Generation Digital

Versicherungsangebote für junge Zielgruppe

22. Januar 2019, 10:45 Uhr | Sabine Narloch | Kommentar(e)
Mal eben nebenbei einen Versicherungsschaden abwickeln: Jeder zweite 16- bis 29-Jährige würde gerne ausschließlich online mit seiner Versicherung kommunizieren.
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Wer mit den digitalen Medien aufgewachsen ist, legt als junger Erwachsener auch ein anderes Kundenverhalten an den Tag. Das zeigt sich am Beispiel von Versicherungen, wie eine repräsentative Befragung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom ergab.

Die Kommunikation und Schadensabwicklung mit der Versicherung digital abwickeln? Das können sich Bundesbürger unter 30 Jahren sehr wohl vorstellen. Mehrheitlich wäre es für sie sogar denkbar, eine Police bei einem Digitalunternehmen abzuschließen – statt bei einem klassischen Anbieter. Das sind Ergebnisse der Befragung von 1.003 Bundesbürgern ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. So würde die Mehrheit (51 Prozent) der 16- bis 29-Jährigen gerne die gesamte Kommunikation mit ihrer Versicherung ausschließlich online abwickeln. In der Altersstufe der 30- bis 49-Jährigen sind es nur 46 Prozent, unter den 50- bis 64-Jährigen 42 Prozent und unter den älteren gerade einmal 20 Prozent.

Größere Einigkeit besteht hier zwischen den Generationen darüber, mit Hilfe einer App auf dem Smartphone einen Überblick über alle Versicherungen und deren Leistungen zu haben: Bei den 16- bis 29-Jährigen sind es 64 Prozent, bei den 30- bis 49-Jährigen 61 Prozent und bei den 50- bis 64-Jährigen wünscht sich das immerhin noch eine knappe Mehrheit (51 Prozent). Nur die Älteren sind zurückhaltend (22 Prozent).

„Digitale Angebote sind für Versicherungen heute schon unerlässlich und werden künftig noch an Bedeutung gewinnen. Wer mit dem Smartphone mit Freunden und Bekannten kommuniziert, mit einem Klick Waren bestellt, die noch am selben Tag geliefert werden, und online Vorschläge für den Filmabend erhält, der erwartet eine ähnlich bequeme und unkomplizierte Kommunikation auch von seiner Versicherung“, sagt Fabian Nadler, Experte für Digital Insurance beim Digitalverband Bitkom.

Versicherungen könnten künftig zudem Konkurrenz nicht nur von Mitbewerbern haben, sondern auch von Digitalunternehmen wie Amazon, Apple oder Google. Diese könnten, ähnlich wie im Bereich Payment, zu Konkurrenten werden. Bei den 16- bis 29-Jährigen hätten hier laut der Befragung 59 Prozent keine Berührungsängste. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es immerhin noch 48 Prozent. Bei den älteren nimmt der Anteil jedoch deutlich ab: nur für 28 Prozent unter den 50- bis 63-Jährigen wäre eine Versicherung von einem Digitalunternehmen eine Option und für 11 Prozent bei Befragten ab 65 Jahren.

„Versicherungen haben heute noch den Vorteil, im Besitz der Kundenschnittstelle zu sein und sie können oftmals aus einer langjährigen Erfahrung über die Wünsche der Versicherten schöpfen. Wenn sie digitale Technologien einsetzen und auf Basis ihres Datenschatzes neue Produkte und Services entwickeln, können sie ihren Wettbewerbsvorteil sogar noch ausbauen“, so Nadler.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverband Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.003 Bundesbürger ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Fragestellung lautete: „Nun lese ich Ihnen einige Aussagen zum Thema Versicherungen vor. Bitte sagen Sie mir, inwieweit die folgenden Aussagen auf Sie zutreffen oder nicht zutreffen.“ 

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Die Vorstellungen rund um die Kommunikation und Abwicklung mit Versicherungen sehen bei den ab 1990 geborenen Befragten durchweg anders aus als bei den älteren Befragten.
© Bitkom Research

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