Interview mit Gigaset

„Wir setzen stark auf den E-Commerce“

10. November 2021, 10:20 Uhr | Interview: Antje Müller | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Cloud-Anbieter auf der Suche nach Endgeräte

funkschau: Woher kommt aber das Wachstum im B2B-Bereich? Warum glauben Sie an diesen Markt?
Lueb: International setzt sich die Cloud-Telefonie immer mehr durch, On-Premises geht zurück. In Deutschland steht der Durchbruch noch bevor. Wenn Cloud-Anbieter eine Software als UC-as-a-Service zur Verfügung stellen, suchen sie natürlich Endgeräte, die optimal mit ihrer Lösung zusammenarbeiten. Dieser Markt ist kein Selbstläufer, aber er entwickelt sich über Europa gerade sehr stark. Um diese Potenziale zu nutzen, haben wir einen Großteil unserer Entwicklung genau darauf angesetzt. Wir optimieren unsere Produkte stetig, um den Ansprüchen der Software-Anbieter oder auch Carrier zu entsprechen. Wir verstehen die Kommunikation End-to-End – sei es am Schreibtisch, unterwegs oder zu Hause.

funkschau: Nicht alle Cloud-Lösungen werden werden das gleiche Grundkonzept verfolgen. Können Sie sich auf einige Faktoren festlegen?
Lueb: Die erste Strategie ist: Everybody’s Darling. Die zweite ist, die Hersteller direkt zu adressieren. Dafür haben wir unseren Vertriebsapparat ein stückweit umgebaut. Um die Bedürfnisse unserer Kunden zu verstehen, sprechen wir im B2B-Bereich sehr viel mit den Herstellern. Eine Arztpraxis, eine Rechtsanwaltskanzlei oder ein produzierendes Unternehmen in der Industrie haben einfach ganz unterschiedliche Anforderungen an eine Telefonanlage. Das gilt auch für Collaborations-Lösungen, in die Telefonie integriert werden soll.

funkschau: Wie leistungsfähig ist die Open-SIP-Telefonie?
Lueb: Wir können praktisch alle unsere Endgeräte an jede Softwareplattform anbinden. Das Entscheidende ist dabei, dass die Leistungsmerkmale der Software auch am Endgerät abrufbar sind. Unser Produktmanagement kümmert sich darum, die entsprechenden Funktionalitäten einzubinden. Mit einem zweistufigen Vertriebskonzept unterstützen wir unsere Handelsstruktur – damit das funktioniert, tauchen wir tief in die Themen unserer Kunden ein, wollen die Entwicklung in der Cloud verstehen und Leistungsmerkmale adaptieren.

funkschau: In der Vergangenheit wurden die Ausgaben für die Forschung und Entwicklung gekürzt. Wird das alte Niveau wieder erreicht?
Lueb: Wenn nicht sogar mehr. Wir haben dieses Jahr definitiv mehr an R&D ausgegeben – vor allem auf der B2B-Seite, weil wir dort die stärksten Veränderungen in den Wachstumsfeldern sehen. Wir haben größere Partnerschaften geschlossen, wofür wir auch Technologie erworben haben, um beim Übergang von On-Premises in die Cloud-Welt optimal zu unterstützen. Ein Teil der neuen Produkte ist schon da: Das Ion haben wir im Frühjahr vorgestellt – ein UC-Mobilteil für alle, die eine Alternative zum Headset suchen. Jetzt im September launchen wir unser komplettes Handset-Portfolio für die DECT-Welt. Danach folgt die Single-Zelle, die gerade für den Carrier-Markt sehr interessant ist. Im nächsten Jahr überarbeiten wir das Desktop-Portfolio. All das kostet Energie, Zeit und Geld – aber wir entwickeln Tag und Nacht, um die Nachfrage am Markt zu bedienen.

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