VMware-Umfrage zu Remote Work

Telearbeit zwingt zu Drahtseilakt

16. Dezember 2021, 13:57 Uhr | Autor: Wilhelm Greiner | Kommentar(e)
VMware-Report
© VMware

In den letzten turbulenten Quartalen mussten die Unternehmen einen Balanceakt vollführen: Wie Drahtseilkünstler hoch oben in der Zirkusarena mussten sie ständig zwischen den Gesundheitsbedürfnissen ihrer Beschäftigten und ihren Produktivitätsanforderungen abwägen.

Dank Remote-Work-Technik konnten sich zahlreiche Unternehmen schnell umstellen – manche buchstäblich über Nacht. Eine Unternehmenskultur lässt sich allerdings nicht ruckartig umkrempeln. Und so hinkt die Transformation von der Präsenz- zu einer Remote-Work-gerechten Vertrauenskultur noch hinterher, wie eine aktuelle VMware-Umfrage bestätigt.

Für den Report „The Virtual Floorplan: New Rules for a New Era of Work“ (Der virtuelle Raumplan: Neue Regeln für eine neue Ära der Arbeit) ließ VMware 7.600 Beschäftigte aus Organisationen mit über 500 Mitarbeitern in 20 Ländern befragen, darunter 584 aus Deutschland. Ergebnis: Remote Work verändert die Arbeitswelt – und mehr persönlicher Austausch könnte dem Geschäftserfolg förderlich sein, mehr Überwachung hingegen eher schaden.

Rund drei Viertel (74 Prozent) der befragten Manager gaben an, seit Beginn der Telearbeitswelle mehr Zeit für den persönlichen Austausch mit Beschäftigten aufzuwenden. In Unternehmen mit großem Wachstum lag dieser Wert bei 80 Prozent, bei unterdurchschnittlich erfolgreichen Firmen hingegen nur bei 64 Prozent – eine spannende Korrelation, auch wenn man hier nicht gleich eine Kausalität unterstellen sollte.

Ebenfalls interessant: Die Frage, ob sich die Beziehung der Befragten zur Mehrzahl ihrer Kolleginnen und Kollegen seit der Umstellung auf Telearbeit verbessert hat, beantworteten 72 Prozent der Befragten mit „ja“, sofern sie in einem Unternehmen tätig sind, in denen die Führungsebene die kulturelle Transformation der Arbeit vorantreibt. Verbleibt diese Aufgabe beim mittleren Management, lag der Wert nur bei 61 Prozent.

Ähnliche Zahlen ergaben sich bei der Frage, ob sich die Zusammenarbeit in Remote-Work-Zeiten verbessert hat: 76 Prozent bejahten dies in Unternehmen, in denen das Management mehr Zeit für das Team-Building aufwendet, aber nur 53 Prozent in Unternehmen, in denen dies nicht der Fall ist. Aber selbst hier gab immerhin gut die Hälfte der Befragten an, die Zusammenarbeit habe sich in Zeiten der Telearbeit verbessert.  

Der Report weist darauf hin, dass nach landläufiger Meinung räumliche Nähe der wichtigste Faktor für eine gute Kommunikation am Arbeitsplatz ist: Laut der „Allen-Kurve“, entwickelt in den 1970er-Jahren vom MIT-Professor Thomas Allen, kommunizieren Personen, die mehr als zehn Meter voneinander entfernt sitzen, weitaus seltener miteinander und könnten ebenso gut für verschiedene Unternehmen arbeiten. Das Aufkommen eines „virtuellen Grundrisses“, so VMware, schaffe nun jedoch neue Regeln und neue Möglichkeiten für Führungskräfte, ihre Organisationen voranzubringen.

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