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Interview mit Tap.de

Workplace Manager - der Zauberlehrling von morgen

07. Juni 2017, 15:53 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)

Workplace Manager - der Zauberlehrling von morgen
© fotolia.com

Neue Arbeitsmodelle, neue Sichtweisen

Die Digitalisierung von Gesellschaft und Wirtschaft bringt gravierende Veränderungen mit sich. Der Knackpunkt: Viele Mitarbeiter können mit der Dynamik des technologischen Fortschritts nicht mithalten. Die Einstellung eines Workplace Managers könnte helfen, findet Michael Krause von Tap.de.

funkschau:Herr Krause, warum fällt es den Unternehmen so schwer, mit der Digitalisierung Schritt zu halten? Früher gab es auch immer wieder neue Technologien, auf die sie sich einstellen mussten.
Michael Krause: Das stimmt, aber im Gegensatz zu früher geht es heute vielmehr um Prozesse und Integration und weniger um die Handhabung einer einzelnen Soft- oder Hardware. Die Technologie steht nur vermeintlich im Vordergrund. Letztlich ist sie Mittel zum Zweck und soll den Anwender in die Lage versetzen, bestmögliche Leistung zu bringen. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die IT-Verantwortlichen verstehen, wie der Anwender „tickt“ und welche Bedürfnisse, Probleme er hat. Sie sollten die Aufgaben und Tätigkeiten der Anwender also gut kennen, nur dann kann die IT zwischen technologischen Standards und Business-Anforderungen eine stabile Brücke schlagen.

Michael Krause, Tap.de
© Tap.de

Im Interview mit Michael Krause, CEO der Tap.de Solutions

funkschau: Wie muss ich mir das vorstellen?  
Krause: Im Grunde geht es darum, die immer wieder neuen Möglichkeiten der Technik mit den Geschäftsmodellen der Unternehmen und den Fähigkeiten der Mitarbeiter in Einklang zu bringen. Dabei dürfen aber die Anwender, die sich ja schließlich im Zentrum eines solches Prozesses befinden, nicht vergessen werden. Vielmehr sollten sich die Unternehmen bemühen, die Anwender bestmöglich einzubeziehen und nötigenfalls auch mit Weiterbildungsmaßnahmen das Know-how auszubauen. Das ist aber leider nicht so einfach, wie es sich anhört, sondern ziemlich komplex. Nicht zu unterschätzen ist der zwischenmenschliche Faktor. Wenn es gelingt die Anwender zu überzeugen und sie hundertprozentig hinter sich, also hinter die Strategie zu bringen, ist schon einmal die größte Hürde genommen.

funkschau: Und wie kann eine solche Einbindung funktionieren – technisch beziehungsweise zwischenmenschlich?
Krause: Durch ein integratives Workplace Management. Was bedeutet das? Auf Basis der vom Unternehmen verfolgten Strategie muss ein Konzept entwickelt werden, das jeden einzelnen Mitarbeiter bestmöglich in seiner Arbeit unterstützt. Man muss sich das so vorstellen: Es gibt Mitarbeiter, die sind sehr technik-affin und andere sind eher konservativ. Das sollte ich im Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigen. Wenn ich den zurückhaltenden Mitarbeiter mit einem immer komplexeren Umfeld konfrontiere, fühlt sich dieser überfordert und wenn ich den technik-affinen Kollegen ausbremse, ist dieser auch nicht glücklich.

funkschau: Aber es kann sich ja deshalb nicht jeder seinen Arbeitsplatz so einrichten wie er will.
Krause: Das stimmt. Aber wenn ich in der Lage bin über ein modernes Workplace Management dafür zu sorgen, dass die Anwender bei der Gestaltung ihrer Arbeitsumgebung ein erhebliches Mitbestimmungsrecht haben, ist das sehr hilfreich. Das kann man beispielweise dadurch gewährleisten, dass man einen zentralen Service-Katalog einführt, in dem die Mitarbeiter von der Soft- über Hardware bis hin zu Services alles bekommen. Da können sie sich dann ähnlich wie beim klassischen Online Shopping die einzelnen Komponenten zusammenstellen und ihren Arbeitsplatz relativ individuell konfigurieren. Hier lassen sich beispielsweise auch Mobilgeräte oder Apps bestellen, was gerade für technikaffine Mitarbeiter wichtig ist.

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2. Einen holistischen Blick auf den Arbeitsplatz werfen

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