Smart City Readiness Check

Smarte Cities stehen in Deutschland noch am Anfang

1. März 2019, 12:51 Uhr | | Kommentar(e)

Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Ausbaupotenzial im Bereich der Straßenbeleuchtung

Mobilität
Zwar nutzen gerade größere Städte über 50.000 Einwohnern fast immer fest installierte Verkehrsleitsysteme, um Parkplatzsuchende zu vorhandenen Parkplätzen zu leiten. Doch bieten momentan nur knapp 14 Prozent der befragten Kommunen Apps an, die freie Parkplätze im öffentlichen Raum oder Parkhäusern anzeigen. Auch wenn erst ein Bruchteil der Kommunen die Daten zum Verkehrsaufkommen und zur Parkplatzsituation für Navigationsgeräte und Apps verfügbar macht, planen derzeit immerhin rund 26 Prozent, dieses Thema anzugehen. Um das eigene Verkehrssystem zu digitalisieren, könnten die Kommunen entsprechende Fördermöglichkeiten des Bundes nutzen. Allerdings nehmen über 60 Prozent der an der Umfrage beteiligten Kommunen diese Möglichkeiten derzeit nicht in Anspruch. „Ähnlich wie beim Breitbandausbau zeigt sich, dass in vielen Städten und Gemeinden offenbar die Ressourcen fehlen, Fördermöglichkeiten zu nutzen – oder die Hürden sind einfach zu hoch“, sagt Ünlü. „Des Weiteren werden die bereits vorhandenen Verkehrsdaten noch nicht ausreichend genutzt. Damit laufen Kommunen Gefahr, digitale Chancen im Mobilitätsbereich zu verspielen.“ Positiv ist festzustellen, dass das Thema „Sharing“ in den Kommunen angekommen ist. Knapp drei Viertel der befragten Kommunen verfügt über Car-Sharing-Angebote, mehr als 30 Prozent zusätzlich über Bike-Sharing. Auch die Digitalisierung der Verkehrsführung und intelligente Ampelschaltungen stehen bei den Kommunen auf der Agenda. So plant beispielsweise jede dritte Kommune, bei der Ampelschaltung externe Steuerungsmöglichkeiten für besondere Situationen zu etablieren.

Im Bereich des ÖPNV fehlt nach Angaben der befragten Kommunen immer noch in fast jeder zweiten Stadt oder Gemeinde eine E-Ticketing-Möglichkeit. Ähnlich sieht es bei der Bereitstellung von Fahrplänen in Echtzeit aus.

Energie
Für die von der Stadt bewirtschafteten Gebäude nutzen die Städte und Gemeinden bereits vergleichsweise häufig smarte Technologien. So sind nach Angaben der Befragten bereits mehr als 30 Prozent der Gebäude mit Technologien wie Monitoring- und Steuerungseinheiten ausgestattet, um die Energieeffizienz zu verbessern. Und immerhin 20 Prozent der kommunalen Gebäude sind mit intelligenten Stromzählern ausgestattet, schätzen die Befragten. Außerdem erfassen mehr als die Hälfte der teilnehmenden Kommunen mit mehr als 50.000 Einwohnern die Gebäudedaten digital.

Ausbaupotenzial gibt es noch im Bereich der Straßenbeleuchtung. Nicht einmal die Hälfte der Leuchten sind mit LED-Technik ausgestattet, nur rund 15 Prozent der Leuchtpunkte mit zusätzlichen Sensoren oder intelligenten Steuerungsvorrichtungen. „Im Bereich Energie sind die Städte und Gemeinden alles in allem auf einem guten Weg“, so die Einschätzung von Alexander Handschuh. „Ein Grund dürfte sein, dass die Kommunen hier durch den Einsatz digitaler Technologien vergleichsweise schnell Geld einsparen können, etwa durch die Reduzierung der Heizkosten oder der Stromkosten für die Straßenbeleuchtung.“

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  1. Smarte Cities stehen in Deutschland noch am Anfang
  2. Fördergelder werden noch zu selten abgerufen
  3. Ausbaupotenzial im Bereich der Straßenbeleuchtung

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