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Agfeo feiert 71-Jähriges

"Wir haben immer eigene Entscheidungen getroffen"

05. März 2018, 11:30 Uhr   |  Autor: Sefan Adelmann | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

"Man hätte verzweifeln können"

Agfeo Spulenwickel
© Agfeo

Spulenwickelautomaten waren 1970 für Agfeo ein wichtiger Schritt in Richtung Automatisierung.

Allein auf das schwierige Hardware-Geschäft will sich Agfeo jedoch nicht verlassen und hat, ganz traditionsbewusst, im Rahmen der letztjährigen CeBIT die IP-Centrex-Lösung „AgfeoTel“ vorgestellt, die das Unternehmen zusammen mit einem Technologiepartner entwickelte. Schon zum Marktstart des Produktes erklärte jedoch Marketing-Leiter Niko Timm, dass das Cloud-Business für die Bielefelder nicht in den Mittelpunkt rücken werde. Bis heute hat der Hersteller zwar 200 Fachhändler im Verkauf der Cloud-Lösung geschult, einem dreistufigen Vertrieb, der die Distribution einbezieht und die Kontaktfläche mit dem Markt vergrößern würde, gibt Agfeo hingegen eine klare Absage. „Wir sehen hier keine Notwendigkeit“, so Born.

Mit dieser Strategie will sich Agfeo allem voran nach den Anforderungen des eigenen Vertriebskanals richten. Immerhin bietet aktuell erst ein vergleichsweise geringer Prozentsatz der Fachhandelspartner Cloud-TK-Anlagen an, wie eine Umfrage unter diesen ergab, und bleibt der Hardware damit treu. Mehr Aufbruchsstimmung hätte sich Timm hingegen schon vor einigen Jahren in Hinblick auf die IP-Umstellung der Deutschen Telekom gewünscht. „Man hätte manches Mal verzweifeln können, weil der Fachhandel das nicht erstgenommen hat.“ Mittlerweile sei das jedoch anders, die Aufmerksamkeit für das Thema nehme immer schneller zu. „Das Interesse wird größer und größer“, berichtet Born. „2018 wird das Schicksalsjahr.“ Der Agfeo-Geschäftsführer geht davon aus, dass es in den kommenden Monaten einen „wahren Run“ auf entsprechende Produkte und Dienstleistungen geben wird. Was allerdings nicht nur positive Effekte haben soll, immerhin könne es zu Informations- und Projektstaus kommen. „Daher wird 2018 auch mit vielen Herausforderungen verbunden sein“, so der Geschäftsführer.

Direkter Draht
Rein technisch soll die Migration unter den Agfeo-Partnern mittlerweile aber recht reibungslos vonstattengehen. War vor drei bis vier Jahren der „Schrei nach mehr Infrastruktur“ noch groß, „läuft die Umstellung heute sehr gut“ und nur mit wenigen Störungen, wie Born und Timm berichten. Zwar gebe es durchaus noch einige Problemquellen wie die Protokolle des einen oder anderen Providers. In entsprechenden Fällen will Agfeo Kunden und Partnern jedoch direkte Hilfestellung bieten – „auch wenn wir die Probleme nicht immer selbst lösen können“. Eine Fehleranalyse im eigenen Haus sorge jedoch für kurze Wege, sagt Born, und das käme wiederum den Partnern zugute.

„Die Migration läuft aber einfach immer besser“, betont der Agfeo-Geschäftsführer. Mit dem Vorankommen der IP-Umstellung geht jedoch auch für das Bielefelder Unternehmen eine Ära zu Ende. Immerhin war der Hersteller durch die enge Zusammenarbeit mit der Bundespost und anschließend mit der Telekom früh in die Entwicklung passender Produkte für ISDN involviert und kam vor rund 24 Jahren gerade mit einer TK-Anlage unter eigener Marke auf den Markt, als die Technologie in Deutschland kommerziell verfügbar wurde und ein neues Kommunikationszeitalter anbrach. Jetzt rückt das Ende des Integrated Services Digital Network in greifbare Nähe, zumindest das Gros der Kunden will die Telekom in den kommenden zehn Monaten umgestellt haben. Doch auch für die Herausforderungen des IP-Zeitalters und damit für die nächsten Jahrzehnte sieht sich Agfeo mit dem eigenen Produktportfolio, mit seinem Partnernetzwerk und den „gewachsenen Strukturen“ gerüstet. Für die Zukunft plant das Unternehmen daher schon mit der Weiterentwicklung des Geschäfts. „Wir wollen in kleinen Schritten etwas größer werden“, erläutert Born. Das gilt sowohl für die Produkt- als auch für die Unternehmensstrategie. Der Hersteller, der aktuell besonders im Bereich der kleinen Unternehmen stark vertreten ist, will das Geschäft sukzessive in Richtung größerer Kunden ausbauen. Aber auch hier gilt für das Traditionsunternehmen allem voran, auf Nachhaltigkeit statt übereilten Aufbruch zu setzen. „Wir sehen eine neue Ausbaustufe“, erklärt Born. „Aber das hat Zeit, die wenigsten Kunden entscheiden sich von heute auf morgen.“

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