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Report von Thousand Eyes

Wie es um die Performance von Public Cloud-Anbietern bestellt ist

14. November 2019, 09:09 Uhr   |  Sabine Narloch

Wie es um die Performance von Public Cloud-Anbietern bestellt ist
© funkschau

Das Internet- und Cloud Intelligence-Unternehmen Thousand Eyes gibt heute seinen jährlichen Cloud Performance Benchmark-Report heraus. Die Studie zeigt Unterschiede in puncto globale Netzwerkperformance und Konnektivität der fünf großen Public Cloud-Anbieter auf. Erste Ergebnisse im Überblick.

Der letztjährige Cloud Performance Report verglich die drei größten Cloud Provider mit den höchsten Marktanteilen, also AWS, Azure und Google Cloud Platform (GCP). Alibaba Cloud und IBM Cloud kamen in diesem Jahr neu hinzu.

Der Report soll eine Hilfestellung für IT-Führungskräfte in Unternehmen sein, um Entscheidungen in puncto Investitionen im Cloud-Bereich besser treffen zu können. "Wenn Unternehmen sich vor die Entscheidung gestellt sehen, einen passenden Cloud Provider wählen zu müssen, liegen ihnen meist keine Daten zur jeweiligen Performance vor. Der Grund hierfür ist, dass solche Informationen nie vorhanden oder nur oberflächlich verfügbar waren“, so Archana Kesavan, Director für Produktmarketing bei Thousand Eyes. Der Report solle Unternehmen daher Vergleichsdaten bieten.

Gewonnen wurden diesen Daten mit Hilfe einer Plattform von Thousand Eyes. Diese analysiere laut Unternehmensangaben von Thousend Eyes, wie Internet-, Cloud- und andere Drittanbieter sich gegenseitig beeinflussen und sich so auf die digitale Benutzererfahrung auswirken. Die Ergebnisse stammen demnach aus einer Analyse von mehr als 320 Millionen Datenpunkten, die in 98 globalen Metropolregionen im Laufe von 30 Tagen gesammelt wurden. Dabei seien umfassende Methoden zur Messung der Ende-zu-Ende-Performance sowie von Datenpfaden genutzt worden.

Grundsätzliche Ergebnisse der Untersuchung sind unter anderem:

  • Beim Datenverkehr verlassen sich laut Thousend Eyes einige Cloud-Anbieter auf das frei zugängliche Internet statt auf ihre eigenen Backbones; eine Vorhersage der Leistung könne dadurch beeinflusst werden. Google Cloud und Azure nutzen demnach bei der Koordination des Datenverkehrs ihrer Kunden verstärkt ihre privaten Backbone-Netzwerke, um Leistungsschwankungen zu verhindern, die mit der Nutzung des frei zugänglichen Internets einhergehen können. AWS und Alibaba Cloud greifen beim Großteil des Datenverkehrs auf das frei zugängliche Internet zurück, wie Thousend Eyes attestiert. Dies führe zu einem höheren Betriebsrisiko, das die Vorhersage der Leistung beeinträchtigen könne. IBM verfolge einen hybriden Ansatz, der sich regional unterscheide.

Auch aufgeschlüsselt nach Cloud-Providern gibt Thousend Eyes Ergebnisse aus. Da Alibaba Cloud und IBM Cloud in diesem Jahr neu hinzugekommen waren, lagen zu diesen Diensten keine Vergleichsdaten vor.

Unterschiede zeichneten sich zwischen den einzelnen Cloud-Anbietern in Bezug auf Gesamtperformance und Konnektivität ab.

  • AWS weise laut Thousend Eyes allgemein eine geringe Latenz auf und konnte im Vergleich zum letzten Jahr insgesamt besser abschneiden. Die Kennzahlen zur Vorhersehbarkeit der Leistung hätten sich deutlich verbessert, in Asien gab es zudem eine starke Verringerung der Variabilität um 42 Prozent. Im Vergleich zu Azure und Google Cloud Platform habe AWS jedoch immer noch eine geringere Leistungsvorhersehbarkeit.
  • Azure wird eine gute Netzwerkperformance attestiert. Diese habe ihren Grund in der Nutzung des eigenen Backbones, das für den Datenverkehr der Benutzer in Cloud Hosting-Umgebungen genutzt wird.
  • Bei Google Cloud favorisiere man laut Thousend Eyes die Nutzung des eigenen Backbones für die Bereitstellung von Traffic in der Cloud. Benutzer würden von einer starken Performance in den meisten Hosting-Regionen profitieren. Der Cloud Provider weise weltweit aber immer noch einige Lücken auf, die seit der Veröffentlichung des Reports im letzten Jahr nicht geschlossen wurden. Der Datenverkehr aus Europa und Afrika benötige 2,5 bis 3-mal länger, um nach Indien zu gelangen, da Daten zunächst um die Welt reisen, anstatt eine direkte Verbindung zu nutzen. Google Cloud verringerte laut Thousend Eyes zudem die Transparenz des internen Netzwerks, so dass es schwieriger wurde, die Netzwerkpfade und -leistung zu analysieren.
  • Alibaba Cloud biete im Vergleich mit anderen Providern eine ähnliche Performance. Der Provider ähnle AWS in Bezug auf Verbindungsmuster oder Regionspositionen. Wie AWS setze Alibaba Cloud für den Großteil des Datenverkehrs stark auf das frei zugängliche Internet und nicht auf sein eigenes privates Backbone-Netzwerk. Besonders sei hierbei, dass der Datenverkehr zwischen Regionen nicht zwischen einzelnen Dependancen von Alibaba Cloud stattfindet, sondern aus der internen Cloud austrete, das Internet durchquere und anschließend wieder in das regionale Cloud-Netzwerk eintrete.
  • Auch die Performance von IBM Cloud sei mit der anderer großer Cloud-Provider vergleichbar. IBM verfolge einen hybriden Ansatz bei der Koordinierung des Datenverkehrs, in dessen Rahmen die Nutzung des eigenen privaten Backbones und des frei zugänglichen Internets variiere, abhängig davon, auf welche Regionen der Benutzerzugriff erfolge.

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