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Unified Communications

"Die Akzeptanz von Systemen hängt stark an der User Experience"

28. Januar 2020, 13:50 Uhr   |  Sabine Narloch | Kommentar(e)

© Cathy Yeulet/123rf

Mit einem Collaborationtool arbeiten heutzutage immer mehr Menschen. Doch wie sieht die Arbeit an einem Collaborationtool aus? Sandra Rios von LogMeIn gibt im Interview Einblick in ihre Arbeit.

funkschau: Frau Rios, wie erklären Sie Ihrer Familie oder Freunden, woran Sie so arbeiten?

Sandra Rios: Die einfache Version ist: Ich helfe dabei, dass Menschen in Unternehmen besser miteinander arbeiten können, selbst wenn sie nicht am selben Ort sitzen. Dass ich mit meinem Team eine komplexe Software weiterentwickle, die für effiziente Kollaboration sorgt und bei der KI eine immer größere Rolle spielt, lasse ich zugegebenermaßen oft weg.

funkschau: Wie wird man Expertin für Unified Communication und Collaboration?

Rios: Ich bin direkt nach meinem Studium in die Technologie-Branche eingestiegen. Schwerpunkt Webhosting und Cloud, später cloud-basierte Kollaborationsplattformen in der Fertigungsindustrie. Bei LogMeIn konnte ich mein gesammeltes Wissen dann gebündelt einbringen für die Weiterentwicklung der GoTo-Produktfamilie. In meinen vorherigen Positionen hatte ich GoToMeeting ständig genutzt und fand die Chance toll, selbst daran mitzuarbeiten! Mich fasziniert, welche Rolle Kommunikation in Geschäftsprozessen spielt und wie man Workflows in verteilt arbeitenden Teams besser organisieren kann.

Unified Communications UCC Videokonferenz LogMeIn
© LogMeIn

Sandra Rios, Director Product Management GoToMeeting bei LogMeIn

funkschau: Als Director Product Management arbeiten Sie eng mit den Entwicklern zusammen. Was sind dabei die Herausforderungen?

Rios: Wir sind ein bunt gemischtes Team mit Experten aus sehr unterschiedlichen Bereichen. Das ist eine große Stärke, um neue Ideen zu entwickeln. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass wir uns mit unseren Kunden und Anwendern austauschen und für sie entwickeln statt für uns – auch wenn wir selbst Anwender sind. Aber natürlich sind wir uns auch nicht immer gleich einig, wie man ein Problem am besten angeht. Daher orientieren wir uns an gängigen Methoden wie agilen Methoden oder Design Thinking. Und obwohl viele Entwickler in Karlsruhe und Dresden sitzen, ist das Team natürlich größer und weltweit verstreut. Um effizient miteinander zu kommunizieren, arbeiten wir selbst mit UCC-Technologie. Das läuft nicht immer glatt – wie in jedem Unternehmen. Das Beste an meiner Arbeit ist es, Entwickler, User Experience Designer und Produktmanager zusammenzubringen. Es hilft uns, uns zu konzentrieren und stellt sicher, dass wir alle Aspekte abgedeckt haben.

funkschau: Sie sind in Deutschland geboren, in den USA aufgewachsen und arbeiten seit 2007 in Deutschland. Gehen Amerikaner anders an Videokommunikation und Unified Communications heran als Europäer oder Deutsche?

Rios: Videotelefonie hat sich in den USA früher verbreitet, aber inzwischen sehe ich keinen großen Unterschied mehr. Seit Videochatting ins Privatleben eingezogen ist, freunden sich alle eher mit der Idee an. Die Akzeptanz von Systemen hängt stark an der User Experience – daher ist Benutzerfreundlichkeit der Ausgangspunkt für all unsere Neuentwicklungen. Dazu befragen wir unsere Anwender weltweit, in welchen Bereichen sie sich Verbesserungen wünschen. In unseren jüngsten Produktlaunch für GoToMeeting haben wir wieder Tausende Rückmeldungen und Informationen aus Kundengesprächen einfließen lassen – natürlich sowohl aus den USA als auch aus Europa.

funkschau: Die Audio- und Video-Funktionalität sowie die web-basierte und die Mobilanwedung des neuen GoToMeeting sind in Deutschland entwickelt worden. Wie lief das?

Rios: Wir haben eine große Entwicklungsmannschaft in Deutschland und setzen natürlich auf die bestehenden Erfahrungen der vergangenen 15 Jahre Entwicklungsarbeit auf. Gleichzeitig haben wir uns mit der kundenzentrierten Neuentwicklung auch bewusst von vorherigen Versionen gelöst, um echten Fortschritt zuzulassen. Wir sprechen hier von einem komplett neu gestalteten GoToMeeting, nicht nur einem bisschen Neuanstrich für eine bestehende Lösung. Zum Beispiel mit der KI-gestützten Transkription: Wir haben uns überlegt, wie man sich noch besser auf Meetings konzentrieren kann, statt sich mit Notizen und Protokollen zu beschäftigen. Daraus entstand die Möglichkeit für eine unbegrenzte Cloud-basierte Aufzeichnung. Mit KI-gestützter Transkription entstehen Meeting-Protokolle automatisch. Und es ist jetzt möglich, die Videoaufzeichnung des Meetings in Präsentationsfolien zu unterteilen. Auch sie werden während der Meetings automatisch erstellt und können dann in einem PDF heruntergeladen werden. Das gab es vorher so nicht.

funkschau: Wie geht die Entwicklungsarbeit für die GoTo-Produkte weiter?

Rios: Wie gesagt, orientieren wir uns vollständig an Kundenanforderungen – sowohl was die Endanwender betrifft als auch die IT-Leiter. Wir reagieren aber nicht nur, sondern versuchen zu antizipieren, was der Markt erwartet. Damit ist das neue GoToMeeting nicht nur heute topmodern, sondern bereitet Unternehmen auf die Arbeit der Zukunft vor. Wir bieten noch weitere Lösungen unter dem GoTo-Markenportfolio an, wie z.B. den kürzlich eingeführten GoToRoom für videofähige Huddle- und Konferenzräume und GoToConnect, unser erstes integriertes UCC-Produkt, das Meetings und Telefonie auf einer Plattform vereint.

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