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Social Collaboration

Zusammen einfach besser

27. November 2020, 09:30 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)

Zusammen einfach besser
© rawpixel-123rf

Nicht erst seit Covid-19 treiben deutsche Unternehmen den Einsatz von Social-Collaboration-Tools voran. Der Reifegrad hat sich in den letzten fünf Jahren kontinuierlich erhöht. Doch aus welcher Motivation heraus werden diese Tools genutzt? Und was bringen sie wirklich? Eine Studie gibt Aufschluss.

Der Einsatz moderner Technologien zahlt sich aus. Das ist eine der großen Erkenntnisse der Deutschen Social Collaboration Studie von TU Darmstadt und Campana & Schott: So wurde in fünf Jahren wissenschaftlicher Untersuchung ein klarer Zusammenhang zwischen hoher Arbeitseffizienz und modernen Social-Collaboration-Technologien nachgewiesen. Mitarbeiter mit einem hohen Reifegrad arbeiten demnach zwischen 30 und 50 Prozent effizienter. Ein weiteres Ergebnis der Längsschnittstudie: Seit dem Jahr 2016 ist der Social-Collaboration-Reifegrad der Unternehmen kontinuierlich von 3,48 auf 4,08 angestiegen. Ein hoher Reifegrad bedeutet, dass häufig aktuelle digitale Technologien für Information und Kommunikation zum Einsatz kommen, während es bei einem niedrigen Reifegrad weitgehend analoge Lösungsansätze oder etablierte Technologien wie E-Mails sind.

Die Autoren der Studie sind zudem zu dem Schluss gekommen, dass Social Collaboration und Unternehmenskultur nachweislich Hand in Hand gehen. So fördere Social Collaboration unter anderem netzwerkartige Zusammenarbeit und stelle somit einen wesentlichen Puzzle-stein für Unternehmen auf ihrem Weg zu einer digitalen Unternehmenskultur dar.

Über die Studie
Die mittlerweile fünfte „Deutsche Social Collaboration Studie“ der TU Darmstadt und der Unternehmensberatung Campana & Schott liefert einen Überblick über den aktuellen Stand der Unternehmen bezüglich Social Collaboration sowie über die Mehrwerte, Erfolgsfaktoren und Hürden bei der Einführung. Für die diesjährige Studie wurden 1.079 Mitarbeiter aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihren Erfahrungen mit der vernetzten Zusammenarbeit befragt. Mehr als ein Viertel (29 Prozent) davon waren Firstline Worker, also Mitarbeiter in Produkt und Service, die oft im direkten Kundenkontakt stehen und im Vergleich zu den Information Workern in Regel über keinen festen Büro-Arbeitsplatz verfügen.

 

Firstline Worker (noch) im Hintertreffen

Vor allem Firstline Worker, die im direkten Kundenkontakt stehen oder in der Fertigung tätig sind, würden beim Einsatz digitaler Technologien zur Bewältigung der täglichen Aufgaben aufholen. Allerdings liegen sie auf der anderen Seite noch immer weit hinter den Information Workern, die vorwiegend im Büro tätig sind, zurück. Der Vergleich zwischen Büro-Mitarbeitern und Mitarbeitern in Fertigung oder Service zeigt dabei sowohl hinsichtlich Reifegrad als auch Einsatzgebiet wesentliche Unterschiede: Einerseits ist der Social-Collaboration-Reifegrad bei Firstline Workern deutlich niedriger; auch wenn sie die Lücke von 20 auf elf Prozent fast halbieren konnten. Andererseits liegt der Bedarf bei dieser Gruppe stärker im Bereich der direkten Prozessunterstützung, wohingegen bei Information Workern der Informationsaustausch wichtiger ist. Die wichtigsten Einsatzgebiete digitaler Technologien sind die Recherche nach Informationen und Neuigkeiten, das Ausfüllen von Anträgen und der Austausch von Dokumenten. Firstline Worker nennen dagegen vor allem das Stellen von Anträgen, die Suche nach Dokumenten und die Koordination im Team. Damit stehen in beiden Gruppen strukturierte und wiederkehrende Aufgaben im Vordergrund – sowie die Suche nach Experten und der Austausch in Interessengruppen. Auch die Arbeitseffizienz ist bei Firstline Workern (4,62) geringer als bei Information Workern (4,84). Dies liegt vor allem an der mangelnden Ausstattung. So hat jeder sechste Firstline Worker (16 Prozent) kein digitales Endgerät, um auf Social-Collaboration-Tools zuzugreifen. Dadurch sind sie deutlich ineffizienter in ihrer Arbeit als Kollegen, die solche Tools nutzen können (Unterschied: 26,11 Prozent). 

Investitionen in Social Collaboration 2016 und 2020
© Deutsche Social Collaboration Studie 2020, TU Darmstadt/Campana & Schott

Die Einführung und Nutzung von Social Collaboration in Unternehmen ist deutlich fortgeschritten: Während 2016 bei 43,2 Prozent der Befragten entsprechende Projekte noch keine Rolle gespielt hatten, beschäftigen sich derzeit bereits zwei Drittel der Unternehmen mit Social Collaboration. Hinzu kommt, dass knapp ein Fünftel der Social-Collaboration-Initiativen abgeschlossen ist. Dagegen gibt es nur noch bei weniger als einem Drittel der Unternehmen (29 Prozent) überhaupt keine Projekte zur Einführung solcher Tools.

Den unterschiedlichen Mitarbeitergruppen gemein ist jedoch, dass sie beide von einer höheren Arbeitseffizienz durch den Einsatz von Social-Collaboration-Tools profitieren. Dieser Effekt ist bei Firstline Workern sogar höher (41,56 Prozent) als im Durchschnitt (38,74 Prozent). So erhalten zum Beispiel Mitarbeiter in der Fertigung, in Krankenhäusern, im Einzelhandel oder in der Gastronomie nachweislich größere Vorteile als Büro-Mitarbeiter. Die Bedeutung der Zusammenarbeit über digitale Technologien haben vor allem die Branchen IT (Reifegrad: 4,71), Kommunikation (4,55) und Dienstleister (4,38) erkannt. Die Schlusslichter bilden der Öffentliche Dienst (3,68) und das Gesundheitswesen (3,73). Beide Branchen machen jedoch – das sei an dieser Stelle auch angemerkt – gegenwärtig im Zusammenhang mit Covid-19 gänzlich neue Erfahrungen mit Collaboration und Telemedizin. 

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1. Zusammen einfach besser
2. Antriebsfaktoren und Hemmnisse
3. Statement von Campana & Schott: Ein klarer Plan ist Pflicht
4. Statement von Tresonus: Ja, ja: Digitalisierung – und nun?
5. Statement von Hirschtec: Wieso, weshalb, warum...?

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