Breitband

Vom Mythos der weißen Flecken

23. September 2011, 12:34 Uhr | Max Gutberlet, Product-Marketing-Manager bei Hughes Europe | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 4

Satellit für alle?

Eine goldene Lösung, die alle Breitbandprobleme auf einen Schlag löst, gibt es nicht. Glasfaser ist aufwendig und extrem teuer zu verlegen. UMTS und LTE erlauben zwar eine große Flächenabdeckung, bezahlen das aber mit unvorhersehbarer Performance und Instabilität unter Last. Und so ist auch der Satellit mit seinen Latenzzeiten und Downloadbeschränkungen nicht die Lösung für alle.

Für Deutschland hat die kürzlich veröffentlichte (N)Onliner-Studie ermittelt, dass 15,9 Prozent aller Online-Zugänge in Deutschland noch immer schmalbandig sind. Umso erstaunlicher ist die Tatsache, dass diese Zahl trotz massiver Investition von Steuermitteln nahezu konstant ist. Das legt nahe, dass diese Benutzer von den bisherigeren Technologien nicht erreicht werden – sei es geographisch aber auch kommerziell. Hier liegt, neben den auch in Deutschland noch vorhandenen komplett unversorgten Gebieten, eine Wachstumschance für alternative Technologien wie Satellit – jenseits des prognostizierten Branchenwachstums von 3,3 Prozent.

Nach neuesten Schätzungen der EU gibt es noch knapp zehn Millionen Haushalte innerhalb der EU, die unversorgt sind und nahezu 30 Millionen, die weniger als 2 MBit/s Downloadgeschwindigkeit erreichen und somit als unterversorgt gelten. Rechnet man alle derzeit verfügbaren Satellitenkapazitäten zusammen kommt man auf eine maximale Anzahl von zirka einer Million Haushalte, die via Satellit versorgt werden könnten.

Die Lösung kann also nur ein Mix der Technologien sein: Glasfaserausbau dort, wo es kaufmännisch Sinn macht; LTE dort, wo sich trotz geringer Bevölkerungsdichte genug potentielle Kunden befinden, um die Investition in Funkmast, Sektoren und Backbone-Anbindung zu rechtfertigen. Und Satellit für alle die, die nicht auf irgendwelche Förderungen oder das Einhalten von Versprechungen warten wollen und hier und heute breitbandig ins Internet gehen wollen.


  1. Vom Mythos der weißen Flecken
  2. Geschwindigkeit
  3. Preis
  4. Download – Limits und Fair-Access-Policy
  5. Satellit für alle?
  6. Auf der Rakete in die Zukunft

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