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IT-Support und Digitalisierung

Wenn der Kühlschrank mit dem Internet...

03. Februar 2017, 10:52 Uhr   |  Autor: Uwe Rummel / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)

Wenn der Kühlschrank mit dem Internet...
© Bild: funkschau Quelle: Denis Karpenkov-123rf

Der wichtigste Schritt hin zu einer digitalen Transformation ist die Stärkung der IT.

Wir stehen am Anfang eines komplexer werdenden Verbundes informatorischer, softwaretechnischer Komponenten mit mechanischen und elektronischen Teilen, die über eine Dateninfrastruktur wie das Internet kommunizieren. Wie wird jedoch gewährleistet, dass diese komplexen Systeme funktionieren?

Besonnenes, nachhaltiges Wirtschaften ist ein Kennzeichen des deutschen Mittelstandes. Betrachtet man dies von außen, etwa durch die amerikanische Brille, mag es bisweilen behäbig und schwerfällig wirken. Doch auf diesen einfachen Nenner lässt sich die Sache nicht bringen: Denn nicht jedem Hype blind zu folgen, sondern mit gebotener Skepsis Entwicklungen abzuwarten und das langfristige Wirtschaften über kurzfristig gedachte Aktionärserwartungen zu stellen, ist auch die Grundlage für das bedeutende volkswirtschaftliche Gewicht, welches der Mittelstand hat. Kurz: Solides Unternehmertum mag konventionell daherkommen, sichert aber den nachhaltigen Erfolg. Ob dies in Zeiten der Digitalisierung allerdings noch so uneingeschränkt gilt, darf man in Frage stellen, denn die Entwicklung hat an Geschwindigkeit zugenommen. Im privaten Leben, sprich als Kunde, agieren die meisten Menschen bereits extrem mobil und digital, die kleinen und mittelständischen Unternehmen hingegen bewegen sich nur langsam in diese Richtung. Möglicherweise zu langsam, denn die Digitalisierung verändert nicht nur das Verhalten und die Erwartungen der Kunden, sondern ganze Märkte. Einige Unternehmen mit digitalen Geschäftsmodellen haben es in jüngster Vergangenheit geschafft, ohne nennenswerte industrielle Anlagen aus dem Stand beachtliches Geschäft zu generieren und zahlreiche Kunden über ihre Plattformen mit Dienstleistungen zu versorgen. Der Wettbewerb wächst und wird unberechenbar.

Als Reaktion darauf haben sich viele mittelständische Unternehmen, vor allem im B2C-Bereich, mit dem Thema E-Commerce beschäftigt. Online-Shops und Listings bei Online-Kaufhäusern erreichen die digitale Kundschaft. Doch dies reicht als Strategie kaum aus, um Schritt zu halten. Vielmehr geht es um die Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen und eine sinnvolle Auswertung von Daten aller Art. Denn erst dadurch können Unternehmen von Konzepten wie Predictive Maintenance und Big Data profitieren oder ihre Kunden via lernenden Bots einen Rund-um-die-Uhr-Service bieten.

Die Bedeutung der IT wird unterschätzt
Was benötigen Unternehmen dafür? In erster Linie eine moderne, funktionierende IT-Infrastruktur. Und eine Strategie, die bestehende Geschäfts- und Ressourcen-Konzepte langfristig flexibel genug hält, um die digitalen Entwicklungen abzubilden. Das Problem, mit dem viele kleine und mittelständische Unternehmen zu kämpfen haben, ist der Mangel an IT-Kompetenz und Manpower. Nur wenige können sich dedizierte IT-Teams leisten, die fortlaufend neue IT-Trends evaluieren und diese gegebenenfalls im eigenen Unternehmen implementieren. Allein die bestehenden Systeme, wie Office-Produkte, ERP-Anbindung oder Firewall, zuverlässig zu managen, zu patchen und upzudaten, kann eine Herausforderung sein.   

Um es auf den Punkt zu bringen: Das wird künftig nicht mehr genügen. IT-Systeme sind schon lange die Basis für ein funktionierendes Geschäft, heute mehr denn je. Inzwischen aber ist die IT Markttreiber und Geschäftsmittelpunkt – sie ist es auch, wenn das Unternehmen Wasserpumpen oder Handwerker-Dienstleistungen verkauft. Denn nicht nur die Kunden agieren digital, die Geschäftspartner, von Vertriebsnetzwerk bis Zulieferer, tun es ebenfalls. Und dabei geht es eben längst nicht mehr nur um digitale Kommunikation oder das Weiterreichen von Kundendaten. Ziel ist es, eigene Prozesse mit denen der Partner zu verknüpfen, Daten zu aggregieren und sinnvoll auszuwerten sowie diese in die Optimierung der Prozesse wieder einfließen zu lassen – ganz automatisch. Der wichtigste Schritt hin zu einer Digitalen Transformation ist demnach die Stärkung der IT. Soll heißen: Die IT ist ein strategischer Erfolgsfaktor. Sie muss nicht nur funktionieren, sondern vielmehr noch das Geschäft antreiben können.

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1. Wenn der Kühlschrank mit dem Internet...
2. Auch das noch: IoT und Smart Home

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