungskraft und Verkaufstalent. Darüber hinaus muss sich der Recruiter auf immer neue digitale Kanäle einstellen, die bei den verschiedenen Bewerber-Zielgruppen gerade beliebt sind, und die Personalmarketingstrategie flexibel daran anpassen. Auch andere HR-Rollen, wie etwa HR Business Partner oder Personalentwickler, müssen sich stärker um eine gute Employee Experience bemühen, damit die gewonnenen Talente dem Unternehmen auf lange Sicht erhalten bleiben. Während sich das Selbstbild von HR in den letzten Jahren bereits entsprechend gewandelt hat, sehen Mitarbeiter anderer Unternehmensbereiche Personaler nach wie vor eher als Buchhalter und Dienstleister denn als strategische Partner oder gar Change-Manager. HR-Verantwortliche müssen nicht nur den vielfältigen neuen Aufgaben gerecht werden, sondern auch ein Bewusstsein dafür schaffen, dass sie mehr für die Mitarbeiter tun können, als nur ihre Daten zu verwalten.
 
Damit Personalmanager ihre Kompetenzen in den Feldern Talentmanagement, Qualifizierung, Big Data und People Analytics, Kulturentwicklung, Transformationsmanagement usw. ausbauen können, gilt es, den administrativen Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren. Passende Software-Lösungen, mit denen sich die Prozesse rund um das Recruiting, das Bewerber-, Talent-, Performance- und HR-Management effektiv steuern lassen, spielen eine dabei eine wichtige Rolle. Doch nicht jedes Tool eignet sich für jedes Unternehmen. IT-Affinität und Digitalkompetenz zählen somit ebenfalls zu den Eigenschaften, die für Personalmanager immer wichtiger werden. Es gilt, in enger Zusammenarbeit mit der IT-Abteilung die Tools auszuwählen, welche die eigenen Workflows bestmöglich abbilden können, und diese zielführend einzusetzen. Anstatt lediglich mit den bestehenden Systemen zu arbeiten, wird der HR-Verantwortliche zur treibenden Kraft bei der Gestaltung der Unternehmens-IT in seinem Bereich.

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1. Zwischen alten Rollen und modernen Technologien
2. Entwicklung 2: Softwarelandschaft differenziert sich aus
3. Entwicklung 3: Ansprüche an Evaluation und Controlling steigen

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