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Identity und Access Management

Wie CIAM die Umsetzung der EU-DSGVO unterstützt

01. Februar 2018, 15:42 Uhr   |  Autor: Martin Burkhart / Redaktion: Axel Pomper | Kommentar(e)

Wie CIAM die Umsetzung der EU-DSGVO unterstützt
© Airlock

Ab dem 25. Mai 2018 gilt die EU-DSGVO. Die neue Datenschutz-Grundverordnung sichert den Bürgern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Daten zu und sie verändert im nächsten Jahr die Anforderungen an die Verarbeitung personenbezogener Daten.

Unternehmen müssen im Zeitalter des digitalen Wandels das Gleichgewicht zwischen der Beachtung der neuen rechtlichen Vorgaben und der effektiven Kundenbetreuung finden. Die digitale Identität gewinnt zunehmend an Bedeutung. Zum Beispiel ist „Personalisierung” das Schlüsselwort der Marketing-Branche: Unternehmen verschicken Newsletter nicht mehr an die breite Masse, sondern jeder Kunde erhält eine individuelle E-Mail mit für ihn relevanten Informationen. Die Erfüllung dieser Anforderungen und das Management der Kundenidentitäten verlangen komplexe IT-Lösungen, die Daten sicher verwalten und das Zugriffsmanagement regeln können.

Was ist CIAM?

Die moderne Lösung für solche Anforderungen lautet Customer Identity und Access Management (CIAM). CIAM-Systeme unterstützen das Gleichgewicht zwischen Compliance, Nutzereinwilligungen und einer optimalen Customer Experience. Ein solches System ist im Gegensatz zu einer klassischen IAM-Lösung nicht nach innen, sondern nach außen gerichtet und auf Massen ausgelegt. Während bei einem traditionellen IAM-System der Helpdesk selbst viele Verwaltungsaufgaben erledigen muss und die Nutzer wenig Rechte haben, können bei einem CIAM-System viele Aufgaben an die Endnutzer delegiert werden.

Tritt die Datenschutz-Grundverordnung in Kraft, müssen solche Dienste sogar genutzt werden. Die Benutzerselbstverwaltung erleichtert die Umsetzung der Datenschutz-Grundverordnung in den Bereichen Recht auf Datenänderung, Datenweitergabe, Datenminimierung oder Datenlöschung.

CIAM-Systeme finden vielseitige Anwendung, wo immer große Mengen an Identitäten verwaltet werden müssen. Ist eine Identität erst bekannt, birgt sie großen Nutzen für die Marketing-Abteilungen, die automatisiert den individuell richtigen Content ausliefern können. Ein weiteres Feld ist die Finanzbranche, denn Banken sind in der Digitalisierung anderen Unternehmen häufig einen Schritt voraus. Beim Online-Banking  sind die starken Sicherheitsvorkehrungen vielen Kunden lästig. Mit einem CIAM-System können Banken die Authentisierung in verschiedene Ebenen einteilen und bestimmte Services anbieten, für die kein Log-in mehr erforderlich ist. Andere Dienste sind einfach mit einem Passwort geschützt und nur für einige wenige Bereiche muss der Nutzer eine starke Authentisierung durchlaufen.

Rechte und Herausforderungen

Jedes Unternehmen, das Daten von EU-Bürgern erfasst und verarbeitet, muss ab dem 25. Mai 2018 gemäß der neuen Verordnung die Zustimmung der Nutzer zur Datenerfassung und -nutzung einholen. Somit haben die Nutzer das Recht, Dateninformationen wieder
löschen zu lassen, die Datenverarbeitung einzuschränken und Daten von einem Anbieter zum nächsten mitzunehmen. Gleichzeitig müssen Unternehmen ihre Dienste datenschutzfreundlich einstellen, sonst drohen hohe Geldstrafen.

Der Begriff „personenbezogene Daten“ ist in der neuen Grundverordnung umfänglich definiert: Er schließt sämtliche Identifikationen in allen digitalen Marketing-Systemen ein, auch solche Daten, die über Cookies gesammelt werden. Für Unternehmen heißt es, dass es noch wichtiger wird, Kundenidentitäten effizienter und durchdachter zu verwalten. Durch die vermehrten Online-Interaktionen in verschiedenen Kanälen werden ebenfalls immer mehr Daten gesammelt. Unternehmen müssen ihre Kunden sicher und zuverlässig identifizieren und ihre Aktivitäten und Verhaltensweisen nachvollziehen.

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1. Wie CIAM die Umsetzung der EU-DSGVO unterstützt
2. Was ist zu tun?
3. Leitfaden: Was Unternehmen bei der Einführung von cIAM-Systemen beachten sollten

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