Künstliche Intelligenz

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt

31. Januar 2018, 10:12 Uhr | Autor: Robin Schurz | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Umgang mit Künstlicher Intelligenz

Der Bitkom veröffentlichte dazu in Kooperation mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) ein Positions-papier, das sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung, den gesellschaftlichen Herausforderungen und der menschlichen Verantwortung von Künstlicher Intelligenz befasst. Teil dieser Publikation war der von den Herausgebern empfohlene Umgang mit zukunftsweisender Technologien wie Künstlicher Intelligenz, um das Potenzial und den Mehrwert dieser Technik in Gesellschaft, Wirtschaft und Politik größtmöglich zu gestalten.

Für die deutsche Wirtschaft muss es laut Bitkom und der DFKI, zur langfristigen Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Ziel sein, vorhandenes KI-Potenzial zu mobilisieren und die Technologie aktiv mitzubestimmen. Dazu gilt es, fördernde Rahmenbedingungen für die Entwicklung zu schaffen. Außerdem ist es notwendig, die Gesellschaft auf organisatorische Veränderungen durch KI vorzubereiten. Die Weiterentwicklung von KI wird einen tiefgreifenden Wandel im Arbeitsmarkt mit sich bringen, der dazu führen wird, dass Routinetätigkeiten an Bedeutung verlieren. Berufe hingegen, in denen die Künstliche Intelligenz (noch) nichts ersetzen kann, wie zum Beispiel in Kunst und Kultur, werden an Bedeutung gewinnen. Ziel der Politik muss es nach Meinung des Bitkom sein, die mit dieser gesellschaftlichen Transformation in Verbindung stehenden Prozesse aktiv voranzutreiben. Auch Investitionsförderungen spielen in den Überlegungen des Bitkom und des DFKI eine große Rolle. Ein Investitionsschub in allen Bereichen der Forschung, Entwicklung und Bildung sei genauso von Nöten wie die Förderung von KI-Forschungsprojekten und Anreize für Unternehmensgründungen, zum Beispiel in Form von Steuererleichterungen, zu schaffen. Zudem ist eine Vernetzung des KI-Wissens mit anderem domänenspezifischem Wissen aus Bereichen wie Recht, Medizin, Logistik, Fertigungstechnik oder Finanzdienstleistungen laut Bitkom notwendig. Es müsse Ziel sein, Deutschland durch die Etablierung einer weitergehenden Forschungs- und Vernetzungsinitiative langfristig als Standort für KI-Technologie zu empfehlen und für internationale Unternehmen attraktiver zu machen.

Digitale Kompetenzen
 Als zentralen Faktor für die erfolgreiche Digitale Transformation in Deutschland sieht die Bitkom den Erwerb digitaler Kompetenzen. In der neu geprägten Arbeitswelt werden auf die Menschen neue Aufgaben zukommen. Es gilt, menschliche Intelligenz, vor allem Kreativität und Kommunikation, soziale Interaktion und Problemlösung weiter zu fördern, also jene Fähigkeiten, die sich nicht auf reine Wissensvermittelung konzentrieren und damit (noch) außerhalb der Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz liegen. Auch die Qualitätssicherung muss nach Bitkom und DFKI gewährleistet sein. Bei KI-gestützten Entscheidungen muss für diese gesorgt werden und bei kritischen Fällen sollte die Entscheidungsgewalt weiterhin bei den Menschen liegen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist es, eine Verständigung über ethische Standards zu erzielen. Dafür wird eine Ethik-Agenda benötigt, sodass auf Künstlicher Intelligenz basierende Technologien humangerecht sowie wertorientiert gestaltet sind und zudem Grundrechte  und Autonomie wahren. Die Entwicklung von Handlungsempfehlungen sowie Leitlinien im Umgang mit Künstlicher Intelligenz sollte Teil der Agenda sein.

Datenschutz
Auch den Datenschutz muss Europa nach dem Positionspapier mit Blick auf KI weiterwickeln. Dazu sollte die EU mögliche Einschränkungen und Behinderungen in Bezug auf die Weiterentwicklung der KI aus dem Weg räumen. Außerdem ist die Weiterentwicklung politischer Rahmenbedingungen für intelligente Technologien wie Künstliche Intelligenz empfohlen. Dazu gehört vor allem die Potenzial- und Risikobeurteilung von KI im Zusammenhang mit Wirtschaft und Gesellschaft, um KI optimal nutzen zu können. Dafür sollte die EU auch klären, welche KI-Einsatzbereiche sie in Zukunft nicht zulässt. Die Entwicklung von KI ist mit tiefgreifenden Veränderungen verbunden und als politische Herausforderung zu verstehen. Es ist zu beachten, dass Menschen die Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz sowohl zum Positiven als auch zum Negativen nutzen können. Es gilt nach Bitkom und DFKI, trotz der Fortschritte im KI-Bereich zukünftig unser Verantwortungsbewusstsein beizubehalten und die Verantwortung als Herausforderung zu verstehen. Denn: Entscheidungen bleiben menschlich und werden so schnell nicht von Robotern abgenommen.


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