Schwerpunkte

Interview mit Gigaset

Vom Küchentisch zum Büro

29. September 2020, 08:00 Uhr   |  Diana Künstler | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Die Stimme als verbindendes Element

funkschau: Welchen Stellenwert nimmt in diesem Zusammenhang die professionelle Telefonie ein?

Dörr: Einen sehr großen und sehr wichtigen Bestandteil. Lassen Sie uns ein Szenario entwerfen, bei dem die Digitalisierung und flexible, mobile Arbeitsmodelle weiter an Popularität gewinnen. In diesem Fall wird es eine Entwicklung dahingehend geben, dass die zukünftigen, voll flexiblen Arbeitsplätze vor allem aus der Cloud kommen, beziehungsweise über Cloud-Funktionalitäten abgewickelt und bedient werden. Was aber bleiben wird, zum Beispiel im Kontext des Homeoffice, ist das Endgerät. Hier bieten sich nach wie vor klassische Bürotelefone an – ob als Tischtelefon oder Mobilteil –, da sie gewisse TK-Leistungsmerkmale, wie Rückruf bei Besetzt et cetera, am besten bedienen können. Zukünftig wird der Mitarbeiter im Homeoffice dann seitens des Arbeitgebers ein entsprechendes Endgerät bekommen, das er bei sich zu Hause an den Router anschließt. Via IP und Auto-Konfiguration wird der Cloud-Dienst gefunden, die Software beziehungsweise die Kontakte gesendet und der Mitarbeiter kann von wo aus er möchte
arbeiten.

Wer nun sagt, dass aber auch Smartphones eine Alternative sind, liegt zu einem gewissen Teil richtig. Denn dann geht es vor allem um eine App-basierte Omni-Channel-Präsenz, ähnlich wie sie beispielsweise bei Circuit von Unify zur Anwendung kommt. Messenger-Funktionen werden das Angebot ergänzen und abrunden. Aber – und deswegen bin ich davon überzeugt, dass das Telefon in flexiblen Arbeitswelten einen starken Zuspruch erhalten wird – die Stimme wird zum zentralen, emotionalen Träger der Verbindung zwischen Menschen werden. Der Mensch als soziales Wesen braucht eine Verbindung zu seinen Dialogpartnern und das wird durch die Stimme geschehen.

funkschau: Mund-Nasen-Schutz, Desinfizieren der Hände, Niesen in die Armbeuge: Covid-19 hat unter anderem zu einem verstärkten Hygienebewusstsein beigetragen. Gigaset hat diesen Trend in die Entwicklung seiner Geräte einfließen lassen. Wie genau manifestiert sich das? Und welche Herausforderungen brachte das in der Produktentwicklung mit sich?

Dörr: Glücklicherweise haben wir mit einigen Modellen das Thema Desinfektionsmittelbeständigkeit schon vor der Corona-Pandemie adressiert. Gigaset-Lösungen kommen im professionellen Umfeld facettenreich vor. Egal ob Restaurantgewerbe, Hotellerie, Kongresszentren, Werkstätten oder Krankenhäuser und Arztpraxen. Es gibt viele Anwendungsgebiete, in denen eine regelmäßige Desinfektion der Geräte zu den Anforderungen des Kunden gehört.

Da dieses Leistungsmerkmal bei unseren Geräten bereits vorhanden war, konnten wir während der Corona-Pandemie entsprechend davon profitieren. Perspektivisch wird sich unsere Produktentwicklung damit beschäftigen, diese Eigenschaft in weiteren Produkten zu realisieren. Allerdings ist das Einarbeiten entsprechender Material-eigenschaften komplexer als mancher vermuten mag. Unsere Forschungs- und Entwicklungsabteilung hat sich lange damit beschäftigt, ein optimales Verfahren zu entwickeln und dieses – ohne Veränderung der Oberflächenstrukturen und Haptik – in das Produkt einzubringen.

Gigaset Produktion
© Gigaset

Exkurs: Auf den Lack gekommen

Ein Alleinstellungsmerkmal der Schnurlos-Telefone von Gigaset für Geschäftskunden ist die sogenannte Desinfektionsmittelbeständigkeit: Die Mobilteile „S650H Pro“ und „SL750 Pro“ verfügen über eine besondere Schutzlackierung und sind damit beständig gegen Desinfektionsmittel. Der Weg dorthin war laut dem Hersteller mit einiger Entwicklungsarbeit verbunden: „Es ist nicht einfach, ein Gerät wirklich lösungsmittelbeständig zu machen“, erläutert Kurt Aretz, SVP Quality & Service bei Gigaset. „Im Verlauf unserer Entwicklungsarbeit haben wir mit der Beimischung von Kupfer- und Silberionen in den Kunststoff experimentiert. Wir sind jedoch dazu übergegangen, spezielle Lackierungen zum Einsatz zu bringen, die die Geräte schützen. Würden wir das nicht machen, wären strukturierte Flächen nach kurzer Zeit glatt und glänzende Flächen matt, wenn man Desinfektionsmittel benutzt.“

Seite 2 von 2

1. Vom Küchentisch zum Büro
2. Die Stimme als verbindendes Element

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

Gigaset Communications GmbH, Gigaset Communications GnmbH